Kandidatur Verwaltungsjurist will den Chefsessel

Der 48-jährige Holger Albrich will Nachfolger von Horst Fiedler werden.
Der 48-jährige Holger Albrich will Nachfolger von Horst Fiedler werden. © Foto: Alrich
Sachsenheim / bz 10.11.2018

Bei der am 3. Februar stattfindenden Bürgermeisterwahl in Sachsenheim wird der 48-jährige Verwaltungsjurist Holger Albrich kandidieren. Dies gab er am Freitag bekannt. Seine Bewerbung hat er bereits am ersten Tag nach der Stellenausschreibung, am 27. Oktober eingereicht. Albrich lebt mit seiner Ehefrau und den zwei gemeinsamen Kindern seit mehreren Jahren in Ludwigsburg. Er stammt aus Großsachsenheim und ist dort aufgewachsen. Seit sechs Jahren arbeitet er im Ministerium für Soziales und Integration in Stuttgart.

Vor Ort anpacken

„Nach nun fast 20 Jahren als Jurist in der öffentlichen Verwaltung, auf unterschiedlichen Ebenen und Gebieten, ist jetzt für mich der richtige Zeitpunkt, um als Bürgermeister vor Ort anzupacken. Meine Heimatstadt Sachsenheim ist dabei für mich nicht irgendeine Stadt, sondern Herzenssache“, so Albrich. Mit Sachsenheim sei er immer eng verbunden geblieben, durch viele Freundschaften, seine Zeit als Jugendspieler bei den Sportfreunden Großsachsenheim, durch die Urzeln, bei denen er seit seiner Kindheit aktiv ist und durch den Tennisclub Großsachsenheim, für den er bei den Herren 30 antritt und dessen Erster Vorsitzender er ist. Albrich begann seine berufliche Laufbahn bei den Sozialkassen der deutschen Bauwirtschaft in Wiesbaden. Dort ging es um die Durchsetzung deutscher Sozialstandards gegenüber ausländischen Baubetrieben. Seine nächste berufliche Station war bei der Landesanstalt für Kommunikation in Stuttgart, wo er am Aufbau der Strukturen für die Radio- und Fernsehlandschaft in Baden-Württemberg sowie des Jugendmedienschutzes mitwirkte, wie er mitteilt. Im Anschluss daran arbeitete er bei der Europäischen Kommission in Brüssel mehrere Jahre an der Weiterentwicklung der europäischen Medienpolitik und dabei insbesondere des Jugendmedienschutzes. Aus Brüssel mitgenommen habe er die Überzeugung, dass man bei allen Unterschieden erfolgreich für gemeinsame Ziele arbeiten könne. Diese Erfahrung wolle er auch als Bürgermeister in Sachsenheim nutzen. Aus seiner sechsjährigen Tätigkeit im Ministerium für Soziales und Integration in Stuttgart bringe er eine Reihe von für die Kommunen wichtigen Themen mit, etwa Familien, Kinder und Jugend, Senioren, Inklusion, Gleichstellung, Integration, Pflege und Gesundheitsversorgung. Als Verwaltungsjurist kenne er den politischen und rechtlichen Handlungsrahmen einer Stadt. Dies hält er für wichtig, um die Spielräume der Stadt richtig zu nutzen und die Weichen für die nächsten Jahrzehnte richtig zu stellen. „Ich weiß, wie man sich als Kommune im Land Gehör verschafft und weiterkommt, auch bei Fördergeldern“, sagt Albrich.

Die Kunst sehe er darin, dass die Stadt mit ihren begrenzten Handlungsmöglichkeiten in allen wichtigen Bereichen das Optimale erreicht. Dazu müsse man nicht nur gut bei den Ausgaben haushalten, sondern auch schauen, wie man zu mehr Einnahmen kommen kann. Hierzu setzt Albrich auf eine aktive Wirtschaftsförderung, um das Potenzial für höhere Gewerbesteuereinnahmen zu nutzen. Die Themen Kinderbetreuung, Bildung und die Schwierigkeit, Beruf und Familie unter einen Hut zu bekommen seien ihm auch privat vertraut als zweifacher Familienvater mit einer in Teilzeit berufstätigen Ehefrau. Weitere Themen, die Albrich gemeinsam mit allen Beteiligten angehen möchte sind die Gestaltung der Schullandschaft, die Attraktivität der öffentlichen Orte und die Verbesserung der Nahversorgung in allen Stadtteilen, wo nötig auch der Breitbandversorgung, die Betreuungssituation von pflegebedürftigen und älteren Menschen, das Kulturangebot sowie Freizeitangebote für Jugendliche und Senioren.

Verkehr und Mobilität

Bei den Themen Verkehr und Mobilität müsse man gemeinsam mit den Nachbarkommunen und den zuständigen Stellen intelligente Lösungen finden, um beispielsweise Ochsenbach vom Schwerlastverkehr zu entlasten. Ein besonderes Anliegen sei es ihm, dass die sechs Stadtteile sich mehr als Teil eines Ganzen sehen. Dies stehe für ihn aber nicht in Widerspruch zur Bewahrung der Identität und Eigenständigkeit der einzelnen Stadtteile. Auch hier setze er auf die Integrationskraft der Vereine. Seit langem beschäftige er sich mit einer Bürgermeister-Kandidatur in Sachsenheim. Seine Gespräche, die er seit einem Jahr dazu führe, hätten ihn darin bestärkt, es zu versuchen. „Ich möchte in den nächsten Wochen erfahren, was die Sachsenheimer bewegt“, schließt Albrich.

Info Die Bürgermeisterwahl in Sachsenheim findet am 3. Februar 2019 statt. Ein möglicher zweiter Wahltermin findet am 17. Februar statt. Die Bewerbungsfrist läuft bis zum 7. Januar, 18 Uhr. Der Musikpädagoge Ullrich Raisch hat seine Bewerbung bereits abgegeben.

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