Die Fußgängerbrücke über die Metter in Großsachsenheim wird wohl noch eine ganze Weile gesperrt bleiben. Wie lange, das kann die Stadt nicht sagen. Vielleicht wird sie sogar gar nicht mehr geöffnet. Eine Querungshilfe soll aber möglichst bald Fußgänger sicher auf die andere Seite geleiten.

Seit dem 16. Juli ist die Holzbrücke aus Gründen der Verkehrssicherheit bereits gesperrt. Eine Sonderprüfung durch eine Fachfirma hat nun ergeben, dass die Brücke in einem viel maroderen Zustand ist, als zunächst angenommen. Als „extrem schlecht“ bezeichnet die Stadt diesen sogar. Von außen sei das nicht ersichtlich gewesen.

Aufwändige Erneuerung

Eigentlich wollte man die alte Brücke austauschen, sprich abheben und eine neue Brücke aufsetzen. „Das wäre schnell und kostengünstig gegangen“, betont Stadtsprecherin Nicole Raichle. Geht aber nicht. Denn: „Nun stellte sich heraus, dass auch die Widerlager marode sind und die Brücke komplett neu aufgebaut werden muss. Das macht die Sache teuer und zeitintensiv.“ Noch ist laut Verwaltung daher gar nicht sicher, dass der Überweg überhaupt saniert wird.

Die Sperrung wird in jedem Fall langfristig sein. Bis Ende des Jahres hat das Landratsamt diese bereits angeordnet. Wie schnell es hier voran geht, hängt zudem nicht nur von der dortigen Lage ab. „In Sachsenheim sind viele Brücken nicht in bestem Zustand“, so Raichle. 26 der 29 Sachsenheimer Brücken wurden geprüft. Gleich mehrere müssen saniert werden (die BZ berichtete). „Es wird derzeit eine Prioritätenliste erstellt“, sagt sie.

Immerhin: Die Stadt verspricht, möglichst zeitnah eine Querungshilfe für Fußgänger einzurichten, sodass die andere Seite sicher erreicht werden kann. Das hatten Bürger im Anschluss an die Sperrung bemängelt. Auch in der jüngsten Gemeinderatssitzung warnte ein Bürger vor Unfällen: „Die Fahrzeuge kommen dort sehr schnell angepfiffen.“

Verkehrszählung wird geprüft

„Wir sind da dran“, verweist Pablo Burkhardt, Leiter des Tiefbauamts, auf eine Verkehrszählung, die bereits dem Landratsamt zur Prüfung übergeben wurde. Nun sollen noch die Querungszahlen erhoben werden, dann wird entschieden, ob es einen Zebrastreifen oder eine Ampel geben wird. „Es wird ein Überweg kommen, da bin ich mir sicher“, nimmt Burkhardt einen Teil des Ergebnisses vorweg. „Dieser Überweg wird dann auch bleiben“, sagt Sprecherin Raichle – unabhängig davon, wie es mit der gesperrten Seite weitergeht.

Wie dauerhaft diese Lösung dann ist, muss sich zeigen. Denn mittlerweile wurde auch die Fußgängerbrücke auf der anderen Straßenseite untersucht. Auch sie ist in „nicht gutem Zustand“, sagt Raichle. Noch kann sie aber genutzt werden. Der Überweg für Autofahrer fällt indes in den Zuständigkeitsbereich des Landratsamts. Die Zustände der Fußwege lassen keinen Rückschluss auf die Beschaffenheit der Straße zu. Denn die einzelnen Teile stehen gänzlich unabhängig voneinander, betont die Stadtsprecherin.