Sersheim / Michaela Glemser und Mathias Schmid  Uhr

Das Polizeirevier Vaihingen hat 2018 bei der Zahl der Gesamtstraftaten einen leichten Rückgang zu verzeichnen. Das geht aus dem Bericht zur Kriminalitätsentwicklung und Unfallstatistik hervor, der am Montagabend im Verwaltungs- und Finanzausschuss vorgestellt wurde. Parallel hat am Freitag Sersheim, eine von sieben Kommunen im Zuständigkeitsbereich, seine detaillierte Statistik vorgestellt.

In den Bereich des Polizeireviers Vaihingen fallen Vaihingen, Sachsenheim, Sersheim, Oberriexingen und Eberdingen. 2018 wurden in den Kommunen insgesamt 1623 Straftaten registriert. Das ist ein Rückgang im Vergleich zu 2017 (1800 Straftaten), wie der Leiter des Polizeireviers, Thorsten Gellhaus am Montagabend verkündete. Allerdings hatten nicht alle der sieben Kommunen eine Verbesserung vorzuweisen: In Sachsenheim bedeuteten 477 Straftaten beispielsweise ein Minus von 20,2 Prozent, 426 Delikte in Markgröningen ein Minus von 16,3 Prozent. In Sersheim dagegen stieg die Zahl um 18 Prozent auf 179, ebenso in Vaihingen um 4,4 Prozent auf 1336 Straftaten. Einen prozentual krassen anstieg hat die Stadt Oberriexingen zu verzeichnen. Dort gab es 75 Prozent mehr Vorfälle. Absolut ist das ein Anstieg von 44 auf 77.

Sersheims Schultes zufrieden

Das Fazit von Sersheims Bürgermeister Jürgen Scholz zur Kriminalitätsstatistik für das Jahr 2018 im Gemeinderat fiel trotz leichten Anstiegs zufrieden aus: „Unsere Gemeinde ist nicht die Insel der Glückseligen, aber bei den Zahlen gibt es in keinem Bereich einen besonders signifikanten Anstieg.“ Und weiter: „Die Gesamtstraftaten seit 2014 bewegen sich durchschnittlich bei 185,8 Delikten pro Jahr. Damit liegen wir 2018 unter dem fünfjährigen Durchschnitt“, betonte der Rathauschef.

Spitzenreiter unter den Straftaten sind 40 Rauschgiftdelikte. Dies bedeutet gegenüber dem Jahr 2017 einen Anstieg von 18 Straftaten. Laut Scholz wurden diese vor allem bei einem Open Air Festival für Techno-Musikfans festgestellt, bei denen die Polizei verstärkte Kontrollen durchgeführt habe. „Bei solchen Festivitäten kommen viele Menschen in Sersheim zusammen, aber auch diese Art der Veranstaltungen muss irgendwo stattfinden“, erläuterte Scholz.

Es folgen die Diebstahlsdelikte, wobei 27 einfache und 10 schwere Straftaten festgestellt wurden. Darunter war nur ein Wohnungseinbruch. Zudem gab es in Sersheim 2018 rund 23 einfache und 17 schwere Körperverletzungen. Dies bedeutet einen leichten Anstieg gegenüber den Zahlen aus dem Jahr 2017, während im Bereich der Vermögens- und Fälschungsdelikte mit insgesamt 19 Straftaten in 2018 die Zahlen deutlich nach unten tendierten (2017: 34 Delikte).

Zufrieden hob Bürgermeister Scholz auch hervor, dass im Bereich des Aufenthalts- und Asylverfahrengesetzes keine einzige Straftat 2018 in Sersheim zur Anzeige kam: „Die Statistik widerspricht der Meinung, die oft im Land zu hören ist. Auch bei den in 2018 festgestellten insgesamt 106 Tatverdächtigen ging der Anteil der Nichtdeutschen mit 22 im Vergleich zu 2017 nach unten.“ Unter den Tatverdächtigen waren 2 Kinder, 28 Jugendliche, 14 Heranwachsende von 18 bis 21 Jahren und 62 Erwachsene. Größte Veränderung hier: Bei den Jugendlichen waren es 2017 lediglich 7 Tatverdächtige gewesen. Doch auch dieser Anstieg könnte im Zusammenhang mit verstärkten Polizeikontrollen stehen.

Von den 179 zur Anzeige gebrachten Straftaten in Sersheim wurden 116 aufgeklärt. „Die Aufklärungsquote von 64,8 Prozent ist gut, aber kann künftig auch noch besser werden. Wir arbeiten sehr eng mit den Beamten der Polizeiposten in Sachsenheim und Vaihingen zusammen“, machte Scholz deutlich.

Aufklärungsquote im Revier

Bei der Aufklärungsquote liegt Sersheim im Revierbereich Vaihingen nach Oberriexingen mit einem Wert von 70,1 Prozent an zweiter Stelle. Am schlechtesten war die Aufklärungsquote in diesem Revierbereich im vergangenen Jahr mit 55,2 Prozent in Markgröningen. In Sachsenheim liegt die Quote bei 61,4 Prozent.

Kriminalität und Unfälle in der Stadt Vaihingen

Das Polizeirevier Vaihingen hat auch detaillierte Zahlen für die Stadt Vaihingen vorgelegt: Die Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung stiegen beispielsweise um 64 Prozent auf 23 Fälle. Im Bereich des Aufenthalts- und Asylverfahrensgesetzes stieg die Zahl der Fälle gar um 200 Prozent von 4 auf 12. Den stärksten Rückgang gab es bei Wohnungseinbrüchen von 20 auf 4 – macht 80 Prozent.

Die Verkehrsunfälle im Stadtgebiet stiegen 2018 um 9 Prozent auf 351 Unfälle. Einen traurigen Anstieg gab es auch bei den Getöteten von 1 auf 4. Zudem gab es 21 Schwerverletzte – 40 Prozent mehr als 2017. msc