Rainer Feuchter trägt ein weißes Polohemd mit der Aufschrift Optima. Am Kleiderständer im Büro des Geschäftsführers hängen Fahrradhelm und -trikot. Schon auf den ersten Blick wird deutlich: Das Unternehmen PS Mako, spezialisiert auf die Entwicklung von Maschinen, die Brot schneiden und verpacken, wird unter dem Dach des großen Haller Maschinenbauers Optima weitergeführt. Und die Tour wird sportlich.

Einer der Marktführer

PS Mako war einer der drei Marktführer in seinem Segment. Ende des zurückliegenden Jahres rutschte das Unternehmen in die Zahlungsunfähigkeit. Geschäftsführer und Hauptgesellschafter Albrecht Fritzsche aus Gaildorf erklärte damals gegenüber der Redaktion, dass Kunden ihre Aufträge nicht bezahlt hätten.

Nicht um die halbe Welt fliegen

Dass Optima den Brotverpackungsmaschinenbauer übernehmen würde, war nicht sofort klar, doch es lag nahe. Optima hat das Know-how und die Infrastruktur. „Ein Maschinenbauer analysiert den Markt anders als jemand, der nichts mit Maschinenbau zu tun hat“, sagt Rainer Feuchter. Optima bietet die Verkaufs- und Servicestruktur in vielen Ländern ohnehin schon an. „Es ist ein großer Vorteil, dass wir den Service aus dem jeweiligen Land zur Verfügung stellen können“, erklärt Rainer Feuchter. Es müsse dann nicht immer ein Mitarbeiter aus Hall um die halbe Welt fliegen, wenn irgendwo eine Maschine in Betrieb genommen oder gewartet werden muss. „Wenn wir eine Maschine für 25 000 Euro verkaufen, ein Servicetechniker für die Inbetriebnahme aber drei Tage im Ausland zu tun hat, dann lohnt sich das fast nicht“, so Feuchter.

Saubere Abläufe

Ein Symbol für den Neustart als Rianta packaging systems GmbH soll der Umzug vom Standort in Gschlachtenbretzingen nach Hessental sein. „Das Gebäude hier ist nicht optimal für die Art, wie wir produzieren wollen“, sagt Rainer Feuchter, „wir wollen einen Neuanfang, der saubere Abläufe ermöglicht.“ Deshalb zieht der Betrieb um ins Hessentaler Breitloh, dort wo früher das Unternehmen Kugler seinen Sitz hatte. Das Gebäude gehört inzwischen der städtischen GWG.

Dieser Umzug ist für Rainer Feuchter eine Rückkehr zu seinen beruflichen Anfängen. Bei Kugler hat der inzwischen 61-Jährige einst Industriemechaniker gelernt. Später gründete er das Unternehmen SF Vision, das dann zur Optima-Division Consumer wurde.

2017 wollte Rainer Feuchter nach einer ganzen Reihe persönlicher Schicksalsschläge nach und nach in den Ruhestand gehen. Dann bat ihn sein Freund Hans Bühler, Chef und Eigner der Optima-Gruppe, das Management bei der gescheiterten PS Mako zu übernehmen.

Viel Geld verloren

Mit der Verlagerung soll die „Aufbruchsstimmung, auch in den Köpfen“ unterstützt werden. Mit der aktuellen Auftragslage ist Rainer Feuchter sehr zufrieden. Mit Kunden und Zulieferern der PS Mako seien überwiegend gute und einvernehmliche Lösungen gefunden worden. Das sei nicht selbstverständlich, denn Kunden und Zulieferer hätten bei der Insolvenz viel Geld verloren. Sicher sei, dass alle 18 Mitarbeiter an Bord bleiben.

Erfahrung und Kontakte

Wann verdient Rianta Geld? Dieser Frage weicht Rainer Feuchter aus. Lieber spricht er über seinen unternehmerischen Ansatz. „Mein Erfolg waren meine Leute. Ich kann nur meine Erfahrung und Kontakte einbringen sowie eine Plattform schaffen, dass meine Leute erfolgreich arbeiten können“, sagt der Mann, der in manchen Jahren 12 000 Kilometer mit seinem E-Bike unterwegs ist.

Sobald Rianta auf eigenen Füßen steht, steigt Rainer Feuchter aus. Der gebürtige Gottwollshausener, der dort auch noch wohnt, rechnet damit, dass dies in zwei bis fünf Jahren sein wird.

Das könnte dich auch interessieren:

Schwäbisch Hall