Kreisräte stehen auf der Kuppe der Deponie in Schwäbisch Hall-Hessental, genießen das hochsommerliche Wetter und die Aussicht. Unter ihren Füßen liegen Hausmüll, Sperrmüll und Gewerbeabfall – eine Altlast, die zwischen 1976 und 2005 entstand, als die Mülldeponie in Betrieb war. „Auf einer Fläche von neun Fußballfeldern wurden 1,7 Millionen Kubikmeter Müll verfüllt“, informiert Diplom-Ingenieur Eckhard Haubrich vor Ort.

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Diese Ablagerung unbehandelter, organischer und biologisch abbaubarer Siedlungsabfälle ist seit 2005 verboten. Die Deponie wurde geschlossen und abgedeckt. Im April 2015 begannen die Arbeiten, um die Oberfläche vollends einige Meter hoch mit mehreren Schichten abzudichten – unter anderem wurden Kunststoffdichtungsbahnen, Entwässerungs- und Rekultivierungsschichten eingebaut. Die Gesamtkosten betragen rund 9,71 Millionen Euro. Die Abdichtung soll die Umwelt gegen Sickerwasser und Gas schützen. „Die Mülldeponie blutet vollends aus“, erklärt Haubrich zum Thema Wasser. Die Mengen seien stark zurückgegangen. Im Randbereich der Deponie wurde eine neue 940 Meter lange Sammelleitung angelegt, die noch seitlich anfallendes Sickerwasser sammelt und der bestehenden Reinigungsanlage zuführt. Rund sieben Kilometer lange Gasleitungen wurden neu in die Rekultivierungsschicht verlegt, erläutert Haubrich weiter. Das Gas werde abgefackelt und nicht energetisch beziehungsweise wirtschaftlich genutzt, weil die Qualität zu schlecht sei.

Ein Problem seien Rutschungen durch Wassereintritt, wodurch sich Schollen bilden und abreißen können. Im Januar 2018 kam es zu zwei solchen Rutschungen in der Böschung der Oberflächenabdichtung. Haubrich zeigt beim Vor-Ort-Termin auf einen braunen Riss im grünen Hang, der saniert werde. „Wie kann so etwas verhindert werden?“, fragt Kreisrat Gottfried Gronbach (Grüne). Im Einbau würde weitere Verdichtung eingebracht, nach unten im Hang sei bereits stärker verdichtet.

Schwäbisch Hall

„Was wird aus der Altlast? Gibt es eine langfristige Perspektive für die Deponie?“, fragt Kreisrat Friedrich Zahn (ÖDP). Einen Wert daraus zu gewinnen sei unrealistisch, aber eventuell ließe sich durch einen Rückbau wieder Fläche gewinnen, so Haubrich. „Die stillgelegte Abfallanlage muss noch jahrzehntelang ständig von der Abfallwirtschaft des Landkreises überwacht werden“, macht Kreiskämmerer Werner Schmidt deutlich. Es gebe noch eine Rücklage von fünf Millionen Euro für laufende Betriebskosten zur Entgasung und zur Beseitigung von Sickerwasser sowie für Kontrolle und Instandhaltung. Die Ergebnisse der Kontrolle werden ans Regierungspräsidium gemeldet, denn die Rechtsaufsicht überwacht wiederum die Abfallwirtschaft des Landkreises Schwäbisch Hall.

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Die Deponiefläche wird wieder aufgeforstet. Die Bepflanzung erfolgte im Mai. Wenn der Zaun noch erneuert ist, dann sollen alle Bauarbeiten zur Oberflächenabdichtung und Entgasung abgeschlossen sein. Die Ausschussmitglieder schauten sich außerdem noch den Platz an, wo eine Fotovoltaikanlage installiert wird, um Strom zu gewinnen und ins Netz einzuspeisen. Die Arbeiten sollen in den nächsten Wochen ausgeschrieben werden.

Beim Entsorgungszentrum Hasenbühl gibt es einen neuen Häckselplatz. Auf einer Fläche von 1200 Quadratmetern wurde in drei Monaten der Sammelplatz für Baum- und Strauchschnitt gebaut. „Zudem stehen noch 700 Quadratmeter für eine mögliche Erweiterung zur Verfügung“, erläutert Eckhard Haubrich beim Vor-Ort-Termin des Umwelt- und Technikausschusses. Der Diplom-Ingenieur nennt Baukosten von 325 000 Euro. Nun habe immer ein Wertstoffhof geöffnet, entweder Hasenbühl oder West, so Kreiskämmerer Werner Schmidt. Zudem informiert die Kreisverwaltung, dass verholzter Baum- und Strauchschnitt kostenfrei angeliefert werden kann. Garten- und Grünabfälle sind bis 500 Kilo kostenfrei, darüber hi­naus kostet das 7,50 Euro pro 100 Kilo. Grünabfälle müssen getrennt behandelt und über die bereitstehenden Grüngutcontainer entsorgt werden. cus