wahlkreis:Vaihingen (13) Wahlkreis Vaihingen: Euphorie bei Rösler, Schock bei Epple

Vaihingen / SWP 14.03.2016
Sensation in allen drei Wahlkreisen des Landkreises Ludwigsburg: Klare Sieger sind die Grünen und die AfD. Die BZ sammelte am Wahlabend Reaktionen von den Kandidaten aller Parteien.

Triumph bei Markus Rösler: Der Grünen-Kandidat für den Wahlkreis Vaihingen holt sensationell das Direktmandat im Wahlkreis Vaihingen: Mit 33,07 Prozent hat er seinen Konkurrenten von der CDU, Konrad Epple, deutlich auf den zweiten Platz verwiesen: Dieser erhielt 27,02 Prozent. "Ich bin sehr glücklich." Zwar habe er "in aller Bescheidenheit" anlässlich der letzten landesweiten Umfragen ein Direktmandat für wahrscheinlich gehalten, aber dass es am Ende so deutlich wird, finde er "phänomenal". Rösler sagte weiter: "Vor allem aber freut mich, dass ich im Vergleich zur letzten Landtagswahl noch stärker über dem Landesschnitt meiner Partei liege." Stand Sonntagabend, 21 Uhr, übertraf Rösler das ohnehin bärenstarke Landesergebnis seiner Partei um 2,7 Prozentpunkte, vor fünf Jahren waren es am Ende 1,3 Prozent. Rösler sieht seinen starken Zuwachs als Bestätigung seiner Arbeit an. "Viel Kretschmann und auch ein bisschen Rösler", mit diesen Effekten erklärt sich Rösler sein Ergebnis.

Schock dagegen bei Konrad Epple. Der weit abgeschlagene CDU-Mann hat Stand Redaktionsschluss zwar sein Direktmandat im Wahlkreis Vaihingen verloren, hofft aber noch auf die Zweitauszählung, um wieder in den Landtag zu kommen. "Mit so einem Ergebnis ist man schon enttäuscht. Das muss man hinnehmen", kommentierte der Ditzinger sein Ergebnis von 27,02 Prozent. "Ich denke, ich kann mir persönlich keine große Schuld zuweisen." Eine Hauptursache für seine Wahlschlappe sieht er im starken Ergebnis der AfD. Kandidatin Anja Markmann kam auf 14,11 Prozent - obwohl sie in Heidelberg lebt. "Die Stimmen der AfD müssen ja irgendwo hergekommen. Es hieß immer, dass auch manche Stimmen von ehemaligen SPD-Wählern kommen. Wenn man sich aber ansieht, wie stark die CDU im Wahlkreis Vaihingen verloren hat, dürfte klar sein, woher diese Stimmen größtenteils gekommen sind." Andere Gründe wollte Epple am Sonntagabend noch nicht nennen. Kommt er nicht mehr in den Landtag, plant er, in seinen Beruf als Schlossermeister zurückzukehren.

AfD-Kandidatin Anja Markmann findet sowohl das landesweite Abschneiden der AfD "hervorragend, aber auch ihr eigenes Ergebnis im Wahlkreis Vaihingen: 14,11 Prozent. "Aus dem Stand heraus, als Heidelbergerin in Vaihingen, das übertrifft meine Erwartungen." Die Informatikerin sagt, diese Ergebnisse zeigten, dass die Demokratie noch funktioniere.

SPD-Kandidat Egon Beck antworetete auf die Frage nach seiner aktuellen Stimmungslage: "Ich bin total deprimiert und jetzt zuhause." Mehr wollte er am Sonntagabend auch nicht sagen, weder zu seinem noch zum allgemeinen Ergebnis der SPD.

FDP-Kandidat Roland Zitzmann zeigte sich "zufrieden" mit seinem Ergebnis. Auch zufrieden sei er, dass die FDP im Landtag gestärkt werde. "Das war unser Ziel, das haben wir erreicht." Er präferiere eine "schwarz-rot-goldene" Koalition. "Gold", weil dann Gelb, die FDP "das Zünglein an der Waage" sei.

Linken-Kandidat Peter Schimke war vom Ergebnis enttäuscht, doch die Welt drehe sich weiter, meinte er, und so werde man auch weiter kämpfen.

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