Vellberg „Da war um drei noch nicht Schluss“

Sechs Jugendteams spielen im Human-Table-Soccer um den Pokal. Es gewinnen die Jungs von „WeLoveChicken44“.
Sechs Jugendteams spielen im Human-Table-Soccer um den Pokal. Es gewinnen die Jungs von „WeLoveChicken44“. © Foto: Sigrid Bauer
Vellberg / Sigrid Bauer 24.07.2018
Beim Sportwochenende des SV Großaltdorf und dem HGV_Jubiläum ist fast der ganze Ort auf den Beinen.

Tischkicker mit richtigen Menschen, die sich an Stangen fixiert nur quer zum Spielfeld bewegen können – damit beginnt das Sportwochenende in Großaltdorf am Freitagnachmittag und -abend. Die männlichen Spieler sind beim Human-Table-Soccer-Turnier für Jugendliche und Erwachsene in der Überzahl. Zwei fast reine Mädchenteams, die roten und die grünen Smarties, treten im Jugendturnier gegen die Jungs an – und freuen sich über jedes einzelne Tor, auch wenn sie letztendlich verlieren. „Wir sind die Jungschar aus Großaltdorf und treffen uns sonst am Freitagabend im Gemeindehaus“, erklärt Gruppenleiterin Heidi Schierle. Aber wenn hier was los sei, müssten sie das unterstützen. „Ich finde es gut, dass die Mädchen hier mitmachen“, meint sie.

Zehn Teams haben sich bei den Erwachsenen angemeldet. Unter ihnen die Sächsi Boys. Das kommt nicht von ungefähr. „Seit drei Jahren kommt ein Lkw-Fahrer aus Sachsen regelmäßig beim Sportwochenende vorbei, um in Großaltdorf Freunde zu besuchen, beim Table-Soccer mitzuspielen und das Wochenende am Sportgelände hier zu verbringen“, berichtet Gabi Schimanski, die ebenfalls praktisch die ganzen drei Tage mit Familie vor Ort ist.

Weiter geht es am Samstagabend mit den Läufen. Die Kinder haben Glück mit dem Wetter: Es regnet nicht und ist angenehm kühl. Jüngste Teilnehmerin ist die dreijährige Klara Meding aus Großaltdorf. Stolz lässt sie sich von Shawn dem Schaf das die Wende beim 420-Meter-Minimarathon markiert, bei der Siegerehrung im Festzelt ihre erste Medaille umhängen. Allein sieben der insgesamt 34 Teilnehmer bei den Kinder- und Schülerläufen stellt die Familie Neumann – die Newmäns nennen sie sich.

Pünktlich zum Start des Fünf-Kilometer-Hobby- und des Zehn-Kilometer-Volkslaufs beginnt es wie aus Eimern zu schütten. Kein Grund, nicht zu laufen. Von oben mit mehr als genug Wasser versorgt, sind die Getränkestationen auf der Strecke fast überflüssig.

Die schnellste Zeit rennt Robin Wenzel. Bei den Damen ist wie schon 2017 Anja Naundorf überlegene Siegerin und verpasst den Streckenrekord von Branka Hajek nur um drei Sekunden. „Ich bin froh, dass es heute kühler war als letztes Jahr. Da war es einfach unglaublich heiß“, sagt sie. Melanie Schmeckenbecher aus dem Vorstandsteam des SV Großaltdorf ist die fünf Kilometer mitgelaufen – und auf Platz drei gelandet. „Pfützen, Dreck, völlig wurscht, viel besser als so eine Hitze wie letztes Jahr“, meint sie lachend. Lauforganisator Volker Dörr ist zufrieden: „Wir haben uns auf insgesamt 120 Läufer gesteigert, 20 mehr als 2017“, stellt er fest. Er selber läuft nicht mit, aber Frau und Sohn sind dabei, und seine Tochter ist als Shawn das Schaf der Liebling der kleinsten Läufer. Bei der After-Run-Party sorgen Red Fat Cat mit fetziger Musik für gute Stimmung. „Da war um drei noch nicht Schluss“, weiß Vorstand Hannes Hofer.

Regen macht nichts aus

Voll sind die Zelte beim sonntäglichen ökumenischen Gottesdienst. „Das kommt immer wieder gut an“, freut sich Hofer. Danach starten die Turniere der C-, D- und E-Jugend mit insgesamt 17 Teams. „Ein kleines Mammutprojekt für unseren Verein“, meint der Vorstand. Es war richtig viel los trotz nicht ganz beständigen Wetters. Den Jungs habe der Regen gar nichts ausgemacht, so Hofer. „Wir sind super zufrieden. Ich glaube, dass der Umsatz richtig gut war“, ist er optimistisch. Dankbar ist er auch den vielen Helfern vor, während und nach dem Fest.

Zehn Jahre Handels- und Gewerbeverein Vellberg

HGV und SV Großaltdorf feiern gemeinsam am Sportgelände Großaltdorf – dafür bedankt sich Christa Fritscher aus dem Vorstand des jungen Vereins bei den Sportlern. „Jetzt gibt es gerade so viele Feste und Termine, da ist es doch ideal, wenn wir das zusammen machen“, meint sie. Der HGV trägt mit dem Sponsoring der Band Red Fat Cat, die am Samstagabend nach den Läufen für tolle Stimmung im Festzelt sorgt, zum Gelingen der Feier bei. „Im HGV wollen wir die Gewerbetreibenden der Gemeinde zusammenbringen. Inzwischen haben wir aus allen Ortsteilen Mitglieder, insgesamt aktuell 48“, freut sie sich. Ein Ziel des HGV sei, die Vellberger zu unterstützen, damit sie bis ins Alter eine hohe Lebensqualität am Ort haben, sagt sie.

Bürgermeisterin Ute Zoll schätzt den HGV, auch die Stadt Vellberg ist Mitglied. „Es freut uns, dass sich der Verein am Christkindlesmarkt und am Weinbrunnenfest beteiligt“, sagt sie in ihrem Grußwort. Während in anderen Gemeinden die Gewerbevereine sterben, sei der in Vellberg sehr aktiv – „und das, obwohl die Betriebe kaum Zeit finden, weil die Auftragsbücher voll sind“. siba

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