Ausgleich Zuwachs für Ökokonto gesucht

Oberriexingen / Rudi Kern 04.05.2017

Welchen Ausgleich kann die Stadt Oberriexingen schaffen? Allzu viel der Möglichkeiten zu einer ökologischen Aufwertung gibt es auf rund 816 Hektar großen Gesamtfläche des Enzstädtchens nicht. Die vom Leonberger Büro Schmid/Treiber/Partner zunächst vorgestellten zehn Maßnahmen fanden nicht alle die Zustimmung des Fachbereichs Forsten und Naturschutz beim Landratsamt.

Ins Auge gefasst wurden nun die vom Landratsamt anerkannten Maßnahmen, die Diplom-Ingenieur Christof Helbig vom beauftragten Büro in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats erläuterte. Als einen dritten Schritt wertete Helbig die Erstellung eines Flächenpools, in dem Ausgleichsflächen für Baugebiete, wie das derzeit entstehende „Schrannenäcker-Süd“, festgehalten sind. Wobei ein Augenmerk darauf liegt, landwirtschaftliche Flächen herauszuhalten, wie Helbig zur Konzeption des Ökokontos erklärte. Es soll eine Fortschreibung nach Abstimmung mit den Naturschutzbehörden gewährleisten, für den Ausgleich bei Bebauungsplänen und sonstigen Versiegelung von Flächen.

Nur kleine Brötchen

Im aktuellen Sachstand sind es fünf Maßnahmen, die als Punkte des Ökokontos Berücksichtigung finden könnten. Darunter die Umsetzung des Alt- und Totholzkonzepts im „Hagelwörth“ als Wald­refugium, die neu angedachte Maßnahme mit der Entwicklung eines gestuften Waldrands am „Reutwald“ in östlicher Richtung sowie ein weiteres Alt- und Totholzkonzept im Wald.

Auch Flurstücke im Gewann „Pfefferberg“ bei den ehemaligen Weinbergen könnten eine Aufwertung erfahren. Angedacht sind hierfür Maßnahmen wie die Freistellung und Sanierung von Weinbergmauern und die Pflege von Magerwiesen statt einer Weinbergbrache. Mit einer zusätzlichen Grünlandentwicklung am Reutwald kämen die insgesamt zu schaffenden Ausgleichsmaßnahmen mit der Pflege auf Kosten von 184  360 Euro, wie das Planungsbüro errechnete. Der Einrichtung eines Ökokontos und dem Vorgehen stimmte der Gemeinderat zu.

Es sei ein Thema der Zukunft, so Diplom-Ingenieur Helbig. Er wies darauf hin, dass eine Einbeziehung von landwirtschaftlichen Flächen nur mit der Landwirtschaft an Bord zu machen ist. Was das Ökokonto betreffe, wären in Oberriexingen eben nur kleinere Brötchen zu backen, verdeutlichte der Planer in der Sitzung.