Erdgas Varianten im Gemeinderat vorgestellt

Oberriexingen / Rudi Kern 01.12.2016

Ein frühzeitiger und transparenter Dialog mit den Ratsgremien steht zur Realisierung für das Gas-Fernleitungsnetz bei der Firma „terranets bw GmbH“ obenan. Ein Großprojekt, für das ein Raumordnungsverfahren zu veranlassen ist, steht hierzu an. Die sogenannte „Neckar-Enztal-Leitung“ soll die Anbindung für das Netz Pforzheim-Heilbronn schaffen, wie aus den Erläuterungen des Terranets-Vertreters Roland Griese hervorging.

Eine 53 Kilometer lange Erdgashochdruckleitung aus dem Nordschwarzwald kommend, deren Verlauf die Markung der Stadt Oberriexingen tangiert, soll zur Versorgungssicherheit beitragen. Diplomingenieur Griese stellte in der Sitzung des Gemeinderats am Dienstag die geplanten Varianten vor, die für das Verfahren vorgeschlagen werden. Letztlich entscheidet das Regierungspräsidium Stuttgart über die möglichen Varianten.

Immens sind die Kosten für den bedarfsgerechten Ausbau des Gasnetzes nach dem Bundesnetzentwicklungsplan. Das Unternehmen Terranets rechnet mit rund einer Million Euro für einen Kilometer Leitung.

Ziel: Konsens mit den Beteiligten

Einen möglichst breiten Konsens mit allen Beteiligten zu erreichen ist das Ziel. Möglichst geradlinig, eine weitgehende Bündelung der Trassen, keine Verlegung in Baugebieten und schonende Durchquerung von Schutz- und Waldgebieten sind im Kriterienkatalog festgehalten.

Die Verlegetiefe liege vorwiegend bei 1,20 Meter, so der für Planung und Bau zuständige Terranets-Mitarbeiter in der Sitzung. Der Baubeginn ist im Jahr 2020 vorgesehen, 2021 sollen die Rohre in der Erde liegen und zum vierten Quartal in Betrieb gehen.

Eine Anregung gab es aus der Mitte des Gremiums. Armin Schmid kritisierte die Aufstellung der Erdgas-Hinweisschilder inmitten der landwirtschaftlichen Flächen sowie in unmittelbarer Nähe an Wirtschaftswegen. Diese müssten sein und auf Sichtweite auf der Leitungsachse stehen, meinte Griese zu den gegebenen Vorschriften.

Was den Verlauf der Trasse durch die Gemarkung Oberriexingen betraf, war von vier Varianten die Rede. So mit Enzquerungen von Enzweihingen oder Leinfelder Hof herkommend, über das westlich liegende Oberriexinger Gewand Wolfstallgrund und die östlich an der Stadt vorbeiführenden Varianten.

Der Gemeinderat nahm die Terranets-Entwürfe zur Kenntnis und beauftragte die Verwaltung eine Stellungnahme zu den Trassenverläufen auszuarbeiten, über die das Ratsgremium noch in einer weiteren Sitzung befinden wird. Rudi Kern