Forum „Büros wählen aus Ideenvielfalt für ihre Lösungen aus“

Diskussion am Thementisch: Moderator Timo Buff (rechts) notiert Anregungen und klebt die Karte gleich an die Plakatwand. Er wird bei der Moderation von Teilnehmern des Arbeitskreises wie Sven Haustein (Mitte) und Peter Nieschling (links) unterstützt.
Diskussion am Thementisch: Moderator Timo Buff (rechts) notiert Anregungen und klebt die Karte gleich an die Plakatwand. Er wird bei der Moderation von Teilnehmern des Arbeitskreises wie Sven Haustein (Mitte) und Peter Nieschling (links) unterstützt. © Foto: Marcus Haas
Schwäbisch Hall / Marcus Haas 06.07.2018
Haalplatz und Unterwöhrd sollen neu gestaltet werden. Bürger kommentieren Ergebnisse des Arbeitskreises und bringen eigene Anregungen beim öffentlichen Forum ein.

Der Dialog in der Turnhalle der Blendstatthalle beginnt: Rund 60 Bürger verteilen sich in Gruppen an vier moderierten Tischen – drei zum Thema Haalplatz, einer zum Unterwöhrd. Sie blicken auf Plakatwände, an denen die Ergebnisse des Arbeitskreises hängen, und wechseln alle 20 Minuten den Dialogtisch.

Ideen und Vorschläge an den Wänden stammen von Bürgern und Interessenvertretern. Die haben sich zweimal mit der Neugestaltung von Haalplatz und Unterwöhrd auseinandergesetzt, holten sich Impulse auf einem Spaziergang für die anschließende fachlich begleitete Diskussion.

Diskussion zu Parkplätzen

„Die Parkmöglichkeiten auf dem Haalplatz sollten nicht zu sehr eingeschränkt werden“, macht eine Bürgerin am Dialogtisch Verkehr und Erschließung deutlich. Moderator Timo Buff schreibt die Anregungen auf blaue Karten, die an die Plakatwände gehängt werden. „Die Parkhäuser drum he­rum sind unter Wert ausgelastet“, merkt Sven Haustein vom Bürgerforum an, der im Arbeitskreis aktiv war. Mitglieder des Arbeitskreises unterstützten die Moderation an den Tischen. Die Stellplatzthematik wird intensiv diskutiert. „Der Haalplatz soll zu einem verkehrsberuhigten und hauptsächlich autofreien Bereich entwickelt werden“, hat der Arbeitskreis als Aufgabe an die Landschaftsarchitekten formuliert, die im Wettbewerbsverfahren Lösungen entwickeln werden.

Derzeit gibt es 161 Parkplätze auf der großen Fläche, davon sind 30 bis 50 für Dauerparker und 120 für Kurzzeitparker, informiert Stadtplaner Christian Mathieu. Die Aufgabe an die Planer sieht 60 dauerhafte Stellplätze für Kurzzeitparker vor, dazu kommen 20 weitere, um temporär erweitern zu können.

Es wird durchgewechselt

„In zwei bis drei Minuten wird durchgewechselt“, ertönt die Ansage aus dem Lautsprecher. Die Gruppen wechseln im Uhrzeigersinn die Thementische. „Ich würde ein Floß gut finden“, schlägt eine Bürgerin am nächsten Haalplatz-Tisch vor, an dem es um Themen wie Zugang zum Wasser und die Gestaltung des öffentlichen Raums geht. Der Moderator schreibt „schwimmende Elemente auf dem Kocher“ auf die Karte und hängt sie an die Plakatwand. Zudem sollen Flächen auf dem Haalplatz frei bleiben, um Kunst zu zeigen. „Wichtig ist, dass keine Parkplätze auf dem Unterwöhrd geschaffen werden. Dafür sollte eine zusätzliche WC-Anlage mit Wickelmöglichkeit in Spielplatznähe entstehen“, macht eine Bürgerin am Tisch Unterwöhrd deutlich.

Wettbewerb beginnt

Die Moderatoren bekommen viel Bestätigung für die vom Arbeitskreis formulierten Aufgaben und nehmen neue Anregungen mit auf. „Aus dieser Ideenvielfalt wählen die Büros für ihre unterschiedlichen Lösungen aus“, sagt Timo Buff vom Büro „Sippel und Buff“, das den Beteiligungsprozess begleitet. Wie geht es weiter? „Das ist heute der abschließende öffentliche Kreis. Das Wettbewerbsverfahren wird Ende Juli im Gemeinderat auf den Weg gebracht“, erläutert OB Hermann-Josef Pelgrim. Die 20 teilnehmenden Büros erarbeiten im Herbst Lösungen. Im Dezember tagt ein Preisgericht. 2019 und 2020 soll umgesetzt werden.

Teil der Fläche soll an Bürger zurückgegeben werden

Stadtplaner Christian Mathieu stellt die Ergebnisse des Arbeitskreises vor. Haalplatz 1 – Nutzungen und Funktionen: Es geht um Themen wie Gastronomie und Feste. Beispiel: Gastronomische Nutzungen am und auf dem Platz sollen gestärkt, eine Fläche soll für Krämermarkt, Kuchen- und Brunnenfest geschaffen werden. Haalplatz 2 – Verkehr und Erschließung. Beispiel: Fuß- und Radwegeverbindung auf und über Haalplatz ausbauen, stärken, Attraktivität steigern. Haal-
platz 3 – Gestaltung des öffentlichen Raums, Zugang Wasser, Umgang mit Haalmauer/Bäume. Beispiel: Es soll untersucht werden, inwiefern das Thema Wasser/Sole auf dem Platz thematisiert werden kann. Für den Unterwöhrd wird beispielsweise eine landschaftliche und naturnahe Gestaltung gewünscht – im Gegensatz zum „städtischen“ Haalplatz.

Für OB Pelgrim ist die Neugestaltung des Haalplatzes „eines der wichtigsten Entwicklungsthemen“ der Stadt. Die Diskussion läuft seit Jahrzehnten, es gab Wettbewerbe, aber umgesetzt wurde bislang nichts und der zentrale Platz hat die wesentliche Funktion Parken. „Nur eine Funktion, das passt nicht mehr, deshalb haben wir einen Freiraumprozess angestoßen. Es geht nicht um Bebauung“, macht Pelgrim bei seiner Einführung ins öffentliche Forum deutlich. Ein Teil der Fläche soll den Bürgern für vielfältige Nutzung zurückgegeben werden. cus

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