Haalplatzumgestaltung Baubürgermeister Klink: „2019 rollt kein Bagger an“

Schwäbisch Hall / Tobias Würth 11.01.2019
Erster Bürgermeister Peter Klink geht auf Kritik am Entwurf für die Umgestaltung der zentralen Fläche in Hall ein. Er lädt Bürger ein, Wünsche zu äußern.

Anfang Dezember endete der Architektenwettbewerb. Er war in zwei Aufgabenstellungen geteilt: Umgestaltung sowohl des Haalplatzes als auch des Unterwöhrds. Das Büro für Landschaftsarchitektur von Franz Reschke aus Berlin siegte in beiden Kategorien. Mehrere Wochen lang hingen alle Entwürfe im Neubau und der Hospitalkirche aus. Bei einer Veranstaltung des Bürgerforums zeigten sich einzelne Stadtführer und Teilnehmer des Bürgerforums irritiert: Was ist aus der Idee geworden, die Geschichte des Salzes sichtbar zu machen, und wie kann man sich als Bürger jetzt noch einbringen?

Die Schritte zum neuen Haalplatz

Mit dem Architektenwettbewerb ende die Planungsphase mitnichten, klärt Erster Bürgermeister Peter Klink auf. Es sei noch nicht einmal klar, ob der Siegerentwurf überhaupt zum Zug kommt. „Die Preisträger müssen nun innerhalb von 30 Tagen ein Angebot abgeben“, klärt Klink auf. Aus Vorentwürfen entstehen dann Entwürfe. Danach erfolgen Verhandlungen darüber, ob eines der Büros den Auftrag erhält, die Ausführungsplanung zu machen.

Die komplizierte europäische Vergabeverordnung (VgV) müsse beachtet werden. „Der so genannte Schwellenwert für die Vergabe von Planungsleistungen liegt seit dem 1. Januar 2018 bei 221 000 Euro netto“, klärt Klink auf. Mit diesem Geld wird wohlgemerkt allein die Planung, nicht aber die Ausführung bezahlt.

Die Auswahl der Vorschläge

Das Gesetz sieht eine Gewichtung vor. Wer den Wettbewerb gewonnen hat, erhält schon mal 50 Prozent der Bewertungspunkte. Aber auch die Weiterentwicklung des Entwurfs und die Leistungsfähigkeit des Büros fließen in die Bewertung ein. „Das ist auch Neuland für uns“, berichtet Klink. Vergabeverfahren sind zwar in der Welt des Bauens ein alter Hut. Die neuen Anforderungen an europäische Vorgaben stellen aber eine Herausforderung dar, wie man aus Architekturforen im Internet zu diesem Thema entnehmen kann.

Der Zeitplan bis zur Umgestaltung

Auf exakte Termine lässt sich Baubürgermeister Peter Klink auch nach mehrmaligem Nachhaken nicht festlegen. Der Grund: Er kennt sie selbst nicht. „Wir müssen erst mal einen Planer festlegen, dann die Termine abstimmen. Alles andere ist Spekulation.“ Der Gemeinderat könnte im späten Frühjahr einem Entwurf zustimmen, dann erfolgt die Ausführungsplanung im Herbst. Es schließt sich das Vergabeverfahren an, bei dem sich Baufirmen für die Arbeiten bewerben können. „2019 rollt kein Bagger an“, lässt sich Baubürgermeister Klink entlocken. Allerdings sind die Förderzuschüsse an Fristen gebunden. Diesen Punkt will Klink aber aktuell genau abklären.

Der Bauablauf

Ist der zentrale Platz in Hall über Monate, wenn nicht Jahre, blockiert, und sind dann die engen Zufahrtsstraßen mit Baufahrzeugen verstopft? „Den Bauablauf müssen wir genau planerisch vorbereiten“, erläutert Klink. „Ich kann mir vorstellen, dass es auf dem Unterwöhrd früher losgeht.“ Derzeit wird der Theater-Vorplatz provisorisch befestigt. „Bis zur Globe-Eröffnung soll das Umfeld möglichst gut begehbar sein“, sagt er. Allerdings würde das als provisorische Lösung gelten. „Diesen Zwischenzustand müssen wir schnell beenden.“ Daher könnten dort die Entwürfe als Erstes umgesetzt werden. „Das Wettbewerbsgebiet reicht auf dem Unterwöhrd bis fast an den Spielplatz heran“, erläutert Klink.

Das Rolle des Salzes auf dem Haalplatt

Vor allem aus den Reihen der Stadtführer kam bei der Infoveranstaltung des Bürgerforums kurz vor Weihnachten die Klage: Das Salz wird wieder mal nicht auf dem Haalplatz dargestellt. Einer der Stadtführer geht mit seinen Gruppen gar nicht zur Haalquelle, weil dort „sowieso nichts zu sehen“ sei. Peter Klink präzisiert: „In der Auslobung war die Aufgabe enthalten, sich mit der Historie und der Salzgewinnung auseinanderzusetzen.“ Im Siegerentwurf sowie in einer Vielzahl der anderen Beiträge wurde lediglich das hervorgehoben, was schon da ist. „Planer, die aus der Ferne auf Hall blicken, wollen die Elemente, die schon da sind, betonen“, erläutert Klink. So werden Haalbrunnen und Haalmauer herausgestellt. Klink sagt: „Die Haalmauer ist ein wesentliches Element, aber wir haben sie bisher mit Stoßstangen beparkt.“

Die Detailplanung

Peter Klink kann Bürger verstehen, die sich beim Thema Salz mehr erwartet hätten. Das Juryprotokoll vermerkt beim ersten Preis: „Es wird kritisch diskutiert, ob diese Inszenierung ausreicht, um die reiche Geschichte des Platzes aufzugreifen, oder ob es nicht weiterer Elemente bedarf, um die Geschichte erlebbar zu machen.“ Eine Miniatur der Salzgewinnung, in Anlehnung an die Stadtmodelle am Grasmarkt und am Adelshof, könnte sich der Baubürgermeister vorstellen. Doch solche und andere Impulse erwartet Klink von Bürgern, die am 17. Januar das Wort haben. Bisher seien nur wenige Anregungen eingegangen. Klink: „Da hätten wir uns mehr aus der Bürgerschaft erwartet.“

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Danach haben die Bürger das Wort.

Die Veranstaltung ist am Donnerstag, 17. Januar, 19.30 Uhr im Haus der Bildung, Salinenstraße 6-10, im Musiksaal
S 3.04. Der Eintritt ist frei, teilt die Volkshochschule mit.

Die Wettbewerbs­beiträge findet man auf der Startseite der Stadt im Internet unter „Aktuelle Meldungen“: www.schwaebischhall.de

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