Doppeljubiläum 2000 Besucher im großen Festzelt lassen sich mitreißen

Wolpertshausen / Claudia Kern-Kalinke 11.06.2018
Der Gesangverein Eintracht Wolpertshausen feiert das 120-jährige Bestehen. Der Musikverein ist 50 Jahre alt. Musik-Urgestein Robert Kurka erhält die Verdienstmedaille des internationalen Musikbundes.

Wir sind eine Gemeinde zum Wohlfühlen“, betonte Bürgermeister Jürgen Silberzahn beim Heimatabend am Samstag, und das voll besetzte Festzelt mit rund 2000 Besuchern stimmte ihm lautstark zu. Der große Zusammenhalt der Bürger, Vereine und Ehrenamtlichen machte das Festwochenende zu einem eindrucksvollen Beweis für Wohlbefinden und Gemeinschaftssinn in Wolpertshausen.

Der Musikverein feierte an diesem Abend sein 50-jähriges Bestehen. Der zweite Jubilar war der Gesangverein Eintracht, der schon 120 Jahre alt geworden ist. „Was hat unser Musikverein dem Gesangverein voraus?“ fragte Vorstand Peter Kömmelt, der zusammen mit Ruth Lederer durchs Programm führte. „Wir können unsere Gründungsmitglieder zum Jubiläum einladen.“ Tatsächlich waren Dirigenten, Musiker und fördernde Mitglieder der ersten Stunde in großer Zahl zur Stelle und wurden geehrt.

Die höchste Auszeichnung wurde Robert Kurka zuteil, dem ersten Dirigenten des Musikvereins. Martin Dasing, Kreisvorsitzender des Blasmusikverbands, heftete ihm die Verdienstmedaille des internationalen Musikbundes an. Noch mehr dürfte es den Senior gefreut haben, dass er zum Taktstock greifen und seine „Wolperthäuser Musikanten“ dirigieren durfte.

Die Ehrennadel in Gold mit Diamant gab es für Karl Müller. Hätte er nicht damals die Instrumente einer Vorgänger-Musikkapelle gehortet und 1968 an die jungen Musiker ausgegeben, hätte es keinen neuen Verein geben können. Er selbst spielt nach wie vor das Flügelhorn.

Der Rückblick auf die Vereinsgeschichte wurde weitgehend musikalisch gestaltet. Auch Eugen Hertig und Hansi Munz standen nach Jahren wieder am Dirigentenpult, ehe Siegfried Falk und Patric Slansky übernahmen.

Eigene CD in Herolthalle eingespielt

„Zum Jubiläum wollten wir etwas schaffen, was bleibt“, berichtete Vorstand Kömmelt. Es wurde eine CD mit dem Titel „Wir“, für die nach einem Jahr Vorbereitung die Herolthalle zum Tonstudio wurde. Die Musiker mussten bis an ihre Grenzen gehen, um die zwölf Titel in bester Qualität aufzunehmen. „Aber es war eine tolle Erfahrung“, versicherte Kömmelt. Die ersten Exemplare wurden an die Sponsoren verteilt, ohne die das kostspielige CD-Projekt nicht möglich gewesen wäre.

Das Heimatfest sollte zu einem Höhepunkt für alle Bürger und für alle Generationen werden. Die Verbindung von Jung und Alt haben sich die „Wolpis 0 bis 100“ auf ihre Fahnen geschrieben. Zusammen mit der Kindertagesstätte „Wolpiwichtel“ gestalteten sie einen Senioren- und Familiennachmittag im Festzelt und im Kindergarten. Als die Erzählomas Brigitte Sosinski, Regina Weinmann und Elisabeth Frank ihre Erinnerungen an die Schulzeit hervorholten, scharten sich Zuhörer vom Kleinkind bis ins Seniorenalter um sie.

„Manches aus den alten Schulbüchern dürfte man heute gar nicht mehr sagen“, bemerkt Brigitte Sosinski, die sich wie ein kleines Schulmädchen verkleidet hat. Verschämt zeigt sie einen Satz in ihrem alten Lesebuch: „In Afrika wohnen die Neger.“ Auch Tatzen, Hosenspanner und Schiefertafeln kennen die Kinder heute zum Glück nicht mehr.

Die vereinigten Chöre von Wolpertshausen, begleitet von einer Auswahl des Musikvereins, eröffneten mit einem gewaltigen und festlichen „Conquest of Paradise“ den Heimatabend am Samstag. Es sangen die Männer und der Gemischte Chor der Eintracht Wolpertshausen, ihre Jugendformationen „Young Beats“ und „Fun Harmonists“ sowie der Männerchor aus Reinsberg.  Larissa Kleinert dirigierte den Super-Chor.

Dieselbe Mega-Formation beendete auch das Programm mit „Tage wie diese“. Liedvorträge nach alter Väter Sitte gab es nicht. Die Eintracht schickte die Blues Brothers mit schwarzem Dress und Sonnenbrille auf die Bühne.

Der Männerchor aus Reinsberg trat erst gar nicht auf, sondern ließ vier freche Nachbarinnen singen: „Mir reichts, wenn i weiß, was i könnt, wenn i wollt.“ Einige Burschen vom Männerchor stampften mächtig auf beim Bayrischen Banktanz und auch die Jungs vom Jugendtreff ließen es beim Schuhplattler bayrisch krachen. Humorvoll moderierten Günter Fischer und Constanze Ohlrogge das unterhaltsame Programm.

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