Heimat 15000 Gäste beim Regionaltag nach Künzelsau

Zur offiziellen Eröffnung des 21. Regionaltags ist die Künzelsauer Hauptstraße proppenvoll.
Zur offiziellen Eröffnung des 21. Regionaltags ist die Künzelsauer Hauptstraße proppenvoll. © Foto: Thomas Zimmermann
Künzelsau / Thomas Zimmermann 17.07.2018
Künzelsau feiert den 21. Regionaltag der Bürgerinitiative Pro Region Heilbronn-Franken. Im Mittelpunkt steht Astronaut Alexander Gerst.

Einer aus Künzelsau hat gerade den großen Überblick“, scherzt Jochen Kübler in seinem Grußwort zum 21. Regionaltag. Der Vorsitzende der Bürgerinitiative „Pro Region“ meint damit in der Stadthalle nicht seinen Vorredner, den Künzelsauer Bürgermeister Stefan Neumann. Kübler hat den Astronauten Alexander Gerst, der derzeit wieder auf großer Mission im All unterwegs ist, im Sinn. „Der denkt gerade in Kontinenten“, sagt Kübler. „Es wäre für den einen oder anderen besser, er würde auch in diese Richtung denken statt bis zum nächsten Kirchturm“, schiebt der Pro-Vorsitzende nach. Damit erfüllt er auf seine besondere Art den Auftrag, das Regionalgefühl zwischen Neckar und Main zu stärken, das sich „Pro Region“ seit der Vereinsgründung auf die Fahne geschrieben hat.

Gersts Experimente laufen gut

Vom ganz besonderen Auftrag von Alexander Gerst berichtet der Missionsmanager des Deutschen Luft- und Raumfahrtzentrums (DLR), Volker Schmid. Unter dem Stichwort „Von Horizont zu Horizont − s’Ländle im All“ spricht er über die Beteiligung baden-württembergischer Unternehmen an der ISS-Mission Horizons. „Ohne die Heilbronner Firma AIM Infrarot-Module wäre eines der geplanten Experimente nicht möglich“, klärt Schmid auf. Ventilatoren von EBM-Papst und Wildblumensamen der Firma Rieger-Hofmann aus Blaufelden-Raboldshausen sind ebenfalls auf der Mission im All dabei. „Alex schafft da oben richtig was weg. Viele Experimente laufen schneller als geplant“, plaudert Schmid, der in Künzelsau seit Jahren gern gesehener Gast ist, ein wenig aus dem Nähkästchen.

Auf der Erde geht es auf der und rund um die Künzelsauer Hauptstraße, wo sich am verkaufsoffenen Sonntag rund 70 Kommunen, Organisationen und regionale Erzeuger präsentieren, deutlich gemütlicher zu. „Wir sind sehr zufrieden. Die Leute sind alle sehr interessiert“, betont Linda Spoden, Tourismusbeauftragte der Hohenloher Perlen, einem Zusammenschluss der Städte und Gemeinden Öhringen, Bretzfeld, Pfedelbach und Zweiflingen. Zufrieden ist auch Benjamin Frank, Chef der Weinschmiede aus Ingelfingen-Criesbach, der seine Weißburgunder und Gewürztraminer erstmals auf einem Regionaltag präsentiert. Der Nebenerwerbswinzer hat erst im Jahr 2015 mit dem Weinanbau angefangen.

Kurz vor 14 Uhr setzt der Regen ein. Knapp 15 Minuten schüttet es wie aus Kübeln. Doch so schnell wie der Spuk kommt, ist er auch vorbei. Wenig später sind die Straßen wieder gut gefüllt. „Mich hat überrascht, dass die Leute schon früh gekommen sind. Und sie ließen sich nicht vom Regen abschrecken“, freut sich Bürgermeister Stefan Neumann. Insgesamt 15 000 Besucher kamen in die Kreisstadt. Das Konzept der Regionaltage, das sich seit 21 Jahren eigentlich nicht verändert hat, ist also nach wie vor attraktiv.

Das soll auch im kommenden Jahr so sein, wenn der Regionaltag zur Bundesgartenschau in Heilbronn Station macht. „Wir freuen uns und hoffen, die Hohenloher kommen alle“, rührt Heilbronns Oberbürgermeister Harry Mergel in Künzelsau die Werbetrommel. Es wird nicht der einzige Auftritt von „Pro Region“ auf der Buga sein. „Dank einer Spende von Professor Würth von 200 000 Euro sind wir auch dauerhaft bei der Buga dabei“, freut sich Jochen Kübler.

Region überregional bekannt machen

Die Bürgerinitiative „Pro Region Heilbronn-Franken“ hat sich zum Ziel gesetzt, die Region Heilbronn-Franken zu stärken, und nicht nur innerhalb des Landes Baden-Württemberg, sondern sie darüber hinaus in der Europäischen Union bekannt zu machen. Es ist ein gemeinnütziger Verein, der sich aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden finanziert.

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