Allein drei DIN- A4-Seiten umfasst die Liste der Personen, denen Michael Happe dankt. Dieser Pflichtteil der Rede ist sicherlich beeindruckend, interessant ist aber auch die Kür. Der neue Museumsleiter blickt dabei über den Tellerrand: Die Entstehung der Freilandmuseen in Europa gehe auf das erste seiner Art in Skansen bei Stockholm zurück. Es wurde im Jahr 1891 eröffnet. "Zum ersten Mal waren damals originale historische Gebäude auf ein dazu ausgewähltes Gelände umgesetzt, restauriert und mit Möbeln und Hausrat ausgestattet worden", erläutert Happe.

Die Weitsicht der Pioniere sei heute von "unschätzbarem Wert", da sie authentische Einblicke in die Lebenssituationen von damals ermögliche. Standen bei der Museums-Gründungswelle vor dem Ersten Weltkrieg die prunkvollen Gebäude im Vordergrund, ging es laut Happe bei der zweiten Gründungswelle in den 1950er-Jahren um die Darstellung aller Lebensumstände. Bei der Dritten Gründungswelle in den 1970er-Jahren, in die der Start des Hohenloher Freilandmuseums fällt, wurden Häuser nicht mehr nur im Urzustand gezeigt. Auch die Spuren der Bewohner aus jüngster Zeit sollten erhalten bleiben.

Nach diesen Einblicken haben sich die Festbesucher gerade ans Zuhören gewöhnt. So manch einer erhofft sich nun Details zu der Ausstellung, die zuvor nur andeutungsweise schmackhaft gemacht wurde.

Es tritt die 68-jährige Künstlerin selbst ans Mikrofon. Stille in der Scheune. Nach nur wenigen Worten sagt sie urplötzlich: "Ich bin fertig. Das, was ich zu sagen hätte, befindet sich hinter dieser Tür." Nach der erfrischend kurzen Überleitung erkunden die Besucher die Schau.

Die ehemalige Pflegedirektorin des Krankenhauses der Stadt Stuttgart hat "von morgens bis abends und durch die Nacht" gearbeitet, um dutzende "Fachwerk-Perspektiven" zu kreieren. Abgebildet sind Gebäude aus Hall, dem Elsass und der Normandie. Detailgenau stellen die Bilder Ausschnitte von Häuseransichten dar, die dem Besucher entgegenspringen. Seit 40 Jahren betreibt die Mainhardterin diese zeitraubende Kunst. Für ein Werk benötige sie zusammengerechnet vier Wochen Arbeitszeit.

Einer der Vernissagegäste ist ein alter Kenner des Museums. Reiner Cornelius (86), Maler aus Mainhardt, hat das Gebäude des Roten Ochsens gemalt, als es vor dem Brand noch gelb war. Er schätzt das Museum: "Es zeigt unser Menschsein als Wert."