Sachsenheim Wegen verlegtem Schacht: Schäden an Hausfassade

Von Mathias Schmid 15.08.2018

Familie Moosbrugger ist ratlos: Jedes Mal, wenn Simone und ihr Mann Helmut nach Hause in die Großsachsenheimer Straße in Kleinsachsenheim kommen, müssen sie an der beschädigten Fassade ihres Heims vorbei. Seit Jahren spritzen bei Regen vorbeifahrende Autos Wasser aus einer Pfütze, die sich auf der Straße vor dem Haus bildet an selbiges. Die Folge sind Schäden und eine Familie, die sich allein gelassen fühlt. Bisheriges Anklopfen bei Gasversorger und Stadt haben zu keiner Besserung geführt. Auf BZ-Nachfrage verspricht die Stadt, noch in diesem Jahr zu reagieren.

„Wir fühlen uns schon verarscht und nicht ernst genommen“, sagt Helmut Moosbrugger beim Ortstermin mit der BZ. Und weiter: „Wir werden sprichwörtlich im Regen stehen gelassen. Den Verantwortlichen scheint es völlig wurscht, was mit dem Haus passiert.“ Damit meint er die Sachsenheimer Stadtverwaltung und den Energieversorger EnBW, der den Schacht vor rund sechs Jahren näher in Richtung des Hauses der Moosbruggers verlegt habe. Mehrmals haben sie seither Kontakt mit beiden Seiten gehabt, was sie mit Dokumenten bezeugen. Daraufhin gab es auch Ortsbesichtigungen, bisher aber noch keine Lösung.

„Nach dem Versetzen des Gasdeckels in unsere Richtung haben wir zunächst bemerkt, dass dieser klappert“, berichtet Simone Moosbrugger, die das Haus vor mehr als 20 Jahren gekauft und saniert hat. Der Deckel gibt mittlerweile Ruhe – aber nicht, weil das Problem behoben worden sei, sondern weil sich Dreck darunter angesammelt habe, vermutet das Ehepaar.

Viel schlimmer wirkt ohnehin die Senke auf der Straße direkt vor dem Haus der Familie. „Das Wasser bleibt stehen. Immer wenn es regnet, spritzt es an unser Haus, wenn die Autos vorbeifahren“, berichtet die 55-Jährige. „Das Holz quillt, der Putz bröckelt“, klagt sie. Auch für kleine Risse in der Fassade macht sie die Absenkung verantwortlich.

Der 59-jährige Familienvater hatte auch immer wieder nachgefragt, ob das Problem nicht im Zuge naheliegender Bauarbeiten mit behoben werden könne. „Passiert ist nichts“, ist Helmut Moosbrugger enttäuscht. Ein Nachbar will sogar beobachtet haben, wie Arbeiter das Gefälle getestet haben, indem sie eine Flasche Wasser ausleerten – allerdings auf der falschen Straßenseite.

Besonders die Dame des Hauses betrachtet die Schäden mit Wehmut. 1982 hat sie das lang unbewohnte Haus gekauft und hergerichtet. Vieles geschah in Eigenarbeit mit der Hilfe von Freunden und Familie. „Das tut schon weh, wenn man das jetzt sieht“, betont Simone Moosbrugger. Mittlerweile hat ihr Mann selbst Hand angelegt und Hohlkammerplatten mit Holzlatten an dem Teil der Fassade verschraubt, an die das meiste Wasser spritzt. „Das sieht zwar nicht schön aus, hilft aber, die Fassade trocken zu halten“, meint er.

Vor ziemlich genau einem Jahr hat er das Problem zuletzt an die Stadt gemeldet – mit dem Hinweis, dass es wegen Personalwechsel zwar nicht vergessen wurde, aber erst einmal hinten angestellt werden muss. Seither, so die Moosbruggers, hätten sie nichts mehr gehört. In Vergessenheit geraten ist das Thema bei der Stadt aber offensichtlich nicht. Auf BZ-Nachfrage teilt sie mit: Es „muss ein Straßeneinlauf gesetzt und das Straßengefälle etwas angepasst werden, damit das Wasser dort ablaufen kann.  Die Arbeiten werden in diesem Jahr noch möglichst zeitnah erledigt.“

Erhebliche Schäden

Noch nicht klar ist, wer am Ende für die entstandenen Schäden am Haus aufkommen wird. Die sind nach Schätzungen von Helmut Moosbrugger schon jetzt erheblich: „Der Putz muss komplett weg, dann muss man schauen, wie tief der Schaden reingeht. Balken müssen trockengelegt, eventuell sogar ausgetauscht werden.“ Bisher ergebe es allerdings keinen Sinn, damit loszulegen. „Ich kann das nicht machen, so lange die Straße nicht gerichtet ist.“ Deshalb ist die Familie Moosbrugger froh, dass es jetzt losgehen soll. Nur: Glauben will sie es nach den Enttäuschungen in den vergangenen Jahren erst, wenn es tatsächlich so weit ist.

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