Themen in diesem Artikel

Crailsheim
Sersheim / ban  Uhr

Es ist ein kleines Stückchen Generationenwechsel beim Sersheimer Trecker-Team. Rainer Hengstberger gehört schließlich zu den Mitbegründern der Veranstaltung. Und an einen Trecker Treck, bei dem er nicht die Starter angesagt und ihre Erfolge – oder Misserfolge – launig kommentiert hat, kann sich wohl kaum jemand noch erinnern. So langsam möchte er daher diese Aufgabe in jüngere Hände abgeben. „Es hat aber noch keiner ,Hier’ geschrien“, sagte Hengstberger am Sonntagmorgen kurz vor Beginn des Hauptwettkampftages des diesjährigen Trecker Treck.

Ein ruhiger Start

Kurz vor 10 Uhr ging da alles noch recht gemächlich vonstatten. Was in erster Linie an der durchfeierten Samstagnacht liegen dürfte. Wie immer gab es Live-Musik im Festzelt – dieses Mal mit „Nite­fly“ aus der Nähe von Crailsheim – und Barbetrieb. Als Besonderheit wurde nach langer Zeit auch mal wieder ein Strohballen-Wetttragen veranstaltet. Neun Teams zu je sechs Mann schleppten den rund 300 Kilogramm schweren Ballen in möglichst kurzer Zeit über eine Distanz von 20 Metern. Und so manches Team legte sich dabei auf die Nase – „eine echte Gaudi“, wie Emmanuel Setzer, zweiter Vorsitzender des Sersheimer Trecker-Teams, sagte.

Dem folgte eine überaus kurze Nachtruhe, die viele der von weither angereisten Besucher auf Luftmatratzen, Feldbetten oder im Auto zubrachten. Weither bedeutet dabei: das ganze Ländle plus angrenzende Gebiete. Dort gibt es nämlich auch eine ganze Reihe von Trecker-Treck-Veranstaltungen, die die Fans nacheinander besuchen. Aus den Wägen blinzelten den ersten Traktoren des beginnenden Wettbewerbs daher meist noch etwas müde Gesichter entgegen.

An der Müdigkeit lag es aber wohl nicht, wenn die Treckerfahrer das Ziel nicht erreichten. Der Boden war vielmehr vom Regen der vorherigen Nacht noch recht durchfeuchtet, sodass sich die Räder teils tief eingruben oder noch mehr Schlamm vor den Bremswagen schleuderten, den es über die 75 Meter lange Strecke zu ziehen gilt.

Um Chancengleichheit zu gewährleisten, gibt es ein striktes Reglement, das beachtet werden muss. Spielraum gibt es dann bei der Gewichtsverteilung, beim Luftdruck und natürlich bei der gewählten Fahrtechnik. „Jeder hat die Chance, das Beste aus seinem Schlepper herauszuholen“, so Rainer Hengstberger. Die Fahrer der Standard-Schlepper treten dabei in neun Klassen an. Mehr als 100 Starter waren es am Sonntag wieder. Hinzu kamen noch ein gutes Dutzend Starter in der Sportklasse mit selbst umgebauten Schleppern. Am Samstag hatten sich bereits etwa 15 Schmalspurschlepper im Wettkampf gemessen.

Keine Nachfolgesorgen

Das Sersheimer Trecker-Team kann die Großveranstaltung dank vieler Mitglieder stemmen. Etwa 100 aktive und passive seien es aktuell, so Emmanuel Setzer. Darunter sind laut Hengstberger auch viele junge Leute, die Söhne oder Töchter von den Begründern des Sersheimer Trecker Trecks sind. Und die begeisterten weitere Jugendliche für das Hobby. Denn bei allem organisatorischen Aufwand bleibe auch für die Ausrichter einer solchen Veranstaltung genug Zeit, um selber mitzufeiern. Und um Freundschaften mit anderen Trecker-Fans zu pflegen. „Sonst würde es nicht funktionieren“, ist Hengstberger überzeugt.

Als seinen Nachfolger hat Rainer Hengstberger nun schon einmal seinen Sohn Tobias in Stellung gebracht. Der 18-Jährige hat gestern das Geschehen auf der Piste zu Teilen moderiert. Für regelmäßige Besucher bedeutet dies einen sanften Wechsel. Denn die Stimme, die da aus dem Lautsprecher tönte, war von der des väterlichen Originals kaum zu unterscheiden.