Kläranlage 650 Liter Schlamm pro Einwohner

Klärschlamm aus dem Silo der Kläranlage Biberstal in Rosengarten­-Rieden.
Klärschlamm aus dem Silo der Kläranlage Biberstal in Rosengarten­-Rieden. © Foto: Archiv/Ufuk Arslan
Rosengarten / Beatrice Schnelle 07.07.2018

Rund 7,8 Millionen Liter Nassschlamm oder 800 Tonnen entwässerter Schlamm fallen jährlich in den vier Kläranlagen der Gemeinde in Rieden, Raibach, Tullau und Westheim an, wie Kämmerer Andreas Anninger bei der Gemeinderatssitzung im Juni bekannt gibt. Der Löwenanteil läuft dabei mit 6,4 Millionen Liter in der Riedener Anlage Bibers­tal auf. An dieser Anlage ist Rosengarten nur mit 30 Prozent oder knapp 2000 Litern beteiligt. Der Rest geht auf das Konto der Partner Michelfeld (50 Prozent) und Schwäbisch Hall (20 Prozent).

Die Dimensionen seien erstaunlich, findet Bürgermeister Jürgen König, der ausgerechnet hat, dass die Rosengartener pro Kopf jährlich im Durchschnitt 650 Liter Nassschlamm oder 62,4 Kilogramm Trockenschlamm „produzieren“.

Nur ein Angebot eingegangen

Nach Auslaufen des alten, seit 2016 bestehenden Entsorgervertrags brachten die drei Partner nun eine erneute Ausschreibung auf den Weg, auf die jedoch einzig der bisherige Dienstleister, die Firma BEM Aqua aus Ludwigsburg, ein Angebot eingereicht hat, berichtet Anninger. Die Angebotssumme von rund 249 000 Euro beziehe sich diesmal auf einen Zeitraum von ein­einhalb Jahren. Dies entspreche Jahreskosten von rund 166 000 Euro, die etwa hälftig für Abtransport und Verwertung anfielen. Die Gemeinde Rosengarten muss 70 000 Euro von der Gesamtsumme aufbringen.

Die Preise seien seit der letzten Vergabe vor zwei Jahren bei der Entwässerung um etwa 30 Prozent angestiegen, bei der Entsorgung sogar um 60 Prozent. Die Verteuerung hänge auch damit zusammen, dass die Aufnahmekapazitäten der Betriebe ausgereizt seien. Dies könne man daran erkennen, dass nur dieses eine Angebot auf die Ausschreibung eingegangen sei.

Angesichts der Preissteigerungen hätten die Partner bereits im Zuge der Erweiterung der Kläranlage Biberstal den Bau einer eigenen Klärschlammtrocknung geprüft, die sich jedoch als unwirtschaftlich erwiesen habe. Die Entwicklung werde weiter beob­-
achtet.

Der neue Vertrag liefe deswegen nur eineinhalb Jahre, weil die Stadt Schwäbisch Hall für Ende 2019 den Einstieg in die Verbrennung des Trockenschlamms plane, so Andreas Anninger. Derzeit seien die Kosten für diese Art der Entsorgung allerdings noch höher als die bisherige Form der Verwertung in Kompostwerken in Thüringen, Sachsen und Rheinland-Pfalz.

Der Gemeinderat befürwortete einstimmig die erneute Vergabe des Auftrags an die Ludwigsburger Firma.

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