Infrastruktur „Baulücken und Leerstände aktivieren“

Der Rosengartener Ortsteil Uttenhofen beherbergt mit dem Rathaus und dem Kultur- und Bürgersaal die Verwaltung und gibt dem kulturellen Leben Raum. Aber auch dort gibt es Leerstände.
Der Rosengartener Ortsteil Uttenhofen beherbergt mit dem Rathaus und dem Kultur- und Bürgersaal die Verwaltung und gibt dem kulturellen Leben Raum. Aber auch dort gibt es Leerstände. © Foto: Ufuk Arslan
Rosengarten / Beatrice Schnelle 01.12.2018

In rund hundert Wohnungen auf dem Gebiet der Gemeinde Rosengarten steht in den nächsten Jahren ein Generationenwechsel an. Dies ergab eine Leerstands-Potenzialanalyse, mit der die Gemeindeverwaltung das Stuttgarter Büro für Stadtentwicklung Reschl beauftragt hatte. Das Resultat: Mit einem Faktor von 8,2 Prozent liegt Rosengarten unter dem Landesdurchschnitt von 10 bis 11 Prozent leer stehender Häuser.

Die Erhebungen, in welchen Wohneinheiten die jüngsten Bewohner mindestens das 75. oder 80. Lebensjahr erreicht haben, wurden auf Grund des sensiblen Themas anonymisiert vorgenommen. Den höchsten Anteil, nämlich 9,8 Prozent, an Senioren und Hochbetagten, gemessen an der örtlichen Gesamteinwohnerzahl, gibt es in Sanzenbach. In Tullau sind gut sechs Prozent der Einwohner über 80 Jahre alt.

Die absoluten Zahlen bleiben in beiden Ortsteilen allerdings im einstelligen oder unteren zweistelligen Bereich. Insgesamt sind von den 4266 Einwohnern Rosengartens 206 über 75 und 110 über 80 Jahre alt. Um den Landschaftsverbrauch zu minimieren, müssten in Zukunft verstärkt Baulücken und Leerstände aktiviert werden, sagte Bürgermeister Jürgen König bei der Präsentation der Zahlen im Gemeinderat.

Bereits vorhandene Leerstände und Brachflächen würden aktuell zusätzlich ermittelt. Eventuell könnte so auf die Neuausweisung von Wohnbauflächen verzichtet und ein flankierendes Förderprogramm aufgestellt werden. Nach den Bürgermeisterwahlen im kommenden Frühjahr werden sich die Räte bei einer Klausurtagung mit diesen Überlegungen auseinandersetzen.

Die Analyse sei nur ein Mosaikstein im großen Thema Innenentwicklung, das in Zukunft angegangen werden solle, erklärte dazu Stadtplaner Philipp König. In diesem Zusammenhang thematisierte der Fachmann auch die Zukunft des alten Ladenzentrums in Westheim, das derzeit von einer Kinderbibliothek und dem Jugendhaus genutzt wird.

Sanierung und Aufstockung, Sanierung und Umnutzung, Abbruch und Neubau oder der Verkauf an einen Investor sind die angedachten Optionen. „Wir planen dort nicht Räume für die Schule ein und schauen dann mal, wie wir die füllen“, betont Philipp König. Bevor man sagen könne, welche Nutzung sinnvoll und finanzierbar sei, müsse zunächst einmal der realistische Bedarf abgefragt werden, der für die Zukunft bestünde.Für den Ausbau der Kitas spiele das Thema Bevölkerungsentwicklung ebenso eine wichtige Rolle. Die Vorausberechnung aus dem Jahr 2012 soll das Büro im Auftrag der Gemeinde nun auf den aktuellen Stand bringen.

„Wir sind bei der Weiterentwicklung der Grundschule Rosengarten in der glücklichen Lage, nicht unter Druck zu stehen, da die Statistik stabile Kinderzahlen aufweist und es auf absehbare Zeit bei der Zweizügigkeit bleibt“, erklärte Jürgen König. Seit 2012 habe es in der Gemeinde durchschnittlich 45 Geburten pro Jahr gegeben.

Pläne Thema eines Workshops

Die Weiterentwicklung des Schulkonzepts zum „Campus Rosengarten“ bedeute vor allem eine Qualitätsoffensive, sagte Bürgermeister König. Die Einbeziehung der Tennisplätze in Nachbarschaft des Schulhauses biete dabei ebenfalls eine Perspektive. Im nächsten Schritt werden Gemeinderäte, Vertreter der Schule und Stadtentwickler in einem gemeinsamen Workshop über die Vor- und Nachteile der verschiedenen Planansätze beraten.

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