„Das dauert, bis es sich einspielt“ Braunsbacher Ortsdurchfahrt ist wieder voll gesperrt

Braunsbach / Norbert Acker 07.11.2018
Mit dem Beginn von Sanierungsarbeiten in der Geislinger Straße ist die Braunsbacher Ortsdurchfahrt seit Montag einmal mehr voll gesperrt. Mitte Dezember soll sie wieder frei sein.

Die erneute Sperrung der Braunsbacher Ortsdurchfahrt scheint sich noch nicht herumgesprochen zu haben. Den Eindruck bekommt man unweigerlich, wenn man sich nur ein paar Minuten im Baustellenbereich vor dem Rathaus aufhält. Immer wieder fahren Autofahrer bis an die Absperrungen, um dann festzustellen, dass es kein Durchkommen gibt und man ums Umdrehen nicht herumkommt. „Das wird wahrscheinlich noch ein paar Tage dauern, bis es sich einspielt“, sagt Uwe Graf, Bauleiter des mit den Tief- und Straßenbaumaßnahmen im Schadensdistrikt 1 – also der Bereich um Schloßstraße, Raingasse und Geislinger Straße – beauftragten Satteldorfer Unternehmens Leon­hard Weiss. Er spricht da aus Erfahrung, die vorherigen Vollsperrungen in Brausbach waren durch vorherige Maßnahmen nötig geworden, die auch von Leonhard Weiss umgesetzt worden sind.

Es gibt aber auch Verkehrsteilnehmer, die sich die weiträumige Umleitung über Arnsdorf – exakt dieselbe Strecke wie kurz nach der Sturzflut vom 29. Mai 2016 – ersparen wollen. „Wir sind jetzt schon von Anwohnern angesprochen worden, dass manche durchs Wohngebiet fahren“, sagt Bürgermeister Frank Harsch, „und das zum Teil zu schnell.“ Dem wolle man nun entgegentreten. Ein Geschwindigkeitsmessgerät soll in dem betroffenen Gebiet aufgebaut werden, außerdem denkt Harsch an mobile Verkehrskontrollen durch das Landratsamt.

Ansonsten läuft alles nach Plan bei der rund 1,5 Millionen Euro teuren Baumaßnahme. „Soweit man das nach zwei Tagen sagen kann“, meint Graf. Er nennt mit dem 14. Dezember aber schon einen festen Termin, an dem die Vollsperrung aufgehoben werden kann: „Das ist durchaus realistisch.“ Danach werde es in der Schloßstraße weitergehen. Dort will man im Frühjahr fertig sein.

Dann wird es wieder was zu feiern geben für die Braunsbacher und ihre Gäste. „Wenn alles fertig ist, werden wir mit Sicherheit ein Schloßstraßenfest machen“, verspricht der Bürgermeister. Und er kündigt noch eine weitere Festivität an, denn auch die Arbeiten in Steinkirchen sollen im Mai 2019 erledigt sein.

Vier Abschnitte

Mit zwölf Mann inklusive Baugeräte- und Lkw-Fahrern ist die Kolonne von Leonhard Weiss im Einsatz. Wenn es an den Straßenbau geht, wird noch ein weiterer Trupp für den Asphalt erwartet.

Die Arbeiten bis zur Schloßstraße sind viergeteilt. Zuerst geht es an die Entwässerung mit Schmutz- und Regenwasserkanälen. Dann werden neue Wasserleitungen verlegt. Im Anschluss sind die Stadtwerke Hall an der Reihe, die eine Nahwärmeleitung verlegen. Dann erst folgt die Straße inklusive Bürgersteig und Beleuchtung. „Also schön eins nach dem anderen“, so Bauleiter Graf. Die Telekom werde außerdem Glasfaser verlegen, fügt Bürgermeister Harsch noch an.

Eins nach dem anderen geht es auch bei der Braunsbacher Verwaltung und der Planung der weiteren Maßnahmen im Distrikt 1. „Für die Raingasse stehen alle Förderungen“, sagt der Schultes. Er denkt an einen Baubeginn im kommenden Jahr, spätestens aber 2020. Zu Vollsperrungen für den Durchgangsverkehr, wie sie in den vergangenen Jahren schon fast zum Braunsbacher Ortsbild gehört haben, wird es nach dem Abschluss der jetzigen Arbeiten wohl nicht mehr kommen, so Harsch. „Vielleicht noch einmal kurz im Bereich der Döttinger Straße. Aber das wäre an einem Tag erledigt“, ergänzt Graf.

Umfang der Bauarbeiten und die Finanzierung

Im Bereich der Geislinger Straße werden nach Angaben des Satteldorfer Bauunternehmens Leonhard Weiss 50 Meter Kanal und 50 Meter Wasserleitungen verlegt. Der Schloßbach wird auf einer Länge von 20 Metern verdolt. Die Haller Stadtwerke werden 100 Meter Nahwärmeleitungen verbauen. Im Straßenbau geht es um rund 300 Quadratmeter Asphalt, 150 Quadratmeter Pflaster und um 100 Meter Bordsteine und Rinnenplatten. 350 Tonnen Frostschutz- und Schottertragschicht werden zuvor aufgebracht.

Im Restbereich der aktuellen Baumaßnahme – also hoch bis zum Schloß inklusive Kirchstraße – werden 400 Meter Kanal und 230 Meter Wasserleitung verlegt. Der Bach wird auf einer Länge von 120 Metern verdolt und auf 50 Metern ausgebaut. 2500 Tonnen Frostschutz- und Schottertragschicht werden vor dem Einbau von 1500 Quadratmetern Asphalt verlegt. Beim Pflasterbelag für den Bürgersteig sind 700 Quadratmeter eingeplant, verbaut werden auch Natursteinzeiler auf einer Länge von 750 Metern.

Die Kosten der Gesamtmaßnahme liegen bei rund 1,5 Millionen Euro. Beim Gewässerbau, also unter anderem für die Verdolungen des Schloßbachs und die Regenwasserkanäle, gibt es eine 70-prozentige Förderung des Landes aus der Flußbauförderung. Ab- und Trinkwasserleitungen werden mit 80 Prozent bezuschusst. Beim Straßenbau erhält die Gemeinde Braunsbach eine 60-prozentige Förderung aus dem Stadtsanierungsprogramm. Der Eigenanteil wird über die Sonderlinie des Landes finanziert.

Die Bauarbeiten betreffen auch den Busverkehr. Informationen über Änderungen gibt es unter www.kreisverkehr-sha.de. noa

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