Oberriexingen Vor Testpublikum bestanden

 In der Festhalle von Oberriexingen gab Dodokay einen Vorgeschmack auf sein neues Programm.
 In der Festhalle von Oberriexingen gab Dodokay einen Vorgeschmack auf sein neues Programm. © Foto: Richard Dannenmann
Oberriexingen / Von Heike Rommel 05.11.2018

In der ausverkauften Oberriexinger Festhalle hat der „Schwaben-Synchro-Grasdackel“ Dominik „Dodokay“ Kuhn am Samstagabend  anlässlich des 1225-Jahre-Jubiläums Oberriexingens eine Prewiew auf seine neue Comedy-Show „Genau mein Ding!“ gespielt. Die Oberriexinger waren sozusagen seine „Versuchskaninchen“ im Vorfeld seiner Tournee. Sie stellten „Dodokay“, der den Schwaben-Dialekt bis in die letzte Silbe analysierte, mit ihrem Applaus ein gutes Zeugnis aus.

Als Vorzeigeschwabe eingeladen

Eingangsmelodie aus der Serie „Dallas“, Pamela telefoniert auf Schwäbisch mit dem Bösewicht J.R. Ewing: Nicht nur damit zeigte „Dodokay“, wie er Filmausschnitte synchronisiert. Der Reutlinger gab auch Einblicke in seine Arbeit im Studio, wo er ganze Nächte verbringt, um beispielsweise James Bond als schwäbischen Sanitärverkäufer auftreten zu lassen. Nach seinen Filmen auf „You Tube“ findet es Dominik Kuhn „völlig abgefahren“, dass er jetzt als „Vorzeigeschwabe“ sogar von Ministerpräsident Winfried Kretschmann eingeladen wird. Die erste Ideengeberin war seine Nachbarin, Frau Metzge, erzählt er. Ein „Alien-Mutantenmonster“ quasi, weil er deren breites Schwäbisch schon als Kind nicht verstand: „Ha, wo nora karscht no du?“

„Dodokay“ eignete sich die schriftdeutsche Sprache an, wurde Rundfunksprecher und sprach Hunderte von Werbespots, bis ein Auftraggeber mal dahinter kam, dass er doch auch Schwäbisch könne. Das klänge authenthischer: Also verkaufte er „Kloschissla vom Maier ond Ihne ko älles scheißegal sei“. „Werbung ist böse“ prophezeite „Dodokay“, dass es irgendwann einmal Nürnberger Werbeprozesse gebe und dann hieße es „mir hend von nix gwisst“.

Dominik Kuhn hat  mittlerweile sogar einen 90-minütigen Spielfilm auf Schwäbisch synchronisiert: „Die 1000 Glotzböbbel (Augen) von Dr. Mabuse“. Eine Szene aus dem Film von Fritz Lang führte er in Oberriexingen vor. Ein Paar trennt sich, weil sie sich ausgenutzt fühlt. Sie: „Was willsch du eigentlich von mir?“ Er: „Deinen Sicomatic ausleihen.“

Begegnung von „Dodokay“ mit Günter H. Oettinger im Stuttgarter Renitenz-Theater: „Sie sind doch im Europaparlament der Personalchef von 30 000 Leuten, machen sie ihre Einstellungesgespräche auf Englisch?“ Ich kenne einen Witz, den hat der „Witz vom Olli“ noch nie erzählt, brachte „Dodokay“ einen Schwaben als Hafenarbeiter nach Hamburg, wo ein Frachter aus China ankommt. „Schmeiß des Zeug ra“, ruft der Schwabe. Der Chinese versteht nichts. „Do you speak English“, fragt der Schwabe. „Yes“, antwortet der Chinese. „Hano, dann schmeiß doch des Zeug ra!“

600 Stunden Bundestag hat „Dodokay“ geschaut, um unter dem Titel „Mein SV 49“ Abgeordnete zu synchronisieren. Er macht sie zu Ausrichtern einer Vereinsveranstaltung und zu einer Schulklasse. Fritz Kuhn, den Stuttgarter Oberbürgermeister traf Dominik Kuhn im Suttgarter Rathaus. „Dominik Kuhn, gell? Ich bin der Orgelspieler von ihrem Vereinsfest.“

„Schwaben fangen ihren Satz immer mit „Ha“ an, Das „Ha“ ist auch ein wichtiger Aufhänger in „Dodokays“ neuer Show. Ein Auszug: Bricht ein Vulkan in der Nähe von Schwieberdingen aus, guckt der Schwob zum Fenster naus und sagt „Ha no“. Schwaben kommentieren auch immer alles mit blöden Fragen wie „So, ka mer scho uff sei?“

Alle bekommen ihr Fett weg

Arzthelferinnen, Bäckereifachverkäuferinnen – alle bekamen von „Dodokay“ ihr Fett darauf hin ab, dass man fürs Kommen dürfen auch noch dankbar sein müsse. Der Schwabe hört nicht zu, erklärt „Dodokay“ dass dieser die Zeit, wenn er angesprochen wird, nutzt, um seine eigene Geschichte vorzubereiten. Schwaben könnten auch nicht „ich liebe dich“ sagen, sondern lediglich „i mog di“. Die schwäbische Sprache sei einfach nebulös.

Andererseits seien Schwaben auch angstfrei, wie er am Beispiel eines Schwaben erzählt, der bei der spanischen Inquisition nicht in den Kerker abgeführt werden wollte, sondern alleine hin ging. „Grüß Gott, i soll do hanna zum Foltern vorbei komma. Isch die Foltermaschin‘ vom Chines‘? Do stimma ja scho dia Daumaschrauba ned.“

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