Sachsenheim Zeitsprung in die Gegenwart

Szene einer Probe zum neuen Musical "Skarabäus" mit den Lehrerinnen Susanne Schubert (links) und Simone Röthle (rechts).
Szene einer Probe zum neuen Musical "Skarabäus" mit den Lehrerinnen Susanne Schubert (links) und Simone Röthle (rechts). © Foto: Martin Kalb
Sachsenheim / MICHAELA GLEMSER 10.03.2016
Vom Mittelalter in die Gegenwart führt das diesjährige Musical der Gemeinschaftsschule Sachsenheim, das kommende Woche Premiere feiert und in dem über 80 Schüler vor und hinter den Kulissen mitwirken.

Es geht um Lüge und Wahrheit, um Feigheit und Mut, um Rivalität und Freundschaft. Das Musical "Skarabäus - Das magische Amulett" nimmt die Zuschauer mit auf eine Zeitreise vom Mittelalter in die Gegenwart. "Es ist einfach toll, in diesem Stück mitzuspielen. Die Proben machen mir so viel Spaß", schwärmt Niklas Bauer aus der sechsten Klasse der Gemeinschaftsschule Sachsenheim. Er spielt die Hauptrolle in "Skarabäus" und lebt als neugieriger Junge Leonardo im ausgehenden Mittelalter, in dem er mit seinem Onkel von der Inquisition bedroht ist. Mit Hilfe eines magischen Amuletts gelingt Leonardo der Zeitsprung in die Gegenwart. Ihn begleitet dabei ein trotteliger Soldat, der mit vielen Dingen der Jetzt-Zeit so gar nichts anzufangen weiß und so immer wieder urkomische Situationen heraufbeschwört. Leonardo trifft auf den Jungen Anton, der von einer Jugendgang um den Anführer Schizzo bedrängt wird. Diese Bande durchkreuzt auch die Pläne Leonardos, der ins Mittelalter zurückkehren möchte, um seinen Onkel zu retten. Allerdings hat Leonardo sein Amulett verloren, und nur wenn er sechs echte Freunde findet, gelingt ihm der Zeitsprung zurück.

"Wir haben dieses Stück von Andreas Schmittberger für uns umgeschrieben und angepasst. Die Geschichte nimmt jetzt auch ein ganz anderes, überraschendes Ende", erklärt Susanne Schubert, unter deren Regie die Musical-Werkstatt der Gemeinschaftsschule Sachsenheim stattfindet. Sie hat auch während der Proben immer einen Bleistift zur Hand, mit dem sie Dialoge im Textbuch ändert und neu gestaltet. Seit Beginn dieses Schuljahrs proben die mehr als 80 Mitwirkenden in Kleingruppen, seit Montag läuft die heiße Probenphase. "Wir sind bis zu den Aufführungen zwei Wochen lang vom normalen Schulbetrieb freigestellt und proben jeden Tag von morgens bis abends in der Mensa. Es ist inzwischen unser siebtes Musical, das wir aufführen, und darauf bereiten wir uns das ganze Jahr vor", erklärt Schubert. Das Musical hat sich zu einem beliebten Projekt entwickelt - sogar Castings werden dafür durchlaufen.

Auch Niklas alias Leonardo wollte unbedingt wieder mitmachen, nachdem er im vergangenen Jahr erstmals im Schulmusical mitgespielt hat. "In einer großen Gruppe gemeinsam etwas aufzuführen und eine Geschichte auf die Bühne zu bringen, macht so viel Freude. Das ist einfach unbeschreiblich", sagt er. Seine Lehrerin verweist auch auf den pädagogischen Aspekt dieser Theaterarbeit und den Beitrag zur Persönlichkeitsentwicklung der Schüler. "Aus schüchternen Kindern erwachsen selbstsichere, souveräne junge Menschen. Sie müssen viel Disziplin zeigen bei den unterschiedlichen Proben und für das große Ganze einstehen."

"Skarabäus" besteht aber nicht nur aus Dialogen oder Monologen. Es wird auch getanzt, gesungen und gerappt. Pop- und Rocksongs wechseln sich mit Balladen und mittelalterlichen Melodien ab. Neben den Schülern der Gemeinschaftsschule Sachsenheim singen auch die Kinder der benachbarten Kraichertschule im Chor. Der ehemalige Rektor der Förderschule, Siegfried Scholz, ließ es sich nicht nehmen, zum Erfolg der Musicalaufführung beizutragen. Er hat das Skarabäus-Amulett entworfen und in Bronze gegossen. "Zudem hilft uns das Team vom Jugendhaus beim Bauen der Bühnenbilder oder der Requisiten sowie beim Schneidern der Kostüme und Schminken der Darsteller. Neben Lehrern und Schülern wirken hinter den Kulissen auch noch unsere pädagogische Assistentin Christine Zluhan-Kalb sowie unsere Lehrbeauftragte Vera Schubert mit. Das alljährliche Musical auf die Beine zu stellen, ist schon ein gewaltiger Kraftakt", betont Schubert.

Info Die Aufführungen in der Mensa des Schulzentrums sind am 15., 16. und 17. März ab 19.30 Uhr. Es gibt noch Karten an der Abendkasse. Die Bewirtung vor und nach den Aufführungen übernimmt der Förderverein der Gemeinschaftsschule.

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