"Corelli" und der NSU

Neonazi Thomas R. alias "Corelli" spitzelte jahrelang für den Geheimdienst.
Neonazi Thomas R. alias "Corelli" spitzelte jahrelang für den Geheimdienst.
THUMI 13.04.2013

Im Ku-Klux-Klan bekleidete Thomas R. den Rang des "Kleagles", war also für das Anwerben neuer Mitglieder verantwortlich. Der heute 38-Jährige mischte aber nicht nur im Geheimbund mit.

Der V-Mann, bekannt als "Corelli", war führender Kopf der rechten Szene Sachsen-Anhalts, verbreitete seine rassistische Ideologie als Herausgeber der Zeitung "Nationaler Beobachter". Er schrieb auch für das Magazin "Der weiße Wolf". 2002 stand in einem Heft der Kommentar: "Vielen Dank an den NSU" - neun Jahre, bevor die Mordserie der Terrorzelle bekannt wurde.

Der Name R. taucht auf der Adressliste von NSU-Terrorist Uwe Mundlos auf, die 1998 in einer Garage in Jena gefunden wurde. Laut Abschlussbericht von Bernd von Heintschel-Heinegg, Sonderermittler des NSU-Untersuchungsausschusses, hatte "Corelli" direkten Kontakt zu Mundlos. Der V-Mann stritt das 2012 ab - seitdem steckt er in einem Zeugenschutzprogramm.

Eine weitere Spur führt über Tino Brandt - ebenfalls V-Mann - zum Klan. Er galt als Anführer der Kameradschaft "Thüringer Heimatschutz", aus der die Zwickauer Zelle hervorging. 2004 kaufte er in Kochersteinsfeld ein Haus - etwas nördlich von Heilbronn, wo 2007 die Polizistin erschossen wurde. Das Haus hat Brandt laut Behörden nie bewohnt und 2008 wieder verkauft. Was nun bekannt wurde: Mit Mitteln des Verfassungsschutzes reiste er nach Amerika. Besuchte er dort eine KKK-Veranstaltung? Gut möglich, heißt es aus Ermittlerkreisen.

Sympathisierten auch Beate Zschäpe und Uwe Mundlos mit dem KKK? Fotos aus den 90er Jahren zeigen die NSU-Terroristen vor brennenden Kreuzen.

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