„Findet Nemo“ lautete das Motto des 20. Ferienwaldheims der evangelischen Kirchengemeinde Großsachsenheim. Die Kinder und Betreuer zeigten am Freitagabend bei ihrer Abschlussveranstaltung im Foyer des chrsitlichen Lichtensterngymnasiums einen Querschnitt durch all das, was ihnen im imaginären pazifischen Ozean so einfiel. Sie nahmen sogar das Fernsehen aufs Korn: „Waldheim sucht den Superstar“.

186 Kinder betreut

Zwei Wochen lang wurden in diesem Jahr 186 Kinder aus dem gesamten Sachsenheimer Stadtgebiet täglich von 8 bis 17.30 Uhr in 14 Gruppen betreut. Die Diakonin, Andrea Renk, konnte sich dabei absolut auf ihr siebenköpfiges Leitungsteam verlassen. 36 Betreuer im Alter von 16 bis 25 Jahren hatten ihren Spaß mit den Sechs- bis 14-Jährigen. Das machte sich beim Bühnenprogramm zum Abschluss des Waldheims 2019 bemerkbar.

Die Schule war zum Platzen voll und Eltern wurden mit ihren Handys zu Hobbyregisseuren, um den Auftritt des Nachwuchses festzuhalten. Die tänzerisch umgesetzte Titelmusik zu „Findet Nemo“ hieß „Sing Halleluja“. Mit coolen Sonnenbrillen tauchten die Darsteller im Waldheim-T-Shirt in die Handlung des 3 D-Films ein. Die Kinder und Betreuer nahmen ihr Publikum mit in eine bunte und belebte Wasserwelt, wo es um Themen wie Gruppenzwang, Angst, Vertrauen und Selbstvertrauen ging. Lieder, Rollenspiele, Tänze und Wortspiele im Sketch ließen die Zuschauer am Erlebten teilnehmen. Jede Altersgruppe lieferte eine Präsentation ab, die das Waldheim 2019 widerspiegelte.

Kinder singen mit Begeisterung

„Sei ein lebendiger Fisch:“ Dieses Lied sangen alle Kinder zusammen mit großer Begeisterung. Im Text ging es darum, getrost auch einmal gegen den Strom zu schwimmen, wenn etwas für nicht in Ordnung befunden wird. Einen witzigen Text zu einer bekannten Melodie hat die Gruppe zehn geschrieben: „Herr, gib mir Kuchen, Kekse, Pudding und Eiscreme.“ „Warum kann ein Skelett so schlecht lügen?“, diese Frage stellte die Gruppe elf in ihrer Witze-Show. Die Antwort: „Weil es so gut zu durchschauen ist.“ Wer Cola zu Bier trinkt, kollabiert, und wer wer nicht zum Arzt will, ruft einfach an und sagt, er sei krank: So hatten die Witzbolde die Lacher auf ihrer Seite.

Im „Waldheim-Quiz“ wurde das Wissen des Publikums auf die Probe gestellt. Pauline Lampert, bis vor einem Jahr noch Waldheim-Leiterin, konnte sich nicht gegen die anfeuernden Zuschauerrufe wehren und ging gegen einen Vater auf die Bühne. Wer als erstes auf die Klingel drückte, durfte antworten. Lampert war mit den Schätzungen, wie viele Nutella-Brote im Waldheim verschlungen wurden und wie viele „Findet Nemo“-Shirts gedruckt wurden, am nächsten dran. A propos Nutella-Brot: im Waldheim gab es jeden Tag drei Mahlzeiten. Regina Kuphal, seit über 20 Jahren Küchenchefin, managte die Einsätze von 61 Elternteilen am Kochlöffel.

Waldheim sucht den Superstar

Die „Special-Show“ der „Sprungbrett-Gruppe“ führte Dieter Bohlen in „Waldheim sucht den Superstar“ rhetorisch brillant an der Nase herum. Alleine trauten sich die Kandidaten schon gar nicht vor die Jury. Sie sangen alle im Duett, um Kommentaren wie „total schwach angefangen und total stark nachgelassen“ Stand zu halten. Beim „Sprungbrett“ handelt es sich um Jugendliche, die dem Plattenvertrag die Ausbildung zum ehrenamtlichen Betreuer ab 16 Jahren vorziehen. Dazu gehört zum Beispiel Ernst Stefan Gronbach, der Sohn des Schulleiters vom Lichtensterngymnasium. Er ist schon seit zehn Jahren dabei. Das vom Kultusministerium geförderte Ehrenamt, dokumentiert im „Quali-Pass“, macht sich auch bei Bewerbungen ganz gut.

Für die Waldheim-Betreuer gab es am Ende eine finanzielle Entschädigung, eine Urkunde und einen Gutscheins für die 3 D-Ausstellung „Great Beria Riff“ im Gasometer Pforzheim. Waldheime haben im Übrigen eine lange Tradition. Es gibt sie schon seit 1921.