Punkt 11 Uhr geht es am Samstagvormittag los: Die Fahrer rennen zu ihren Maschinen, treten sie an und heizen über den etwa 1000 Meter langen Parcours. Dass es laut wird, wenn die Zweitakter mit Vollgas über die geraden Abschnitte düsen und aus den Kehren heraus beschleunigen, versteht sich von selbst. Das gehört bei einem Mofa- und Mopedrennen dazu. Die Teilnehmer und deren Helfer stört es kein bisschen. Für sie ist es wie Musik, wenn die Motoren aufheulen. Schlimmer ist es, wenn sie verstummen. Denn dann heißt es die Maschine reparieren, wenn es denn möglich ist.

Motorsport Mopedrennen in Wolpertshausen

Ganze Familie im Einsatz

Das Mopedrennen steht und fällt mit Falk Birkigt, der es seit Jahren organisiert. Seine Frau Daniela sowie die fünf Kinder Sophia, Elena, Luisa, Leon und Tim helfen an verschiedenen Positionen alle mit. „Heute sind nur 13 Teams am Start“, bedauert der motorsportbegeisterte Mann. In den vergangenen Jahren waren es 17 bis 18 Teams. „Es sind Sommerferien“, fügt er hinzu. Gern hätte er das Rennen im September gestartet, doch dann soll der Stoppelacker schon neu bestellt sein. Birkigt ist froh, dass Familie Ebert vom Landturm das abgeerntete Feld wieder einmal zur Verfügung stellt, denn es sei gar nicht so leicht, geeignete Flächen zu finden. Er selbst fährt natürlich auch mit. Auf der Maschine mit der Startnummer 9, einer Simson mit 80 Kubikzentimetern Hubraum.

Bereits ab 9 Uhr drehen die Teams beim Training die ersten Runden. Auf Schlammlöcher und Sprunghügel ist heuer aus Sicherheitsgründen verzichtet worden. Dennoch hat es die Piste mit Vollgasabschnitten und vielen Schikanen in sich. Ständig muss geschaltet werden, runter in den ersten und rauf in den höchsten Gang. Nur dann läuft der Motor in hohen Drehzahlen und die Geschwindigkeit stimmt. Dass es an der Highspeed-Stelle schnell ist, zeigt die mobile Anzeige, die sich Birkigt von seinem Arbeitgeber, der Gemeinde Wolpertshausen, ausgeliehen hat. 70 km/h ist da als Top-Speed abzulesen. Mopedsport ist diesmal fast reine Männersache. Einzige Frau im Feld ist Karin Heinroth in einem Mofa-­Team.

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Wolpertshausen

Die Yamaha DT 80 ist die bevorzugte Cross-Maschine. Fünf Teams vertrauen auf ihre Zuverlässigkeit. So eine aus dem Baujahr 1986 fährt auch Markus Ebert, dessen Familie das Feld gehört. Auf seine Siegesaussichten angesprochen, gibt er sich zurückhaltend: „Ankommen zählt“, meint er. Zusammen mit Bruder Stefan, Michael Schwaderer und Thomas Breuninger stellt er ein Team. Alle 20 bis 30 Minuten wechseln sich die Fahrer ab. Die erschöpften Piloten können sich auf dem mitgebrachten Sofa ausruhen.

Die GTR Gartenracer und das Landturm-Racing-Team haben ein Heimspiel. Die GTR-Fahrer haben bei Familie Uwe Schickner gar ein ein Hektar großes Trainingsgelände. Sohn Finn ist noch zu jung, um an den Start zu gehen. Doch er hat schon eine 125 Kubikzentimeter starke Explorer, mit der er zu Hause rumdüst. Die habe der Jung-Ziegenzüchter gegen zwei westafrikanische Zwerg­ziegen und einen Kasten Bier eingetauscht, erklärt sein Vater.

Aus Ansbach ist Familie Kreißelmeier angereist. Vater Reinhold, Mutter Silke und Tochter Jana (13) drücken der Verwandtschaft, Hannes und Lars Schickner, die Daumen.

Im Fahrerlager herrscht während des Rennens hohe Konzentration. Die Fahrerwechsel, das schnelle Nachtanken oder kleine Reparaturen müssen schnell erledigt werden, um möglichst wenig Zeit zu verlieren. Nur eine Maschine gibt den Geist auf.

Gegenüber einer Schikane, an der langsam gefahren werden muss, zählen Karin Heinroth, Lea Kupfer, Merle Rummler und Luisa Birkigt die Runden. Für jede Vorbeifahrt wird eine Unterlegscheibe auf einen Drahtstab gelegt. Da das anstrengend ist, lösen sie sich mit anderen Rennrundenzählern ab. Wer die meisten Unterlegscheiben hat, siegt.

Unterhaltsamer Nachmittag

Am Ende ist die Entscheidung hauchdünn. Eine einzige Runde haben Lisa Performance mehr ­zurückgelegt als die Gartenracer. Und das bei sechs Stunden Renndauer und weit mehr als 200 ­Streckenkilometern. Falk Birkigt kommt mit Cedric Reinhardt bei den 80ern auf den letzten Platz. „Zu zweit ist es nicht so einfach“, meint der Organisator. Am Ende stehen alle glücklich und zu­frieden bei der Siegerehrung beisammen. Klar, dass die große Rennfamilie danach noch ausgiebig feiert. Gut 200 Besucher erleben einen unterhaltsamen Nachmittag.

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Die Sieger in den Klassen 80 Kubik, 50 Kubik und bei den Mofas


80 Kubik, die ersten fünf Teams sind alle auf Yamahas DT 80 unterwegs. 1. Lisa Performance, 213 Runden, Jochen, Simon und Achim Kreß; 2. GTR Gartenracer, 212 Runden, Hannes und Lars Schickner, Joel Heinritz und Florian Berger; 3. LRT Landturm-Racing-Team, 207 Runden, Stefan und Markus Ebert, Thomas Breu­ninger, Michael Schwaderer; 4. Latzbuxx, 198 Runden, Lorenz Kreß, Ole und Kai Mayer; 5. MTS Racing, 194 Runden, Paul, Axel und Nils Kreß; 6. Muskelkater, Simson, 192 Runden, Cedric Reinhardt und Falk Birkigt

50 Kubik 1. Torro Rosso Racing, Moto Hispania, 198 Runden, Tobias Rüdenauer, Tobias Astor, Markus Stang, Enrico Damm, Lars Hanke; 2. Drive-4-Fun, Hercules, 191 Runden, Timo Straßer, Michael Weller, Pascal Jahnke; 3. Seefahrer, Hercules, 164 Runden, Uwe Straßer, Marco Schwientek, Friedrich Schwarzkopf, Lukas Hünninger; 4. The Ones, Simson, 159 Runden, Johannes Bögelein, Andreas Drexler; 5. Hart am Gas, Simson, 141 Runden, Kent und Tim Rieß, Johannes Olp, Jens Blazic

Mofa 1. Zündapp-Freunde Hirschfelden 2.0, Zündapp, 126 Runden, Andreas Bölz, Marcel und Günter Motzer, Tim und Arndt Wachsmuth; 2. Oh mei Erich, Kreidler, 48 Runden, Julian Reichert, Karin Heinroth. kor