Sachsenheim Wenn der Trainer kaum älter ist

Jonathan Holzhäuer (rechts), selbst erst 18 Jahre alt, beim Training mit seiner B-Jugend des SC Hohenhaslach. Für sein Engagement wurde er jetzt vom DFB ausgezeichnet.
Jonathan Holzhäuer (rechts), selbst erst 18 Jahre alt, beim Training mit seiner B-Jugend des SC Hohenhaslach. Für sein Engagement wurde er jetzt vom DFB ausgezeichnet. © Foto: Martin Kalb
Von Yannik Schuster 04.12.2018

Eine Leidenschaft für den Fußball haben viele junge Menschen. Die meisten davon spielen aber lediglich aktiv, nur wenige engagieren sich anderweitig. Jonathan Holzhäuer ist einer davon. Selbst gerade 18 Jahre alt, trainiert er die B-Jugend des SC Hohenhaslach. Dafür wurde er jetzt vom Deutschen Fußball Bund (DFB) mit der Auszeichnung „Fußballhelden 2018“ ausgezeichnet. Der Jugendleiter des SC Hohenhaslach, Edgar Walz, hatte ihn für diese Auszeichnung vorgeschlagen. Die BZ stellt den jungen Mann vor.

Mit 15 Jahren kam über die Fußball-AG der Kirbachschule der erste Kontakt zum Verein zustande. Seither war Holzhäuer als Jugendtrainer und Betreuer der D-, Co-Trainer der C- und jetzt als Trainer der B-Junioren tätig. Durch Schulungen und Lehrgängen des Württembergischen Fußballverbands (WFV) hat er sich das nötige Wissen angeeignet.

Holzhäuer weiß: „Ein Dorfverein lebt vom Ehrenamt.“ Deshalb und wegen seiner Leidenschaft zum Fußball bringe er sich als Jugendtrainer ein. Zudem habe er Spaß am Organisieren des Trainings, auch wenn das sehr zeitaufwändig ist: Unter der Woche werden insgesamt drei Stunden trainiert, dazu kommen Vorbereitung und Planung der Einheiten. Außerdem wird der Sonntagvormittag auf dem Sportplatz verbracht, dann spielt seine Mannschaft. Viel Zeit für andere Hobbys bleibt da nicht mehr. Holzhäuer engagiere sich zwar auch politisch, zeitlich müsse er das allerdings abwägen. Wenn nötig, könne er sich ausklinken und seinen zwei Kollegen, von denen einer sogar nur 17 Jahre alt ist, das Training überlassen.

Trotz des geringen Altersunterschieds zwischen Trainer und Spielern – letztere sind zwischen 15 und 17 Jahren – gebe es kein Problem mit der Autorität: „Die Spieler sind ja daran interessiert, besser zu werden“, betont Holzhäuer. Der kaum vorhandene Altersunterschied bringt aber auch Vorteile mit sich, wie etwa ein besseres Verständnis für die Jugendlichen als manch ein älterer Trainer es aufbringen könnte. Aber natürlich fehle ihm noch Erfahrung. „Wenn man das eine Weile macht, entwickelt man ein Gespür, ob man beispielsweise beim Stand von Eins zu Eins offensiv oder defensiv auswechseln muss.“

Beeindruckt von Tedesco

Ein Traineridol hat der 18-jährige nicht. Allerdings beobachtet er die Arbeit von Domenico Tedesco, dem Trainer von Bundesliga-Club FC Schalke 04, besonders interessiert. Tedesco war, ebenfalls in jungen Jahren, bereits Jugendtrainer beim VfB Stuttgart, ehe er mit Ende 20 zu Zweitligist Erzgebirge Aue und dann zu Schalke wechselte. Holzhäuer habe zu Stuttgarter Zeiten einmal mit ihm sprechen können und war beeindruckt.

Professionell möchte Holzhäuer die Tätigkeit als Trainer jedoch nicht ausüben, vielmehr will er in Hohenhaslach bleiben. „So ein Verein ist wie eine Familie.“ Der Schüler des Wirtschaftsgymnasiums in Bietigheim-Bissingen kann sich aber vorstellen, Lehrer zu werden. Der pädagogische Aspekt als Fußballtrainer lasse sich gut darauf übertragen.

Die „Fußballhelden“ des Deutschen Fußballbunds

Der Deutsche Fußballbund (DFB) verleiht die Auszeichnung „Fußballhelden“ jährlich an junge Ehrenamtliche zwischen 18 und 30 Jahren, die sich durch besonderes Engagement verdient gemacht haben. Teil der Auszeichnung ist unter anderem eine Fußballbildungsreise nach Barcelona. ysch

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