Schwäbisch Hall 30 Jahre Schreinermeisterschule in Hall - Mehr als 600 Absolventen

Kraft, Intelligenz, Liebe zur Technik: Die Schreinermeister sind gefragt, die Ausbildung zum Meister ist gut besucht.
Kraft, Intelligenz, Liebe zur Technik: Die Schreinermeister sind gefragt, die Ausbildung zum Meister ist gut besucht. © Foto: Schreinermeisterschule
Schwäbisch Hall / SWP 20.11.2013
Der erste Vorbereitungskurs für die Schreinermeister-Prüfung startete an der Gewerblichen Schule in Hall vor 30 Jahren. Das Jubiläum wurde mit einem vielbesuchten Tag der offenen Tür begangen.

Beim Festakt am Freitag skizzierte Schulleiter Ernst Gauger den Werdegang: Bedingt durch die große Nachfrage im Schreinerhandwerk - damals führte die Schule noch fünf Schreiner-Parallelklassen - hat die Handwerkskammer Heilbronn einen berufsbegleitenden Vorbereitungskurs für die Meisterprüfung im Schreinerhandwerk in Schwäbisch Hall eingerichtet. Für die Lehrer und Dozenten, die in diesem Kurs unterrichteten, eine enorme Belastung. Auch für die erwachsenen Schüler war dieser Teilzeitunterricht in den Abendstunden und an Samstagen - neben Familie und Beruf - sehr anstrengend. Folgerichtig wurde einige Jahre später die einjährige Vollzeitschule eingerichtet. Der Schulleiter bedankte sich bei der Landkreisverwaltung und dem Kreistag für die Bereitschaft, die notwendigen Investitionen zu tragen, und für die gute Ausstattung der Schule.

Verhältnis von Frauen zu Männern beträgt 1 zu 20

Seit der Einrichtung dieser Fachschule begleitet Erich Stanislowski die Ausbildung zum Schreinermeister. Sein Name steht an der Schule für den Einzug und die Fortbildung in den sogenannten C-Techniken im Schreinerhandwerk. Von den Anfangsjahren an wird die Computertechnologie (CAD und CNC in der Fachsprache) in der Schreinermeisterklasse unterrichtet. Die Gestaltung von Möbelstücken und Inneneinrichtungen bilden ebenfalls einen Schwerpunkt der Meisterausbildung. Landesweit verfüge die Schule über einen herausragenden Ruf, insbesondere was die Anwendung der C-Techniken betrifft, teilt sie mit.

Zum Jubiläum waren Fachkräfte aus dem Handwerk und Lehrkräfte zu einer Lehrerfortbildung des Regierungspräsidiums in den C-Techniken eingeladen. Es wurde unter anderem eine neue computergestützte Zeichen-Software (CAD) und die computergesteuerte Fertigung (CNC) vorgeführt. Vor diesem Hintergrund leuchte eine EU-Richtlinie aus dem Jahre 2007 ein, in der der erfolgreiche Abschluss einer Meisterausbildung als gleichwertig (nicht gleichartig) mit dem Abschluss einer Hochschule eingestuft wird, schreibt die Schule in einem Bericht über das Jubiläum.

Über 600 Meister der Haller Schule haben seither ihre Berufskarriere auf diesem anerkannten und geschätzten Fundament begonnen. Beim Tag der offenen Tür strömten die Schüler und Fachbesucher in die Ausstellungen der Schule und der Partnerfirmen der Gewerblichen Schule.

Zahlreiche Partnerfirmen der Schule präsentierten sich im Werkstattgebäude. Messeneuheiten wurden vorgestellt. Teilweise überbuchte Workshops gab es zu vielen Themen wie Oberflächentechnik, Beschlagneuheiten, Fenstermontage, Ausstattung eines Handwerkerfahrzeuges sowie Werkzeuge des Schreiners.

Knigge und Etikette im Handwerk

Viele Schulklassen waren zu Gast, um sich über Neuigkeiten aus dem Handwerk zu informieren. Zahlreiche junge angehende Handwerker fanden den Weg in die Fachvorträge. Die Themen reichten über Marketing im Handwerk, Lichtplanung im Möbel, Brandschutz, Dübelschulung, den richtigen Maschinenkauf, bis hin zu Knigge und Etikette im Handwerk.

Bei Musik führten junge Schreinerschüler Rückengymnastik durch. Es wurde gehobelt und gesägt und die angehenden Gesellen beteiligten sich an einem Handwerkerparcours, bei dem Fragen zu den einzelnen Stationen der Partnerfirmen beantwortet werden mussten.

Eine Meisterschülerin und 20 Meisterschüler bilden die aktuelle Schreinermeisterklasse.

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