Schwerpunkt Literatur Wenn der Filmproduzent anruft

Bernd Stöhr mit seinem Erstlingswerk, das erst keiner verkaufen wollten und nun sogar verfilmt werden soll – als mehrteilige Serie, eventuell sogar auf Netflix.
Bernd Stöhr mit seinem Erstlingswerk, das erst keiner verkaufen wollten und nun sogar verfilmt werden soll – als mehrteilige Serie, eventuell sogar auf Netflix. © Foto: Martin Kalb
Gabriele Szczegulski 13.10.2018

An einen Scherz habe er gedacht, erzählt der Sachsenheimer Bernd Stöhr, als seine Tochter ihm erzählte, dass ein Filmproduzent am Telefon nach ihm gefragt habe. Doch es stimmte: Der Berliner Filmproduzent Oliver Damian von „27Films Production“ will Stöhrs Erstling, das Buch „DarkSky“, verfilmen. Als Serie soll der Science-Fiction-Thriller, geht es nach Damian, im Fernsehen, bei Netflix oder gar in den USA laufen. „Nie hätte ich das gedacht. Wir haben in der Familie zwar schon immer rumgesponnen, dass der Roman gut zu verfilmen wäre, aber dass das Realität wird, hätte ich nicht gedacht“, sagt Stöhr.

Doch genau so ist es: Der Filmproduzent hat die Rechte an dem Stoff erworben, Stöhr soll als Berater daran mitwirken, und Damian ist nun daran, die Finanzierung aufzustellen, ein Filmteam und vor allem einen Sender zu finden. Und er ist optimistisch, denn: „Er fand, dass vor allem die Story, die Aufteilung in 42 Kapitel wie in einzelne Szenen und die Charaktere filmreif seien“, erzählt Stöhr. „Authentische Charaktere und eine gefährliche Mission sind Teile der Welt, die Bernd Stöhr erschaffen hat. Aufgrund seines eigenen wissenschaftlichen Werdegangs beschreibt er diese Welt so originell und realistisch, dass es das Universum der Wissenschaft ein wenig näher bringt“, sagt Oliver Damian. Zwei Jahre hat er Zeit, den Stoff zu verfilmen, ansonsten fallen die Rechte wieder an den Sachsenheimer zurück.

Im Herbst 2017 ist Stöhrs Roman „DarkSky – Die fremde Bedrohung“ erschienen – im Eigenverlag, „weil kein anderer es wollte“, sagt der 52-Jährige. „Ich habe auch alle Buchhandlungen in der Region abgeklappert, keiner außer die Osiander-Buchhandlung in Bietigheim wollten es auslegen, sie wollten es noch nicht mal lesen“, so Stöhr. Er denke, sagt er, dass die Buchhandlungen abwinken, wenn man mit einen „Book on Demand“ kommt, das man selbst verlegt hat.

Doch im Verkauf läuft der Thriller, der im CERN-Forschungslabor für Teilchenphysik in der Schweiz spielt, ganz gut, wie Stöhr sagt. „Irgendwie habe ich das Gefühl, dass dieser Stoff die Leser interessiert“, sagt er und erklärt, dass der Roman zwar Science-Fiction-Elemente habe, aber eher ein Thriller sei. Dem studierten Elektroingenieur für Mikroelektronik schwirrt der Stoff seit zehn Jahren im Kopf herum, „weil ich das CERN so interessant finde, wollte ich unbedingt mal was drüber schreiben“, sagt er. Zwei Jahre brauchte er dann, bis er die Geschichte entwickelte und aufschrieb.

Und dann half dem Wissenschaftler ein glücklicher Zufall. Am Tag des Buches durften Spiegel-Online-Leser ihre Buchtipps abgeben. Eine von Stöhrs Testleserinnen empfahl „DarkSky“ und es wurde tatsächlich für den Buchblog ausgewählt. Und dort las Oliver Damian den Tipp, kaufte sich das Buch, las es, gab es seinem 15-jährigen Sohn, der es als spannend bewertete und dem Vater riet, das Buch zu verfilmen.

Gleichzeitig schnellte die Verkaufszahl in die Höhe. In der Folge kam nicht nur Oliver Damian auf Bernd Stöhr zu, sondern auch ein Hörbuchverlag. Im Moment schreibt der Sachsenheimer am zweiten Teil der Trilogie, „da geht es zu fremden Planeten“,  verrät er. „Ich glaube“, sagt er, „mein Roman ist nicht schlecht, aber Glück muss man eben auch haben.“

Info Am Dienstag, 20. November, 19.30 Uhr, stellt Bernd Stöhr sein Buch in der Bietigheimer Buchhandlung Osiander vor. Anmeldung in der Buchhandlung.

„DarkSky“ – der Roman

„DarkSky – die fremde Bedrohung“ ist der erste Teil einer Trilogie. Der Veröffentlichungstermin für den zweiten Teil steht noch nicht fest, aber die Vorarbeiten haben bereits begonnen.

Zum Inhalt: Am CERN-Forschungslabor für Teilchenphysik in der Schweiz laufen die Vorbereitungen für das Experiment „DarkSky“ auf Hochtouren, mit dem soll die Existenz der Dunklen Materie nachgewiesen werden. Obwohl das Labor mit einer neuen Überwachungstechnologie ausgestattet ist, gelingt es Unbekannten, in das Labor einzudringen und Daten zu manipulieren. Der Erfinder des Systems, Dr. Henning Finnley, und seine Chefentwicklerin, Dr. Priya Singh, müssen herausfinden, wie ihr System umgangen wurde. Als eine außer Kontrolle geratene Drohne der USA ihren Wagen in die Luft jagt, können sich beide nur in letzter Sekunde retten. Bei ihren Ermittlungen zu den Vorfällen machen sie eine entsetzliche Entdeckung, die den ganzen Planeten zerstören könnte.

Als Serie soll das Buch sechs Folgen haben und bis 2020 produziert worden sein. Produzent Oliver Damian hat sich für seine „27Films Production“ die Rechte auch für die beiden nächsten Bände gesichert. Die Berliner Firma hat beispielsweise den Film „Iron Sky“ produziert, zu dem es wegen des Erfolgs eine Fortsetzung geben wird.

Info „DarkSky“ gibt es als Buch oder E-Book im Handel zum Vorbestellen, bei der Osiander-Buchhandlung in Bietigheim ist es vorrätig, erhältlich ist es auch im Book-on-Demand-Shop oder bei Amazon. Es kostet 11,99 Euro.

www.darksky-trilogie.de

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