Campus 300 Erstsemester beginnen in Hall neuen Lebensabschnitt

Ins Gespräch vertiefte Kommilitonen: Erstsemester unterhalten sich im Hospitalhof und lernen sich kennen. Danach empfängt Oberbürgermeister Hermann-Josef Pelgrim die neuen Haller Studenten in der Hospitalkirche.
Ins Gespräch vertiefte Kommilitonen: Erstsemester unterhalten sich im Hospitalhof und lernen sich kennen. Danach empfängt Oberbürgermeister Hermann-Josef Pelgrim die neuen Haller Studenten in der Hospitalkirche. © Foto: Marc Weigert
Schwäbisch Hall / WOLF-DIETER RETZBACH 30.09.2014
Kneipentour, Erstsemesterparty, Begrüßung durch OB und Dekan: Mit Semesterbeginn am Haller Campus der Hochschule Heilbronn lernen die neuen Studenten die Stadt kennen. Gestern war offizieller Auftakt.

. Jessica Koch und Dominique Brüsch kennen sich seit drei Tagen. Am Sonntag haben sie sich zum ersten Mal gesehen - in der 5er-WG, in der die beiden Erstsemester nun zusammen wohnen werden, während sie am Haller Campus das Fach "Management und Vertrieb: Industrie" studieren.

Jessica Koch kommt aus der Nähe von Freudenstadt. Die Wohnungssuche in Hall sei nicht einfach gewesen, erzählt die 20-Jährige. Sie habe "ziemlich viele Wohnungen" gesehen, "die nicht so schön oder die zu teuer waren". Viele Vermieter, mit denen sie redete, hätten ihr schon am Telefon gesagt, dass es sehr viele Bewerber gebe. Sie hätten sie gefragt, ob sie unter diesen Voraussetzungen überhaupt nach Hall zur Wohnungsbesichtigung kommen wolle.

Nun hat Jessica Koch bis Ende Februar das WG-Zimmer gefunden. Für 24 Quadratmeter zahlt sie 350 Euro. So viel Platz benötige sie aber nicht, sagt die 20-Jährige. Auch wolle sie weniger Miete zahlen. Ihre neue Mitbewohnerin Dominique Brüsch, die aus der Nähe von Pforzheim kommt, hat sich in Hall ebenfalls "ziemlich viele Zimmer angeschaut". Das 16 Quadratmeter große und 250 Euro teure WG-Zimmer habe sie bekommen, weil sich die Vormieterin unter den Bewerbern für sie entschieden habe.

OB: „Von Null auf Tausend in fünf Jahren“

Es werde weiter "sukzessiv" Wohnraum für Studenten geschaffen, betonte Oberbürgermeister Hermann-Josef Pelgrim in seiner Rede, mit der er gestern Nachmittag die Erstsemester in der Hospitalkirche begrüßte. Hall habe in den vergangenen Jahren unter den Städten Nordwürttembergs den rasantesten Wohnungsbau zu verzeichnen. Doch gebe es beim Wohnraum Probleme, was seine Gründe habe: Fünf Jahre nach Gründung des Haller Campus gibt es laut jüngsten Zählungen nun 992 Studenten in Hall (mit dem Abgang der Absolventen werden es im Sommer 2015 etwa 900 sein, bevor im Herbst wieder mehrere hundert Erstsemester neu dazu kommen). "Von Null auf 1000 in fünf Jahren" - das, so Pelgrim, sei nicht einfach zu bewältigen.

"Gute Ansprache, macht einen netten Eindruck" urteilt Studienanfänger Philipp Efthymiou über den OB nach dessen Rede. Der 21-Jährige aus dem Schwarzwald-Ort Forbach kam über das Internet auf Hall, weil es hier den Studiengang "Management und Vertrieb: Finance" gibt. Bei diesem Angebot könne er gut zwei Bereiche miteinander verbinden: Die Themen Vertrieb und Business und - "darin sehe ich meine Stärken" - den Umgang mit Menschen. Philipp Efthymiou wohnt in einer 3er-WG in Hessental. Die Wohnungssuche sei nicht schwierig gewesen, sagt der 21-Jährige. Was ihm an seinem neuen Wohnort gut gefalle? "Der innere Kern besteht fast nur aus der Altstadt." Das kenne er aus den Dörfern im Schwarzwald, und das sei deshalb "ein Stück Heimat". Auch Tuan Nguyen, der aus Leutkirch im Allgäu nach Hall kam, zieht einen Vergleich. "Bis jetzt ist es ganz okay", sagt der 22-Jährige, "besser als in Leutkirch".

Hall gefalle ihnen gut, sagen auch Jessica Koch und Dominique Brüsch. Aber die Schönheit der Stadt war nicht ausschlaggebend für die Wahl dieses Studienortes: "Wir haben weniger Schwäbisch Hall herausgesucht als vielmehr den Studiengang." Annika Kircher hat dagegen keinen Umzug hinter sich: Die 22-Jährige studiert von nun an in ihrem Geburtsort Hall. Das habe Nachteile ("Man kommt halt nicht so raus", "Man lernt nicht so viel Neues kennen"), aber auch Vorteile: "Ich kenne mich aus, weiß, wie die Busse fahren, und verliere keine Freunde."

Freier Eintritt für Erstsemester mit Gutscheinheft

Beginn Die Fachschaft organisiert in dieser Woche eine Kneipentour durch die Stadt und eine Erstsemesterparty. Die steigt in dem noch nicht ausgebauten Campusbereich in den Herrenäckern. Außerdem erhalten die Erstsemester von der Stadt ein "Studi-Starter-Kit". Der Inhalt: Gutscheine für eine Stadtführung, für Museums-, Kino- und Badbesuche, für eine Aufführung der Freilichtspiele, von Gerhards Marionettentheater. Es gibt weitere Angebote, etwa den Erlass der Anmeldegebühr in der Stadtbibliothek.

Professuren Derzeit laufen am Haller Campus sieben Bewerbungsverfahren für Professuren. Der neue Hörsaal am Campus-Standort in den Herrenäckern geht laut dem Haller Dekan Professor Ekkehard Kleine in der nächsten Woche in Betrieb.

WD

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