Kunsthalle Würth Neuer Kriminalroman von Hallerin Tatjana Kruse

Krimiautorin Tatjana Kruse aus Schwäbisch Hall.
Krimiautorin Tatjana Kruse aus Schwäbisch Hall. © Foto: Suhrkamp-Verlag
Schwäbisch Hall / Maya Peters 31.07.2018
Die Haller Autorin Tatjana Kruse stellt am Mittwoch in der Kunsthalle Würth ihren neuesten Kriminalroman vor.

Die Haller Krimiautorin Tatjana Kruse hat es wieder getan: Im Juli erschien ihr 20. Roman, „Meerjungfrauen morden besser“. Morgen, Mittwoch ist ab 19.30 Uhr Premierenlesung im Adolf-Würth-Saal der Kunsthalle Würth.

Womit fangen Sie beim Schreiben an?

Tatjana Kruse: Bei mir ist immer der Titel die Initialzündung, ohne geht gar nichts. Titel wie „Grabt Opa aus!“, „Wie klaut man eine Insel?“ oder eben jetzt „Meerjungfrauen morden besser“ befeuern mich über den kompletten Schreibprozess hinweg – wie so ein Funke, der ein Buschfeuer auslöst. Der dritte Band über meine Schnüffelschwestern Konny und Kriemhild wird übrigens „Manche mögen’s tot“ heißen und im nächsten Jahr bei Suhrkamp/Insel erscheinen.

Wie findet man als Autor Protagonisten wie Konny und Kriemhild? Steckt da was von Ihnen selbst drin?

Ich fühle mich ertappt: Ja, es steckt ganz viel von mir in den Schnüffelschwestern – die beiden stehen symbolhaft für die zwei Arten, als Frau zu altern: Gegenwehr oder Neu-Orientierung – entweder graue Haare, Zipperlein und eine etwas ruhigere Gangart zu akzeptieren oder „Jetzt erst recht!“ zu rufen und nochmal ordentlich Gas zu geben. Ich persönlich finde, die Wahrheit liegt irgendwo in der Mitte. Man sollte einfach immer neugierig bleiben – auf Menschen, auf Abenteuer, auf das Leben.

Eigenwilliges tierisches Personal gibt es en masse in ihren Kriminalromanen. Im jüngsten einen schrulligen Nacktkater namens Amenhotep. Halten Sie etwa selbst Haustiere?

Berufsbedingt bette ich mein Haupt an rund 200 Nächten im Jahr auf Hotelbetten – ein Haustier verträgt sich nicht mit einem derart unsteten Leben à la Fliegender Holländer. Weil ich aber wirklich zu gern einen Hund hätte, vergreife ich mich ersatzweise an den Schoßhunden meiner Freunde oder kraule auch schon mal fremde Hunde im Zugabteil ordentlich durch.

Komödiantische Krimis sind ihr Markenzeichen. Woher nehmen Sie die vielen Einfälle?

Mich inspiriert das Leben. Über einen Mangel an skurrilen Erlebnissen, die mich inspirieren, kann ich nun wirklich nicht klagen. Das Leben meint es gut mit mir – es diktiert mir quasi in den Laptop. Es stimmt wohl doch: Wer schwarz trägt, führt ein buntes Leben.

„Der verlorenste Tag ist der, an dem man nicht gelacht hat“, heißt es in einem Sinnspruch. Hat man überhaupt noch viel zu lachen, wenn man den ganzen Tag Lustiges schreibt?

Dieser Spruch könnte das Motto meines Lebens sein. Ich lache auch in realiter viel und gern. Das Leben ist ernst genug, da dürfen meine Bücher ruhig heiter sein und für kleine Schmunzel-Fluchten im Alltag sorgen. Überhaupt ist das Leben zu kurz für einen Alltag ohne gelassene Heiterkeit. Und humorbefreite Bücher.

Haben Sie einen „Lieblingsroman“?

Der „Jüngstgeborene“ ist einem schon immer ein klitzekleines bisschen näher. Aber bitte den Älteren nicht weitersagen!

Kann man bei der Premierenlesung auf eine Tatjana Kruse im Meerjungenfrauenkostüm hoffen?

Ha! Ich habe tatsächlich überlegt, mir eine Meerjungfrauenflosse zuzulegen, zumal es die auch in XL gibt. Aber dann hätten wir den Adolf-Würth-Saal fluten müssen. Oder ich hätte zusätzlich zur Flosse zwei starke Männer anheuern müssen, die mich auf die Bühne tragen. Also habe ich diese Idee seufzend wieder verworfen.

Info Für die Premierenlesung am morgigen Mittwoch gibt es noch freie Plätze. Einlasskarten können unter kunsthalle@wuerth.com bestellt werden. Der Eintritt ist frei.

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