Frankenhardt Fest für Appensee

Frankenhardt / Christine Hofmann 27.06.2018
Zum Ende der großen Wasser- und Abwasser-Maßnahme in Frankenhardt-Appensee gestaltet die Dorfgemeinschaft einen Platz.

Mit einem großen Fest hat das kleine Dorf Appensee in der Gemeinde Frankenhardt am Freitag den Abschluss der Wasser- und Abwassermaßnahme gefeiert. „Die Fertigstellung dieser großen Maßnahme hätten wir schon im letzten Jahr feiern können“, sagte Bürgermeister Jörg Schmidt. „Dazu waren der Dorfplatz und das Dorfgemeinschaftshaus aber noch nicht schön genug.“

Inzwischen ist das erfolgt: In Eigenleistung, unterstützt durch Fördermittel aus dem Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum (ELR) und durch die Gemeinde Frankenhardt, haben die 45 Bewohner des Dorfes selbst Hand angelegt und einen Platz gestaltet, an dem sich die Menschen treffen und zusammen feiern können.

Spielen und Feiern

Auf dem Platz, den Roland Hoffmann der Gemeinde langfristig zur Verfügung gestellt hat, haben sie ein Dorfgemeinschaftshaus errichtet, Sitzbänke aufgestellt, einen Brunnen angelegt. „Der Platz lädt zum Verweilen und Plaudern, zum Spielen und Feiern ein“, lobte Schmidt, „er ist ein Treffpunkt für die Dorfgemeinschaft.“

Einen Beitrag zur Heimatgeschichte findet man hier auch. Der ehemalige Gemeinderat Friedrich Breyer hatte die Idee, einen Wegweiser mit den alten Häusernamen – und den Namen der jetzigen Bewohner – aufzustellen. Außerdem gibt es einen Textauszug aus der Chronik, der über die Entstehung des Ortes informiert. „In Appensee haben wir die Besonderheit, dass noch alle Häuser erhalten sind. Damit die Hofnamen nicht in Vergessenheit geraten, haben wir die Beschilderung anfertigen lassen“, erklärt Breyer und zeigt auf die Hinweistafel, die zu seinem Haus weist. „Hällscha“ ist sein Hofname.

Ein Dreivierteljahr hat die Dorfgemeinschaft an dem neuen Platz gearbeitet – ehrenamtlich versteht sich. Jedes Detail ist durchdacht. Der Brunnen, der aus Natursteinen der Heldenmühle gebaut wurde und einen kleinen Springbrunnen und einen Wasserlauf hat, stellt die Beziehung zum Ortsnamen her. „Appensee hat einen Bezug zum Wasser, natürlich wollten wir einen Brunnen bauen“, sagt Breyer.

Wer so viel geschafft hat, kann auch kräftig feiern. Und das taten die Appenseer – und mit ihnen Vertreter der Gemeindeverwaltung und des Gemeinderats sowie der Firmen, die an der großen Baumaßnahme beteiligt waren. Und nicht zu vergessen die Bläser der Musikkapelle Stimpfach, die aus jahrzehntelanger Tradition am ersten Mai in Appensee musiziert.

Der Startschuss für das Infrastrukturprojekt, neben Appensee wurde auch Steinbach/Jagst an die Kläranlage in Honhardt angeschlossen, fiel bereits in der Amtszeit von Altbürgermeister Willi Karle.  „Sie haben die Planung angestoßen und den Förderantrag gestellt“, erinnerte Bürgermeister Schmidt und berichtete, dass Ministerialdirektor Helmfried Meinel im Mai 2013 den Förderbescheid über 1,5 Millionen Euro persönlich nach Frankenhardt gebracht hatte. Schmidt: „Ohne diese Landesförderung wäre es für unsere ländliche Flächengemeinde nicht möglich gewesen, eine so effiziente und umweltschonende Abwasserbeseitigung zu finanzieren.“

Mit der nun abgeschlossenen Maßnahme habe die Gemeinde Frankenhardt einen Anschlussgrad von 95 Prozent erreicht. „Die restlichen fünf Prozent, die Erneuerung der Kanalisation in den Hauptorten und die Modernisierung der Kläranlagen erfordern noch erhebliche Investitionen in den nächsten Jahren“, so Schmidt. „Aber: Mit Appensee sind wir abwassertechnisch fertig.“

Viele Leitungen verlegt

Neben neuen Wasserleitungen und Abwasserkanälen sind weitere Leitungen verlegt worden. So wurden Stromleitungen, Straßenbeleuchtungskabel, Telefonleitungen, Leerrohre für die Glasfasererschließung und Gasleitungen vergraben. Appensee verfügt nun über moderne Breitbandleitungen bis in jedes Haus. Die ENBW ODR wird die Ortschaft, durch einen Lückenschluss von Randenweiler her, mit schnellem Internet versorgen.

Zuletzt hat die Zufahrt zur Bundesstraße einen neuen Belag bekommen und viele Anwohner haben ihre Hofflächen modernisiert. Jörg Schmidt ist mit dem Gesamtergebnis zufrieden: „Es hat sich gelohnt: Appensee hat sich gemacht!“

850

tausend Euro kostet die gesamte Baumaßnahme. 500.000 Euro bezuschusst das Land, 50.000 Euro zahlen die Grundstückseigentümer. Die Gemeinde trägt 300.000 Euro.

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