Bluegrass-Musik Südstaaten-Flair im Hasenheim

Die John Lowell Band ist im Kleintierzüchterheim in Großsachsenheim aufgetreten.
Die John Lowell Band ist im Kleintierzüchterheim in Großsachsenheim aufgetreten. © Foto: Martin Kalb
Sachsenheim / Vivien Staib 01.09.2018

Seit der Sänger, Liederschreiber und Gitarrist John Lowell aus dem Bundesstaat Montana zum ersten Mal in Deutschland spielte, zieht es ihn immer wieder hierher. Bereits das elfte Mal ist der US-Amerikaner in Deutschland und bereits zum zweiten Mal trat er am Donnerstagabend im Hasenheim des KTZV Großsachsenheim auf. Gemeinsam mit seinen drei Bandkollegen, zwei davon ebenfalls aus den Südstaaten und einer aus dem süddeutschen Bayern, präsentierte er zweieinhalb Stunden lang mehr als 20 eigens komponierte Songs.

Das Quartett zieht diesen Sommer das dritte Mal als The John Lowell Band durch Europa, um mit seiner Musik die gesamte Bluegrass-Szene zu erreichen. Bluegrass ist eine US-amerikanische Volksmusikrichtung und gehört zum breiten Genre der Country-Musik. „Die Musik ist vielleicht zum Tanzen nicht optimal, aber zum mitswingen, genießen und die Seele baumeln lassen ist Bluegrass perfekt“, erklärt Anneli Baumann. Sie und ihr Partner Karl Heinz Siber haben das Konzert im Hasenheim organisiert. Laut Baumann fanden sich mehr als 100 Besucher ein.

Eine tiefe Freundschaft

„Das Hasenheim ist für so einen Auftritt sehr gut geeignet. Hier gibt es eine kleine Bühne und ausreichend Sitzmöglichkeiten“, so Karl Heinz Siber. Der Sachsenheimer Musikmanager sorgte dafür, dass die US-amerikanische Band ihren Weg nach Sachsenheim fand. Baumann und Siber organisierten außerdem auch das Bluegrass-Festival, das über mehrere Jahre in Güglingen stattfand. „Die Musik verbindet einfach. Bluegrass hat diesen besonderen amerikanischen Flair, der einen sofort in seinen Bann zieht. Das wollten wir auf den Festivals vermitteln“, erzählt Baumann. Die Veranstalter und die John Lowell Band verbindet zudem eine tiefe Freundschaft.

Mit Beginn des Auftritts änderte sich die Atmosphäre im rustikalen Hasenheim um 180 Grad. Als John Lowell zu singen beginnt, Julie Elkins am fünfsaitigen Banjo loslegt, Tom Murphy seine Mandoline erklingen lässt und Thomas Kärner mit seinem Kontrabass begleitet, fühlt es sich an, als ob man in einem Pub in Montana sitzt. Zwischendurch stellt Bandleader Lowell die Bandmitglieder vor und scherzt auf Englisch mit Publikum und Kollegen.

Die John Lowell Band existiert seit fünf Jahren und hat ein gemeinsames Album veröffentlicht: „The Skalkhao Road“. „Ich hole mir die Inspiration für meine Lieder vor allem aus der US-amerikanischen Geschichte. Besonders die Zeit des Wilden Westens prägt meine Musik“, erzählt John Lowell im Gespräch. Dennoch tourt der gebürtige Südstaatler oft und gerne durch Europa. Ihm hat es vor allem Deutschland angetan: „Ich mag hier besonders die Menschen. Sie lächeln sehr viel und sind sehr offen und herzlich.“

Noch acht Auftritte hat die Band dieses Jahr in Deutschland. Dann geht es weiter in die Schweiz. Einen Musik- oder Bandmanager hat das Quartett nicht. Herta Kärner, die Ehefrau des Bassisten der Band, kümmert sich um alle Managementaufgaben, die anfallen: „Wenn die Band in Europa ist, übernehme ich gerne die Organisation. Das mache ich aus voller Überzeugung und aus Freundschaft. Wenn wir die drei in Montana besuchen, werden wir dort genauso herzlich aufgenommen.“ Julie Elkins, die Banjospielerin und Sängerin des Quartetts, bezeichnet Herta Kärner gar als Anker, der die Band zusammenhält.

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