Sport 21 Schüler trainieren in Michelbach Football

Tim Rieger (links) stabilisiert die Füße von Tim Krüger (rechts), der an der Stange Klimmzüge macht. Trainer Jordan Neuman gibt Hilfestellung.
Tim Rieger (links) stabilisiert die Füße von Tim Krüger (rechts), der an der Stange Klimmzüge macht. Trainer Jordan Neuman gibt Hilfestellung. © Foto: Sigrid Bauer
Von Sigrid Bauer 09.01.2018

Immer montags und donnerstags um 15 Uhr treffen sich alle Schüler der Football-Fachschaft am Evangelischen Schulzentrum Michelbach zum Theorieunterricht mit Trainer Jordan Neuman. Der erste Jahrgang der Unicorns Academy ist eine bunte Truppe. Einige Jungs kommen aus der Region, andere haben extra fürs Footballtraining die Schule gewechselt und sind in das Michelbacher Internat gezogen. Zwischen 14 und 18 Jahre sind sie alt. Sie haben ganz unterschiedliche Football-Hintergründe. Da sind zum Beispiel Jugendliche, die Erfahrung im Spielbetrieb bei den Unicorns gesammelt haben, wie der 16-jährige Michelbacher Tim Rieger und der 17-jährige Leonell Fritzen. Leonell kommt aus Stuttgart und hat bereits in anderen Mannschaften gespielt. „Da hatte ich immer eine Stunde Fahrtzeit zum Training“, berichtet er.

Erfahrungen aus den USA

Auch Louis Waldmann ist mit seinen 17 Jahren schon ein erfolgreicher Unicornsspieler im U16- und U19-Kader. Pius Prosinecki aus Aalen hat schon in den USA an einer Highschool Football gespielt. Neu nach Hall und ans Schulzentrum Michelbach kam auch Jonas Voigt, den seit einem USA-Schuljahr das Footballfieber gepackt hat. „Mein Gastvater war Footballcoach“, erklärt er.Malte Markwort aus Hamm in Nordrhein-Westfalen ist zwar erst 14, hat aber schon als Sechsjähriger mit Football angefangen. Der Einzige, der „null Football-Ahnung“ hatte, wie er selber zugibt, ist Mika Neuber. „Das  war schon blöd am Anfang“, meint der 14-jährige Stuttgarter. Aber mittlerweile sei es besser. „Unser Ziel ist, dass er in einem Jahr einen guten Job auf dem Platz macht“, stellt sein Trainer fest.

Und wie kommen die Jungs mit dem vollen Stundenplan zurecht? Immerhin haben sie sechs Stunden mehr Sport als die anderen Schüler. Zusätzlich trainieren sie abends noch vier Stunden in Hall bei den Unicorns. „Von den drei, vier  Schülern, die schon vorher hier auf der Schule waren, habe ich nichts Negatives gehört“, sagt Schulleiter Ralph Gruber. Der Zwölftklässler Louis Waldmann hat auch keine Probleme: „Ich würde ja sowieso trainieren, auch wenn ich nicht hier auf der Schule wäre, das macht keinen Unterschied“, meint er.

Unterricht in Englisch

In der Theoriestunde analysieren sie Spiele der GFL (German Football League). Neuman stellt den Jungs Fragen zu Spielzügen, die Uneingeweihte kaum verstehen. Denn es fallen sehr viele Fachbegriffe, zudem ist die Unterrichtssprache Englisch, und Neuman spricht ein texanisch eingefärbtes Amerikanisch. „Sie verstehen das alles“, sagt Neuman über seine Schützlinge. Im Freien beginnt das Training erst wieder im Frühjahr. Im April startet dann auch der Spielbetrieb, der von allen sehnlich erwartet wird. „In die Mannschaft werden es alle schaffen“, so Jordan Neuman, „aber wie viel Spielzeit jeder bekommt, hängt von der Leistung ab“, stellt er klar.

Jetzt im Winter stehen viermal pro Woche Kraft- und Lauftraining auf dem Programm. Dieses Training, das die Academy-Jungs mithilfe einer speziellen Footballtrainings-App absolvieren, fehlt den anderen Jugendlichen der Unicorns, auch wenn Neuman es denen selbstverständlich genauso ans Herz legt. Die Sportler dokumentieren ihre Fortschritte in der Trainings-App – sicher eine tolle Motivation.

„Unser Ziel sind rund 40 Schüler in der Unicorns Academy“, stellt Ralph Gruber, Leiter des Evangelischen Schulzentrums, fest.  Die Unicorns wollten damit langfristig gute Spieler als Nachwuchs aufbauen und für das Schulzentrum sei die Academy ein einzigartiges Angebot.