Kriminalität Weniger Straftaten, mehr Einbrüche und Sexualdelikte

Sachsenheim / bz 26.07.2018

Einen Rückgang der Kriminalität um 14 Prozent stellten Thorsten Gellhaus, Leiter des Vaihinger Polizeireviers, und Timo Habenicht, Leiter des Polizeipostens Sachsenheim am Dienstag im Sachsenheimer Gemeinderat vor. Damit liegt der Rückgang in Sachsenheim deutlich über dem im Landesschnitt (-4,8 Prozent) und dem im Bereich des Polizereviers Vaihingen (-7,4 Prozent). Bei der Aufklärungsquote hinkt die Stadt allerdings ein wenig hinterher.

598 Fälle wurden in Sachsenheim 2017 polizeilich registriert. 2016 war noch ein Hoch von 695 Fällen erreicht worden. Thorsten Gellhaus sprach daher von einem „deutlichen Rückgang“. Doch es gab auch weniger erfreuliche Zahlen. So sind beispielsweise die Sexualdelikte von drei (2015) über sechs (2016) auf zehn Fälle angestiegen. Timo Habenicht wollte das nicht kleinreden, meinte aber auch: „Das Anzeige-Verhalten hat sich durch die mediale Präsenz verändert.“ Sprich: Früher seien eventuell mehr Fälle im Verborgenen geblieben.

Weniger schwerer Diebstahl

Die Delikte des schweren Diebstahls sind zwar insgesamt von 98 auf 57 deutlich zurückgegangen. Allerdings stieg die Zahl der gemeldeten Wohnungseinbrüche von vier auf sechs. „Das gefällt uns natürlich nicht“, betonte Timo Habenicht. Aber wie auch andernorts wird das Problem verstärkt angegangen. „Mittlerweile frieren wir beispielsweise grundsätzlich den Tatort ein“, meint Habenicht. Heißt: Nichts wird angefasst, ehe die Spurensicherungen eventuelle Fingerabdrücke, Hautpartikel oder Ähnliches sichergestellt hat.

Ebenfalls deutlich mehr Fälle gab es im Bereich Vermögens- und Fälschungsdelikte. Hier stieg die Zahl von 96 auf 130. Hierunter fallen, wie Habenicht erklärte, auch das Ausspähen von Daten oder Betrug im Onlinehandel, wenn beispielsweise bestellte Ware nicht ausgeliefert wird. „Wir haben das im Blick und müssen schauen, wie das weiter verläuft“, meint Habenicht. Die Zahlen aus dem ersten Halbjahr 2018 deuteten auf einen Rückgang hin.

„Auffallend gut“ sei hingegen der Rückgang bei Körperverletzungen kommentierte Habenicht den Abfall von 73 auf 56 registrierte Taten. „Das ist ein sehr gutes Zeichen, da dieser Bereich häufig von der Straßenkriminalität beeinflusst wird“ sprich auf offener Straße passiert und somit auch das Sicherheitsempfinden der Bürger beeinflusst.

Die meisten Fälle wurden in Großsachsenheim (430) registriert, gefolgt von Kleinsachsenheim (84), Hohenhaslach (56), Ochsenbach und Spielberg (zusammen 24) sowie Häfnerhaslach (4). Die Aufklärungsquote ist in Großsachsenheim mit 53,5 Prozent deutlich am geringsten. Die Polizei führt dies auch auf die eher städtischen Strukturen und die höhere Anonymität zurück.

„Aus meiner Sicht gibt es keine Häufungen, die Besorgnis erregend sind“, betont Thorsten Gellhaus mit Blick auf Sachsenheim. Ohnehin gelte für den Bereich des Polizeireviers Vaihingen: „Es fällt keine Stadt übermäßig ins Gewicht.“ Die Stadträte nahmen die Zahlen zufrieden entgegen.

Wer sind die Täter?

Parallel zur Anzahl der Straftaten ist in Sachsenheim auch jene der ausgemachten Tatverdächtigen gesunken: von 302 im Jahr 2016 auf 255. Von diesen sind 20 Kinder bis 14 Jahre, 25 Jugendliche bis 18 Jahre, 27 Heranwachsende bis 21 Jahre und 183 Erwachsene.

Die Straftaten wurden in 91 der 255 Fälle von Nicht-Deutschen verübt. Bedenkt man, dass laut Polizei rund 2700 ausländische Bürger in Sachsenheim leben, ist der prozentuale Anteil nicht-deutscher Täter relativ gesehen deutlich höher: Sie machen rund 15 Prozent der Bevölkerung aus, sind aber für mehr als 35 Prozent der Straftaten verantwortlich. „Das ist aber deutschlandweit so“, meint Thorsten Gellhaus, Leiter des Polizeireviers Vaihingen. Asylbewerber machen 18 Prozent der Tatverdächtigen aus. In absoluten Zahlen: 16. msc

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