Verein „Alle waren sofort dabei“

Sie haben den Bau der Kalthalle möglich gemacht: Vereinsvorstände, Bauausschussmitglieder und tatkräftige Helfer.
Sie haben den Bau der Kalthalle möglich gemacht: Vereinsvorstände, Bauausschussmitglieder und tatkräftige Helfer. © Foto: Christine Hofmann
Frankenhardt / Christine Hofmann 12.07.2018
Nach sieben Jahren Bauzeit und 10.000 Stunden ehrenamtlicher Arbeit wird die Fußball-Kalthalle in Gründelhardt nun offiziell eingeweiht.

Die Idee, eine Kalthalle zu bauen, ist vor neun Jahren geboren: Das Kleinspielfeld neben dem Sportplatz in Gründelhardt war sanierungsbedürftig und sollte einen Kunstrasenbelag bekommen. „Ich erinnere mich noch, dass ich in einer Fußballzeitschrift einen Bericht über eine Kalthalle in Marbach am Neckar gelesen habe“, erzählt Hermann Conrad, stellvertretender Vorsitzender des Fördervereins des SV Gründelhardt-Oberspeltach. Der Bericht hat ihn inspiriert.

Eine Delegation von Vereinsvertretern rund um Conrad, der damals noch Vorsitzender des Sportvereins war, hat sich die Halle in Marbach angeschaut. „Wir waren begeistert. Aber die Halle hat eine Million Euro gekostet. Da waren wir frustriert.“Mit spitzem Bleistift wurde gerechnet: Ein Hallenpreis von 415 000 Euro kam schließlich heraus – abzüglich eines Zuschusses des Württembergischen Landessportbunds, der sich mit 90 000 Euro beteiligte, der Gemeinde Frankenhardt, die den Kunstrasen sowie 30 000 Euro übernahm, sowie mit Eigenmitteln des Vereins und vor allem: mit jeder Menge Eigenleistung. Zusätzlich wurde für 205 000 Euro eine Fotovoltaik­anlage aufs Dach geplant, die bei der Refinanzierung helfen soll. Zur Finanzierung gab es außerdem eine Bausteine-Aktion, bei der Mitglieder, Freunde und Gönner des Vereins den Bau durch Spenden unterstützten.

„Es war kein Problem, die Halle in der Vorstandschaft durchzubringen. Fast eine halbe Million Baukosten – und trotzdem waren sofort alle dabei“, sagt Conrad. „Dabei war zuvor um manche 50-Euro-Entscheidung heftig gestritten worden.“ Im März 2011 war Baubeginn.

Dass die Rechnung am Ende tatsächlich aufgeht – einen Schuldenberg im hohen fünfstelligen Bereich muss der Verein in den nächsten Jahren noch abtragen – ist vor allem dem ehrenamtlichen Engagement zu verdanken. „Bis zum Richtfest im Dezember 2011 waren etwa 100 Helfer im Einsatz. Sie leisteten 4000 ehrenamtliche Stunden“, rechnet Conrad vor. Bis 2016 summierten sich die Helferstunden auf 8500 und in den letzten anderthalb Jahren kamen weitere hinzu. Conrad: „Vom Anfang bis zum Ende sind 10 000 Stunden freiwillig und unentgeltlich geleistet worden. Das entspricht einem Wert von 110 000 Euro.“

Herausragendes geleistet

Ohne die Leistung anderer Helfer schmälern zu wollen – die der Sportsenioren etwa, die immer zur Stelle waren – nennt der zweite Fördervereinsvorsitzende zwei Helfer namentlich, die „Herausragendes geleistet haben“: Friedrich Bäuerlein (955 Stunden) und Hermann Köhnlein (1655 Stunden).

Die Arbeiten waren vielfältig: Von den ersten Baumfällaktionen, um Platz für die Halle zu schaffen, über Beton-und Maurerarbeiten bis hin zur Mithilfe bei den Zimmermannsarbeiten gab es immer etwas zu tun. „Es ist gut, fähige Handwerker im Verein zu haben. Ohne die geht nichts.“

Die Kalthalle mit dem 20 auf 40 Meter großen Spielfeld ist seit September 2013 in Betrieb. Seither werden die Umkleidekabinen, Sanitärräume und Vereinsräume ausgebaut. Dass die Arbeiten hier langsamer vorangingen, liegt auch daran, dass in der Zwischenzeit der Sportplatz saniert und im Zuge der Erneuerung der Gründelhardter Ortsdurchfahrt die Außenanlagen neu gestaltet wurden. Auch wenn hier jeweils die Gemeinde am Zug war, war doch die tatkräftige Unterstützung der Vereinsmitglieder gefragt. „Die Euphorie unter den Helfern war zu Beginn groß. Allerdings, hat die Bereitschaft zu helfen, im Laufe der Jahre abgenommen“, sagt Conrad.

Nun, beim Endspurt, wurden noch einmal viele Kräfte mobilisiert: In der vergangenen Woche gab es eine große Streich-, Aufräum­-­ und Putzaktion, damit die Halle zum offiziellen Einweihungs- und Helferfest am Samstag gerüstet ist. Hermann Conrad freut sich, dass das Mammutprojekt, das im Altkreis Crailsheim seinesgleichen sucht, nun zum Abschluss kommt. „Wir können stolz sein auf das, was wir geschaffen haben – alle gemeinsam.“

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