Ruhestand 38 Jahre beim Maschinenring sind genug

Günther Däuber und seine Frau Sigrid.
Günther Däuber und seine Frau Sigrid. © Foto: Christian Nick
Kupferzell / Christian Nick 05.07.2018
Der langjährige Geschäftsführer Günther Däuber und seine Ehefrau verabschieden sich.

Es war eine Entscheidung, die heutzutage hart anmuten mag – doch Günther Däuber ist seinem Vater fast dankbar dafür: An einem Tag in den frühen 60er-Jahren stand der Grundschullehrer des kleinen Günther bei dessen Familie im Wohnzimmer und suchte den Vater inständig zu überzeugen, den intelligenten Jungen aufs Gymnasium zu schicken. Doch der lehnte ab. Günther sollte den Hof übernehmen. Abitur? Nicht vorgesehen.

Und so tat er es, erbte nach der landwirtschaftlichen Ausbildung und dem Meisterbrief rund 20 Kühe, ebenso viele Zuchtsauen und einen Hektar Obstbäume. „Damals die Grundausstattung.“ Das war 1981. Doch bereits in den Jahren zuvor hatten zwei Ereignisse das Leben des heute 64-Jährigen nachhaltig geprägt: 1976 tanzte seine spätere Frau Sigrid in die Wahrnehmung des jungen Landwirts: Die beiden lernten sich beim Ball der Landjugend kennen.

Die Arbeit für ebendiese Jugendorganisation war es denn auch, die zur zweiten Wegscheide in seinem Leben werden sollte: 1980 initiierte die damalige Chefetage des Bauernverbands die Gründung des Maschinen- und Betriebshilfsrings Hohenlohe. Däuber trug sie gleich die Rolle des Geschäftsführers an. Ganze 38 Jahre sollte er es bleiben.

130 Landwirte hatten sich seinerzeit dort zusammengeschlossen, um sich gegenseitig mit Maschinen und Betriebshelfern zu unterstützen. Für Däuber war es anfangs nur ein Nebenjob: Rund 300 Mark brachte der ihm monatlich zusätzlich ein.

Doch das sollte nicht lange so bleiben: Hauptberufliche Mitarbeiter wurden recht bald eingestellt. Auch Ehefrau Sigrid, die sich um die Betriebs- und Haushaltshilfe sowie die Lohnabrechnung kümmerte, stieß offiziell zum Team. Das Büro als Wohnzimmer: „Manche Nacht und sehr viel Zeit haben wir zusammen dort verbracht“, erzählt die 61-Jährige.

Die Zeit brachte denn auch neue Geschäftsfelder hervor: 2005 sagte das Ehepaar der aktiven Landwirtschaft Adieu und stellte sich ganz in den Dienst des Maschinenrings und der mittlerweile gegründeten Tochterfirma. Der eigene Hof wurde zur Geschäftsstelle eines modernen Dienstleistungsunternehmens umgebaut. Ein Fuhr- und Gerätepark zum Verleih kam hinzu. Die Vermittlung von Saisonkräften, Grünpflege, wirtschaftliche Betriebshilfe und der Winterdienst vergrößerten sukzessive das Portfolio.

Ausgedehnt hat sich indessen auch die Reichweite des Ehepaars: Mehrere Schiffsreisen führten sie in den Suezkanal, die Karibik und ans Nordkap. Doch danach zog es sie immer wieder in die Geschäftsräume in Belzhag zurück.

Und was haben die Däubers im Ruhestand vor? Wieder eine Fernreise? Keineswegs: „Wir freuen uns auf eine gemütliche Zeit und unseren Garten.“

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