Das Jugendamt des Landkreises Schwäbisch Hall in Crailsheim will sich nach eigenen Angaben aus Gründen des Daten- und Persönlichkeitsschutzes nicht zu dem Fall äußern, in dem ein 17-Jähriger und seine ebenfalls minderjährige Schwester im Haller Stadtteil Kreuzäcker ihre Nachbarn belästigen. Generell gelte: Dass Minderjährige alleine in einer Wohnung lebten, führe nicht automatisch dazu, dass das Amt tätig werde. „Diese Entscheidung obliegt zunächst alleine den sorgeberechtigten Eltern – wie auch beispielsweise die Aufsichtspflicht über ihre Kinder“, schreibt das Haller Landratsamt.

Hilfe zur Erziehung ist möglich

Keine Antwort liefert die Behörde zu möglichen Aufsichtsverletzungen und wie in der Sache weiter vorgegangen wird. Generell, so Sprecherin Annika Wieland, sei nach dem Kinder- und Jugendhilfegesetz die Einleitung einer Hilfe zur Erziehung möglich. Diese setze aber Einverständnis der sorgeberechtigten Eltern voraus. „Sollte dieses nicht vorhanden sein, ist das Familiengericht berechtigt, Eingriffe in das Sorgerecht der Eltern vorzunehmen.“ Das Jugendamt habe dieses Recht aber nur im Rahmen einer sogenannten Inobhutnahme, wenn eine dringende Gefahr für das Wohl des Kindes dies erfordert. Störungen des Hausfriedens beziehungsweise nächtliche Ruhestörungen wie im Fall in den Haller Kreuzäckern seien Konflikte privater Natur, die das Aufgabenfeld des Jugendamts nicht berührten und möglicherweise Sache der Polizei seien.

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