Ohne einen einzigen Gegenkandidaten ging es für Michael Dambacher gestern nicht um die Frage, ob er als amtierender Bühlertanner Bürgermeister wiedergewählt wird. Interessant war in erster Linie: Wie hoch ist die Wahlbeteiligung? Um 18.40 Uhr verkündete der zweite stellvertretende Bürgermeister Rainer Matysik im Bühlertanner Rathaus die mit Spannung erwarteten Zahlen. 1111 Wähler – passend zum bevorstehenden Fasching eine Schnapszahl – gaben ihre Stimme ab. Das sind immerhin 44,19 Prozent der aktuell 2514 Wahlbereichtigten in der Gemeinde. Während im Wahlbezirk Bühlertann die Beteiligung bei 36,51 Prozent lag, war sie in den Ortsteilen besonders hoch: 48,17 Prozent in Fronrot-Hettensberg und sogar 54,84 Prozent in Kottspiel.

„Ich freue mich sehr, besonders über die hohe Wahlbeteiligung. Mit diesen Zahlen hätte ich nicht gerechnet“, sagte Dambacher, der mit Ehefrau Petra und Tochter Ria Franziska kurz nach 18 Uhr im Rathaus erschien. Zum Vergleich: Bei der Bürgermeisterwahl in Michelfeld 2017, bei der es ebenfalls nur einen Kandidaten gab, waren 34,15 Prozent der Berechtigten zur Wahl gegangen. Obwohl Amtsinhaber Wolfgang Binnig ähnlich unumstritten ist wie Michael Dambacher.

Einer der insgesamt 38 Wahlhelfer, der lieber nicht namentlich genannt werden wollte, stellte eine interessante These auf: „Bühlertann ist katholisch geprägt. Und in katholischen Gemeinden gehen traditionell mehr Leute zur Wahl als in evangelischen.“

Die Sektgläser klirren

Dambachers hohes Ergebnis von 98,23 Prozent verwunderte am Sonntagabend angesichts der fehlenden Gegenkandidaten kaum jemanden. Nur ganz vereinzelt hatten Wähler andere Namen auf den Stimmzettel geschrieben, unter anderem den von Andreas Schneider aus Kottspiel.

Ein Großteil jener Zettel war jedoch ungültig, da der Name allein nicht ausreicht. „Um die Person identifizieren zu können, müsse noch der Ort, besser die genaue Adresse dazugeschrieben werden“, sagt Wolfgang Ziegler. Der Bühlertanner Kämmerer zählte am Sonntag bereits bei seiner fünften Bürgermeisterwahl die Stimmen mit aus.

Nach der Verkündung des Wahlergebnisses klirrten die Sektgläser. Der Musikverein stimmte „Ein Prosit der Gemütlichkeit an“. Bürger, Vereinsvertreter und Bürgermeister umliegender Gemeinden standen Schlange, um Dambacher zu gratulieren. Sonja Gürth vom Fastnachtskomitee ließ Dambacher in einer Büttenrede hochleben, überreichte ihm als „Schirmherrn“ der Gemeinde einen Regenschirm und eine Dauerkarte für alle künftigen Prunksitzungen. Später ging es hinüber ins Gasthaus Bären, wo Michael Dambachers Wahlsieg bis tief in die Nacht gefeiert wurde.