Der Landkreis hat gemeinsam mit einem Ingenieurbüro ein Klimaschutzkonzept erstellt. Das Hauptziel lautet: Energieverbrauch und Treibhausgasemissionen reduzieren. 47 Projekte wurden in sechs Handlungsfeldern gebündelt. Die Umsetzung ist Hauptaufgabe von Caroline Mayer. Die Klimaschutzmanagerin hat eine auf drei Jahre befristete Stelle im Landratsamt, die zu 65 Prozent vom Bundesumweltministerium bezahlt wird. Die 28-Jährige hat Projekte in eine Reihenfolge gebracht und eine Auswahl im Ausschuss für Umwelt und Technik vorgestellt, die im Jahr 2018 umgesetzt werden soll.

„Wir brauchen eine kreiseigene Internetseite, auf der die Klimaschutzthemen dargestellt und für die Öffentlichkeit gebündelt zugänglich gemacht werden“, sagt Mayer. Der Webauftritt des Energiezentrums Wolpertshausen soll thematisch erweitert werden und eine neue Struktur bekommen.

Straßenmeisterei Sulzdorf

Azubis des Landratsamts werden zu Klimaschutz-Scouts – ein weiteres Projekt, das 2018 umgesetzt werden soll. Die Azubis bekommen in Workshops im Energiezentrum Wissen vermittelt, um dann im Landratsamt beispielsweise auf die Suche nach „Energiefressern“ zu gehen. Sie schreiben Energiespartipps, geben per Quiz Wissenswertes weiter. Ziel: Mitarbeiter sensibilisieren und Impulse in private Haushalte setzen. 200 000 Euro Fördermittel sollen für ein Leuchtturmprojekt in den Landkreis fließen. Die gibt es für die energetische Sanierung eines Gebäudes des Landkreises. Hoher Wärmeverbrauch und ein schlechter Gebäudezustand charakterisieren ein Gebäude der Straßenmeisterei Sulzdorf, erläutert Mayer. Die einmalige Zusatzförderung soll dorthin fließen – eine Erhaltungsmaßnahme, die ohnehin hätte erledigt werden müssen.

Kreisweites Pfandsystem

Zudem nennt die Klimaschutzbeauftragte eine Aktion gegen Coffee-to-go-Becher. Derzeit werden Bäckereien gesucht, die mitmachen, um ein kreisweites Pfandsystem für Mehrwegbecher aufzubauen. Das Pfand pro Becher soll einen Euro betragen, die Öffentlichkeitsarbeit angekurbelt werden. Starttermin: Anfang bis Mitte des kommenden Jahres.

„Die Botschaft hör ich wohl, allein mir fehlt der Glaube“, sagt Friedrich Bay (Freie). Der Kreisrat macht auf die vielen Pfandflaschen aufmerksam, die jetzt schon in der Landschaft rumliegen würden. „Aber was würde erst rumliegen, wenn es gar kein Pfand gäebe“, antwortet Landrat Gerhard Bauer. Das Pfandsystem lebe vom angemessenen Pfandpreis, das sei bei einem Euro der Fall – aber 15 Cent für Bierflaschen seien zu wenig, da müssten „von oben bessere Rahmenbedingungen geschaffen werden“, macht Friedrich Zahn (ÖDP) auf eine Problematik aufmerksam. Kreisrat Daniel Kießecker (ÖDP) findet es beim Blick auf das Klimaschutzkonzept „schade“, dass das Thema Landwirtschaft fehle. Das gehöre rein, regt er an.

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Kreis bewirbt sich um kleines Förderpaket


Im Klimaschutzkonzept geht es auch um die Förderung des Radverkehrs im Landkreis Schwäbisch Hall. 2018 sollen Aktionen umgesetzt werden, um mehr Radfahrer auf die Straßen zu bringen. „Es fließen 20 000 Euro Fördermittel vom Land, wenn der Kreis 5000 Euro selbst finanziert“, macht Klimaschutzmanagerin Caroline Mayer auf ein Förderpaket der Initiative RadKULTUR aufmerksam. Dadurch werden zwei Aktionen bei Planung und Umsetzung unterstützt. Mayer nennt als Favoriten für die Umsetzung eine „Radschnitzeljagd und einen Kreativwettbewerb RadKlecks“. Bei der eintägigen Radschnitzeljagd werden verschiedene Stationen im Kreis angefahren, um Radstempel einzusammeln und damit an einer Verlosung teilzunehmen, so die Klimaschutzbeauftragte. Als Kooperationspartner sollen lokale Direktvermarkter gewonnen werden, um mit der Aktion nicht nur den Radverkehr, sondern auch die nachhaltige, regionale Ernährung zu fördern. Der Kreativwettbewerb RadKlecks richte sich speziell an Schulen. Es werde beispielsweise eine Fahrradskulptur gestaltet. Der Ausschuss für Umwelt und Technik stimmt der Eigenfinanzierung von 5000 Euro zu, damit die Fördermittel vom Land in den Kreis fließen. cus