Braunsbach 50.000 Euro für Sanierung der Michaelskirche

Fresken schmücken den Chor.
Fresken schmücken den Chor. © Foto:  Privatfoto
Braunsbach / SWP 05.08.2015
Die aus dem Jahr 1248 stammende Kirche St. Michael in Steinkirchen muss für rund 800.000 Euro saniert werden. Die Stiftung Denkmalschutz sagte jetzt eine Spende zu.

Eine frohe Nachricht für Christian Duis von der evangelischen Gesamtkirchengemeinde Braunsbach: Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) stellt dank der Lotterie Glücksspirale für die dringend notwendigen Dacharbeiten an der St. Michaelskirche in Braunsbach-Steinkirchen 50.000 Euro zur Verfügung. Der Fördervertrag erreicht Kirchengemeinde in diesen Tagen.

Die Chorturmkirche St. Michael befindet sich inmitten eines ummauerten Friedhofs auf einer Anhöhe im Ortsteil Steinkirchen. 1248 erstmals urkundlich erwähnt, scheint der Chor des Gotteshauses mit dem Turmuntergeschoss älter zu sein, schreibt die Stiftung Denkmalschutz in einer Pressemitteilung. Malereireste im unteren Chorbereich lassen sich auf das 13. Jahrhundert datieren. Die Kreuzrippengewölbe im Chor baute man um 1330 ein, der Chor wurde daraufhin bis 1340 komplett ausgemalt. Die Wandmalereien im flachgedeckten Kirchenschiff entstanden vermutlich gleichzeitig, obwohl manche Angaben auf die Zeit um 1400 verweisen.

Dach wurde durch Nässe und Anobien geschädigt

Nach Zerstörungen im Dreißigjährigen Krieg erfolgte 1657 der Wiederaufbau der oberen Turmfachwerkgeschosse. 1756 wurde das Schiff erhöht und verlängert. Der weiß getünchte Bau schließt heute im Osten gerade ab, im Westen ist eine schmale Vorhalle angesetzt. Den Chorturm deckt ein Zeltdach, das Schiffdach ist nach Westen abgewalmt.

Der kirchlich und kulturell genutzte Bau wurde Ende der 1990er Jahre neu eingedeckt, ohne eigens die Dachkonstruktion zu sanieren. Nun weist diese Schäden durch Feuchtigkeit und Anobienbefall (Anobien sind Käfer) auf. Zudem sind Mauerwerksrisse feststellbar und Putz abgeplatzt. Feuchtigkeit steigt im Mauerwerk auf. Außerdem greift der auf die Malereien aufgebrachte Überzug die Bilder an. Daher möchte die Kirchengemeinde in diesem Jahr neben der Instandsetzung der Dachkonstruktion und der Renovierung des Inneren - Gestühl, Fenster, Empore, Decke, Kanzel und Treppen bedürfen der Behandlung - auch die Malereien restaurieren. Die Kirchengemeinde rechnet dabei mit Kosten von 800.000 Euro. Sie hofft auf weitere Unterstützung von der Landeskirche.