Von Ochsenbach in Richtung Kirbachhof fällt links ein Schild auf, das zum Kibannele hinführt. Der Feldweg zur historischen Statue darf nicht befahren werden. Wer mit dem Auto unterwegs ist, kann es auf einem Parkplatz abstellen, der sich auf der rechten Seite befindet, nachdem man am Schild vorbeigefahren ist. Vom Parkplatz aus ist die Statue rund 700 Meter entfernt. Ein steiniger, dennoch idyllischer Weg mit Blick auf die Weinberge führt zum Kulturdenkmal. Auf dem Weg trifft man Wanderer und Reiter.

Sobald das Ziel erreicht ist, macht ein Infoschild neben einem hölzernen Tor auf die Statue aufmerksam. Auf den ersten Blick ist vom Denkmal weit und breit nichts zu sehen. Hinter Bäumen, inmitten eines Teichs, steht die im Volksmund „Kibannele“ genannte Skulptur auf einer Säule. Die Sandsteinstatue ist nicht vollständig erhalten. Arme und Beine fehlen. Es bleibt ein Rätsel, ob es sich um den Torso der Jagdgöttin Diana oder der antiken, griechischen Fruchtbarkeitsgöttin Kybele handelt. Letzteres könnte noch mehr Sinn ergeben, denn „Kibannele“ lässt sich vermutlich vom Namen „Kybele“ herleiten.

Unter der Aufsicht des Landesamts für Denkmalpflege sowie des Kreisverbands Vaihingen und der Gemeinde Ochsenbach wurde die Statue restauriert, auf einen Sockel gestellt und steht seither unter Denkmalschutz. „Bei einer Seeputzete ist ein Arm der Statue gefunden worden“, erzählt der Sachsenheimer Heimatforscher Hermann Albrecht. Der Arm wurde im Dachgiebel des Hauses von Dieter Köstlin in Ochsenbach eingemauert. Weshalb das geschah, ist nicht bekannt. Möglicherweise habe der frühere Besitzer des Hauses bei der Seeputzete mitgeholfen, vermutet Albrecht. „Ein weiteres Überbleibsel, der Jagdhund der Göttin, steht im Stadtmuseum Sachsenheim.“

Wo heute der Kirbachhof ist, befand sich früher die Probstei Kirbach. Diese gehörte zum Stift Odenheim bei Bruchsal. 1442 kauften sie die Nonnen des Klosters Frauenzimmern im Zabergäu. Sie zahlten damals 2250 rheinische Gulden. 1556 habe man die Kirche wegen Baufälligkeit abgebrochen. 1664 kaufte Herzog Eberhard III. den ganzen Hof. Im Bilderband „Sachsenheim“ vom Jahr 1973 wird erwähnt, dass sich der Herzog südlich des heutigen Kirbachhofs einen Tiergarten sowie eine Fasanerie – die erste Württembergs – einrichten ließ. In dem Garten befand sich der Teich mit dem Kibannele. Am Rande entstand ein Holzhaus aus rund 300 Eichen und 400 Tannen. Das Haus genügte dem Fürsten aber nicht. Deshalb kam ein fürstlicher Bau hinzu sowie ein Park. Dort hielt er sich gerne mit seinem Hof auf. 1674 starb er.

Seine Nachfolger Eberhard Ludwig und Carl Alexander begeisterten sich auch für die Jagd. Unter Herzog Carl kam jedoch der Verfall, er hatte nämlich kein Interesse am Kirbachtal. Am 7. Juli 1752 wurde der Tiergarten aufgehoben, und eines Tages brannte das Jagdschloss vermutlich wegen Brandstiftung ab. 1814 kam das Gut an die Hofdomänenkammer, im Privatbesitz des Hauses Württemberg. Das einzige historische Kulturdenkmal, das verschont blieb, war das Kibannele.