Schwäbisch Hall 42-jähriger Inder reist vor drei Jahren illegal ein – Amtsgericht verhängt Geldstrafe

Kirche in Pfronten: Nahe des Ortes überquerte der Inder die deutsch-österreichische Grenze.
Kirche in Pfronten: Nahe des Ortes überquerte der Inder die deutsch-österreichische Grenze. © Foto: Privatfoto
Schwäbisch Hall / ELEONORE HEYDEL 27.05.2016
Drei Jahre nach seinem österreichisch-deutschen Grenzübertritt verurteilt das Haller Amtsgericht einen 42-jährigen Inder wegen unerlaubter Einreise zu einer Geldstrafe.

Nur wenige Daten und Tatsachen aus dem Leben des angeklagten 42-jährigen Inders werden in der Verhandlung vor dem Haller Amtsgericht öffentlich. 2010 kam er ohne amtliche Papiere nach Deutschland. Er erhielt immer wieder sogenannte Duldungen, das heißt, er durfte hier leben und war für einen bestimmten Zeitraum vor einer Abschiebung geschützt.

Im April 2013 besaß er eine solche, auf das Land Baden-Württemberg bezogene Duldung. Dennoch fuhr er in einem Kleinbus mit unbekannten Mitfahrern nach Pfronten an der deutsch-österreichischen Grenze. Ein Polizeibeamter erklärte ihm dort bei der Personenkontrolle, er dürfe nicht ausreisen. Er verliere dadurch die Duldung in Deutschland. Er fuhr als Insasse des Busses dennoch über die Grenze, kam aber nicht weit. Die österreichischen Grenzbeamten verwehrten die Einreise und schickten ihn auf der Stelle nach Pfronten zurück.

Die Frage, an welchem Ort sich der Inder direkt danach und in den vergangenen drei Jahren aufgehalten hat, wurde in der Verhandlung nicht angesprochen. Heute jedenfalls besitzt er wieder eine reguläre Duldung und wohnt in Gaildorf. Er habe, erklärt er jetzt vor dem Haller Amtsrichter, einen Antrag auf Asyl gestellt, über den noch nicht entschieden sei. Ein Dolmetscher übersetzt alles, was vor Gericht gesprochen wird. Der Angeklagte gibt Auskunft, er habe Frau und Kinder in Indien, aber dorthin keinen Kontakt mehr. Der Richter fragt ihn, warum er Indien verlassen habe.

Er sei Traktorfahrer, antwortet der Mann, und habe 2007 versehentlich einen Menschen überfahren. Die Angehörigen des Getöteten hätten ihn bedroht. Da sei er zunächst in Indien untergetaucht und dann nach Deutschland geflohen.

Dreimal schon ist der angeklagte Mann wegen Vergehens gegen ausländerrechtliche Bestimmungen in Deutschland zu Geldstrafen verurteilt worden. Jetzt bekommt er wegen der unerlaubten Einreise aus Österreich eine neue Geldstrafe. Er soll 40 Tagessätze zu 8 Euro, also 320 Euro, in monatlichen Raten von 20 Euro bezahlen. Der 42-Jährige lebt von staatlicher Unterstützung. Er sagt, er habe keine Erlaubnis, zu arbeiten.