Würth 73 Millionen für die Zukunft

Firmengründer Reinhold Würth bei siner kurzen Ansprache zum offiziellen Auftakt der Bauarbeiten vor der Grafik mit der Südseite des neuen Umschlaglagers bei Kupferzell im Gewerbepark Hohenlohe.
Firmengründer Reinhold Würth bei siner kurzen Ansprache zum offiziellen Auftakt der Bauarbeiten vor der Grafik mit der Südseite des neuen Umschlaglagers bei Kupferzell im Gewerbepark Hohenlohe. © Foto: Heribert Lohr
Waldenburg / ibe 26.06.2018
In gesamt 73 Millionen Euro investiert der Künzelsauer Handelskonzern Würth in ein neues Zetrallager an der Autobahn A6

Das neue Umschlaglager ist weit mehr als ein zusätzliches Gebäude“, erklärte Norbert Heckmann, Sprecher der Geschäftsleitung der Adolf Würth GmbH & Co. KG (AWKG), im Pressegespräch den Journalisten aus der Region, „sondern die logische Folge davon, dass wir unser Vertriebskonzept immer weiter verfeinern und gezielt auf künftige Herausforderungen ausrichten.“

Noch mehr Service

Der Hintergrund:  Die Spitze des Handelskonzerns geht davon aus, dass die Kunden – in dem Fall Handwerker und Bauunternehmen – künftig ihre Produktivität dadurch steigern, dass sie mit einer gleichbleibenden, vielleicht sogar sinkenden Zahl von Mitarbeitern die gleichen Bauleistungen erbringen. „Dafür“, so erklärt Norbert Heckmann, „müssen sie sich auf eine perfekte Logistik verlassen können.“ Um diese räumlich abzubilden, schafft der Spezialist für Befestigungs- und Montagetechnik eine Hauptumschlagbasis (HUB) für den Umschlag und die Zusammenfassung von Warenströmen zur Verteilung in der Bundesrepublik und Europa. Denn rund 20 Prozent aller Aufträge aus dem Lager gehen schon heute zur Bestückung von Würth Tochtergesellschaften oder Sendungen für Endkunden, die ihren Sitz im Ausland haben.

Mit dem Neubau schlägt das Handelsunternehmen gleich mehrere Fliegen: Zum einen soll die Zahl der Packstücke und das Füllmaterial verringert werden und damit auch die Zahl der Sendungen. Das mindert Aufwand und Kosten. Durch den geringeren Umschlag kann Würth seine Kunden zeitgenau bedienen. Bernd Herrmann, Mitglied der Konzernführung: „Nicht jede Sendung muss innerhalb von 24 Stunden vor Ort sein, sondern dann, wenn ihr Inhalt gebraucht wird.“ „Das ist ein wirklicher Meilenstein in unserer Logistiksteuerung“, erklärt auch Thomas Wahl, Geschäftsführer Logistik im Stammhaus in Künzelsau-Gaisbach, das auch die Investitionen in Höhe von 73 Millionen Euro trägt. Der Steuerungsprozess beginnt faktisch mit der Bestellung. Bereits bei der Bestelleingabe erhält der Kunde die Information, welcher Dienstleister  zu welchem Zeitpunkt die Ware anliefert. „Sind Positionen dabei, die die Auslieferung verzögern“, sagt Norbert Heckmann, „bekommt der Kunde dies separat angezeigt und kann dann selbst entscheiden, ob er es separat liefern lässt.“ Der Neubau – der die drei Außenlager in Waldenburg, Gaisbach, Schillingsfürst ablöst – hat gewaltige Dimensionen. 336 Meter lang und 136 Meter breit hat das Lager eine Grundfläche von 50 000 Quadratmetern.

Wachstum benötigt Raum

Eine Erweiterung um 30 000 Quadratmeter ist möglich. Diese werden in absehbarer Zeit wohl auch gebraucht. Denn der Konzern wächst weiter rasant. In den ersten fünf Monaten dieses Jahres steht ein Plus von rund 8,2 Prozent zu Buche. Könnten die Künzelsauer das Tempo halten, läge der Umsatz zum Jahresende in der Nähe von zwölf Milliarden Euro. Die AWKG in Künzelsau-Gaisbach, nach wie vor die größte Einzelgesellschaft, hat sich für dieses Jahr die Marke von zwei Milliarden Euro Umsatz zum Ziel gesetzt. Norbert Heckmann: „Allein vor diesen Perspektiven brauchen wir mehr Platz.“ Dazu wird das Familienunternehmen auch weitere Arbeitsplätze schaffen, denn allein am neuen Lager werden ab Frühsommer 2020 dann 300 Mitarbeiter beschäftigt sein.

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Verkaufsniederlassungen hat Würth derzeit im Bundesgebiet. Sie sind die Anlaufstellen für mehr als 540 000 Kunden aus Handel, Handwerk und Industrie.

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