Büchermarkt  „Das ist für mich wie ein Urlaubstag“

Hartmut Volk 19.06.2017
Gut 60 Händler und Antiquare bieten beim Kirchberger Büchermarkt ein großes Sortiment an. Viele stöbern und schmökern.

Bereits eine Stunde vor Marktbeginn hätten ihnen Besucher schon die Bücherkisten durchwühlt. Das berichteten Emma Rinas und Anna Denkler aus Kirchberg, die seit Jahren gemeinsam einen Bücherstand in der Schloss-Straße bestücken, um wieder Platz in den heimischen Regalen zu schaffen.

Viele Bücherfreunde aus nah und fern strömten am Samstag wieder zum Büchermarkt in die historische Kirchberger Altstadt, um im reichhaltigen Lektüresortiment der gut 60 Gebrauchtbuchhändler und Antiquare nach Herzenslust zu stöbern und zu schmökern – und dabei hoffentlich manches Schnäppchen zu machen. Vor dem Wachhäuschen im Schlosshof hatte Peter Scherrmann aus Crailsheim seinen Stand aufgebaut. Als Antiquitätenhändler trifft er bei Haushaltsauflösungen oft auch auf alte Bücher, die er nun bereits zum achten Mal beim Büchermarkt feilbot. Papiermacher Johannes Follmer vom Museum Papiermühle Homburg präsentierte auf dem Rathausplatz wieder die traditionellen handwerklichen Arbeitsschritte des Papierschöpfens aus der Holzbütte.

„Das ist für mich wie ein Urlaubstag“, sagte Versandantiquar Raimund Seidel aus Schwäbisch Gmünd. Er ist seit Anfang an regelmäßig beim Büchermarkt in Kirchberg dabei, genießt dessen beschauliches und malerisches Ambiente und schätzt das interessierte Publikum.

Restaurator und Vergoldermeister Manfred Breitmoser trifft sich jedes Jahr in Kirchberg mit dem Illustrator und Kalligrafen Norman Hothum, um gemeinsam kunstvolle mittelalterliche Buchmalerei vorzuführen. Zum Reformationsjubiläum hat Breitmoser auch zwei Schriften über den kaiserlichen Reichsherold Caspar Sturm verfasst, der Martin Luther 1521 zum Reichstag nach Worms begleitete.

Kunst rund ums Buch: „Orimoto“ – auf Deutsch: „Buch verfalten“ – heißt die derzeit in Mode gekommene Kunst, aus Buchseiten dreidimensionale Objekte zu falten. Gleich an drei Ständen im Städtle gab es gelungene und originelle Kostproben davon zu bestaunen.