Helmut Lang ist gerne Mitglied im Markgröninger Seniorenrat. „Es ist wichtig, dass die Belange der älteren Menschen in der Öffentlichkeit und auch bei der Stadt wahrgenommen werden. „Wir haben in den vergangenen Jahren viele Kontakte zu anderen Gruppierungen und Organisationen für Senioren im Landkreis Ludwigsburg und auch darüber hinaus zum Landesseniorenrat in Baden-Württemberg geknüpft“, betont der Unterriexinger, der bisher Vorsitzender des Seniorenrats ist.

Umso enttäuschter ist Lang, dass sich bisher keine neuen Kandidaten für die bevorstehende Neuwahl des Seniorenrats finden lassen. Er kann krankheitsbedingt nicht mehr antreten. „Mit mir hören sieben weitere Mitglieder auf. Vier wollen ihre Arbeit im Seniorenrat fortsetzen. Aber gemäß unserer Satzung brauchen wir zwölf Mitglieder und damit auch mindestens zwölf Kandidaten“, erläutert Lang. In einem ersten Wahlaufruf bis Ende Oktober 2019 fanden sich keine Weiteren. Die Stadt hat daher beschlossen, bis zum 9. Dezember erneut die Möglichkeit zu eröffnen, Wahlvorschläge einzureichen.

„Wir sind darüber nicht so glücklich, dass gleich nach dem erfolglosen ersten Wahlaufruf ein zweiter hinterhergeschickt wurde. Besser wäre es gewesen, gemeinsam mit der Stadt zunächst zu überlegen, wie der Seniorenrat künftig agieren will“, macht Lang deutlich. So kann er sich eventuell vorstellen, dass ähnlich wie bei der Jugend künftig nur noch ein Seniorenbeirat in Markgröningen aktiv ist. Auch der Jugendgemeinderat wurde 2016 in einen Jugendbeirat umgewandelt, weil sich zu wenig Kandidaten fanden.

„Auch der Seniorenrat, wenn er in dieser Form weiter bestehen soll, muss irgendwie unter dem Dach der Stadtverwaltung verankert sein. Denkbar wäre ein Büro für Seniorenangelegenheiten, dem der Seniorenrat angeschlossen ist“, betont der scheidende Vorsitzende des Seniorenrats. „Die Beratung durch uns Seniorenvertreter bei wichtigen Entscheidungen der Stadt beispielsweise zur Barrierefreiheit ist doch von großer Bedeutung.“

Alles umsonst

Lang befürchtet, dass der zweite Wahlaufruf auch nicht erfolgreicher sein wird und der Fortbestand des Seniorenrats in Markgröningen akut gefährdet ist. „Ich habe Angst, dass alle unsere Arbeit seit 2016 umsonst war und alles im Sande verläuft. Es gibt noch so viele Themen, die für die Senioren der Stadt bearbeitet werden müssten.“

So haben die Mitglieder des Seniorenbeirats unter anderem den Mittagstisch in Unterriexingen ins Leben gerufen, bei dem regelmäßig bis zu 80 ältere Menschen im Markgröninger Stadtteil verköstigt werden. Neben verschiedenen Maßnahmen im Straßen- und Verkehrsbereich haben die Seniorenräte sich für einen Rufbus eingesetzt und eine Notfallkarte geschaffen. „Vor allem aber haben wir ein breites Netzwerk für unsere Arbeit für die Senioren aufgebaut und regelmäßig Vorträge organisiert“, so Lang. Aber auch da habe sich gezeigt, dass das Interesse der älteren Menschen in Markgröningen bisweilen sehr gering ist: „Es gibt mehr als 3000 Menschen über 60 in der Stadt, aber nicht einmal zwölf davon wollen sich für ihre Altersgenossen engagieren“, sagt er enttäuscht.

Wahl des Seniorenrats: Infos für Interessierte


Wer für den Seniorenrat kandidiert, muss älter als 60 Jahre und Bürger der Europäischen Union sein. Auf der Internetseite der Stadt gibt es das Wahlformular. Die Mitglieder des Seniorenrats arbeiten aktuell in Arbeitskreisen zu verschiedenen Themen. Der Seniorenrat tagt bisher sechsmal im Jahr zu öffentlichen Sitzungen. Die aktuelle Legislaturperiode des auf zwei Jahre gewählten Gremiums endet im Januar 2020.  mig