Gemeinderat Waldkindergarten soll für Entlastung sorgen

Oberriexingen / Yasina Hipp 08.11.2018

„Ausreichend Betreuungsplätze für Kinder zu schaffen, ist natürlich ein großes Anliegen der Stadt. Derzeit haben wir aber leider nicht die baulichen Kapazitäten“, sagte Bürgermeister Frank Wittendorfer in der vergangenen Oberriexinger Gemeinderatssitzung. Bereits im April diesen Jahres stellte die Verwaltung fest, dass dringend weitere Betreuungsplätze sowohl für unter dreijährige, als auch für drei- bis sechsjährige Kinder geschaffen werden müssen.

In der Sitzung des Gemeinderates präsentierte Wittendorfer nun eine kreative und neue Idee, um vor allem im Bereich der Drei- bis Sechsjährigen mehr Plätze anbieten zu können: eine Natur- und Waldkindergartengruppe. „Dieses Modell ist aktuell sehr nachgefragt und gibt es bisher auch noch nicht in Oberriexingen“, so der Bürgermeister, „die Gruppe könnte dann die Reutwaldfüchse heißen.“

Die neue Gruppe soll aus etwa 20 Kindern bestehen, bei verlängerten Öffnungszeiten von 8 bis 14 Uhr. Die Stadtverwaltung hat sich für dieses Vorhaben bereits die bestehenden beiden Waldkindergartengruppen in Groß- und Kleinsachsenheim angeschaut und mit den Verantwortlichen Gespräche geführt. „Bisher stehen wir noch in den Kinderschuhen und es muss noch einiges geplant und organisiert werden“, meinte Bürgermeister Wittendorfer.

Zur Planung gehöre vor allem die Grundstücksfindung, die Grundstückssicherung und die Entwicklung eines pädagogischen Konzeptes.

Im Hinblick auf ein geeignetes Grundstück hat die Verwaltung bisher drei mögliche Standorte in Betracht gezogen. Zum einen eine Lichtung beim Wasserhochbehälter im Reutwald, ein kleines Grundstück hinter dem Waldspielplatz und weiter nördlich eine Obstbaumwiese, die aktuell allerdings noch verpachtet ist. Bei allen drei möglichen Orten muss natürlich einiges beachtet werden, wie die Zulieferung und Abholung der Kinder, Zugänglichkeit von Wasser und Strom und die Sicherheit der Kinder.

Bürgermeister Wittendorfer betonte auch den Charme eines solchen besonderen Kindergartens: „Meistens gibt es da nur einen spartanisch eingerichteten Bauwagen mit den wichtigsten Sachen. Und ansonsten werden die Kinder das ganze Jahr über bei Wind und Wetter draußen sein.“

Bei den Kosten der Errichtung könne man im Hinblick auf die bestehenden Gruppen in Sachsenheim mit Kosten von zirka 80 000 bis 120 000 Euro rechnen. Pro Jahr soll eine solche Gruppe dann rund 125 000 Euro kosten, wobei ein Großteil auf die Personalkosten entfällt. „Beim Personal wird es besonders wichtig sein, Erzieher mit naturpädagogischen Erfahrungen und Kenntnissen zu finden“, sagt Wittendorfer.  Nach einstimmiger Zustimmung des Gemeinderates erfolgt nun die Konzeptionierung mit Einbindung der Eltern und des Elternbeirates. Diese neue Gruppe könnte dann schon im Frühjahr 2019 mit dem Kindergartenbetrieb starten.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel