Studenten 106 Apartments entstehen

Das Baufeld des künftigen Studentenwohnheims an der Ellwanger Straße in Hall. Direkt dahinter ist erstreckt sich der Telekom-Bau und der Funkturm. 75 Meter weiter rechts beginnt das Areal des Schenkenseefreibads. 
Das Baufeld des künftigen Studentenwohnheims an der Ellwanger Straße in Hall. Direkt dahinter ist erstreckt sich der Telekom-Bau und der Funkturm. 75 Meter weiter rechts beginnt das Areal des Schenkenseefreibads.  © Foto: xxx
Schwäbisch Hall / Thumilan Selvakumaran 17.08.2017
Die i-Live-Gruppe investiert rund 12 Millionen Euro an der Ellwanger Straße. Bis 2019 soll dort neuer Wohnraum geschaffen werden.

Bagger rollen den kleinen Hang nach oben, während aus dem angrenzenden Schenkenseefreibad ein lautes Stimmen-Wirrwarr Richtung Ellwanger Straße schallt. Geologische Grabungen sind im Gange. „Der Archäloge prüft, ob unter der Erde Schützenswertes liegt“, sagt Julia Pietsch, Sprecherin der i-Live-Gruppe aus Aalen. Ein Gutachten wird erstellt, außerdem werde statisch berechnet, wie die Hangabsicherung gestaltet werden muss. „Der eigentliche Bau beginnt erst im Oktober.“ Am Fuße des Funkturms entsteht dann ein privates Studentenwohnheim mit insgesamt 106 Apartments.

38 Objekte in kurzer Zeit

Das Unternehmen, 2010 gegründet, expandiert rasant und beschäftigt heute 120 Mitarbeiter. Es betreibt 15 Studentenwohnheime. Vier befinden sich im Bau, bei weiteren vier ungebauten Projekten – darunter am Schenkensee –  läuft der Vertrieb. „Und noch 15 Objekte sind derzeit in gesicherter Planung.“ Für diese seien bereits Grundstücke reserviert und sie würden demnächst realisiert. „Die Zahlen ändern sich nahezu täglich“, so die Sprecherin.

Von Aalen aus wird längst nicht nur in Süddeutschland gebaut, sondern auch auf Metropolen geschielt. „Hamburg und Berlin stehen noch an“, so Pietsch. Frühzeitig hätte i Live den Bedarf an studentischem Wohnen unabhängig von Studentenwerken sowie den Trend hin zu Mikroapartments erkannt. Hall sei mit einer geplanten Investitionssumme von zwölf Millionen Euro noch eines der kleineren Projekte. Denn insgesamt stecke ein Volumen von 500 Million Euro in der Planung.

Einheiten mit 23 Quadratmetern

In den Kreuzäckern ist ein Bau mit 17 Tiefgaragen- und 27 Außenstellflächen vorgesehen. Das T-förmige, fünfstöckige Gebäude soll 86 Einheiten mit je 23 Quadratmetern, sechs Wohnungen mit 36 bis 40 Quadratmetern sowie 14 Penthouse-Apartments mit 23 Quadratmetern und zusätzlichen Dachterrassen bieten. Diese würden zu Preisen ab circa 100 000 Euro an Investoren verkauft. „60 Prozent sind bereits weg.“

Die Firma übernehme von der Planung bis zur Verwaltung alles, auch Raumausstattung, Mieterwahl und Betreuung. Der Investor müsse sich um nichts kümmern. Sämtliche Mieten sollen in einen Pool fließen und nach Quadratmeter an die Investoren ausbezahlt werden. Wenn eine Apartment unvermietet ist, stehe der Investor nicht leer da. Die Einnahmen sinken dann bei allen geringfügig, so Pietsch.

Die Mieten für die künftigen Bewohner sollen bei 365 Euro kalt beginnen. Zielgruppe seien neben Studenten unter anderem Professoren, Berufspendler und Singles. Ein Fitnessstudio werde im Gebäude integriert, außerdem eine Sportfläche auf dem Dach des Hauses. „Mit einer App können die Bewohner beispielsweise den Reinigungsdienst anfordern“, teilt Pietsch weiter mit.

Die Bauzeit gibt die Sprecherin mit 18 bis 20 Monaten an. „Im Frühjahr 2018 wollen wir mit dem Rohbau fertig sein.“  Die Fertigstellung ist ein Jahr später geplant.

Rat stimmt mehrheitlich zu

Vor rund einem Jahr war über das Vorhaben im Gemeinderat debattiert worden. SPD-Stadtrat  Felix Nestl hatte darauf aufmerksam gemacht, dass ein privater Investor baue und dadurch die Mieten eher vergleichsweise hoch werden würden. Oberbürgermeister Hermann-Josef Pelgrim hatte entgegnet: „Die schlechtere Situation für Studenten ist aber, wenn der Wohnraum knapp wird oder gar keiner da ist. Denn dann explodieren die Mietpreise.“

Pelgrim wäre es nach eigenen Angaben lieber, wenn das Land beziehungsweise das Studentenwerk baue. Aber das lehne es nach wie vor ab. Der Rat stand damals mehrheitlich hinter dem Vorhaben der i-Live-Gruppe und stimmte einer Bebauungsplanänderung zu.

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Text sdf