Gericht Strafe für Schlägerei

Sachsenheim / aa 09.06.2018

Tatort Bahnhofsgelände Großsachsenheim: Zwei Männer machen im November 2016 kurz nach Mitternacht zwei Mädchen an, die abgeholt werden sollen. Ein Freund stellt sich den Männern in den Weg. Es kommt zu einer verbalen, dann zu einer körperlichen Auseinandersetzung. Für die beiden Männer gab es jetzt vom Amtsgericht Vaihingen Geldstrafen.

 „He, was geht?“ So sollen die beiden Männer aus Sachsenheim, 31 und 32 Jahre alt, nach einem Abend mit reichlich Alkohol die beiden minderjährigen Mädchen angesprochen haben. Ein Begleiter der Mädchen, heute 18 Jahre alt, wollte diese beschützen. Was dann folgte, ließ sich letztlich nicht mehr exakt rekonstruieren. Es wurde geklammert, geschubst und geschlagen. Einer der Männer ging wohl zu Boden. Sein Kumpel half ihm wieder hoch. Gemeinsam sollen sie den Freund der Mädchen geschlagen und getreten haben, dazu üble Schimpfwörter.

Laut Anklageschrift wurde der Kopf des Beschützers gegen einen Mülleimer geschlagen. „Er hat zuerst geschlagen“, beteuerten die Angeklagten. Einer von ihnen war eine Woche krankgeschrieben. Der Freund der Mädchen – er hatte auch mehr als 1,5 Promille Alkohol im Blut – meinte, „dass ich mich halt gewehrt habe“. Er betreibe Fitnesssport, auch Kickboxen.

Die Verletzungen bei dem heutigen Industriemechaniker-Azubi aus Bietigheim-Bissingen – leichte Gehirnerschütterung, Prellungen, Wunde am Kopf, Schmerzen im Kieferbereich – wurden von der Staatsanwaltschaft als gefährliche Körperverletzung eingestuft.

Die Verteidiger der Angeklagten meinten: Der Vorfall sei mit Alkohol halt hochgekocht. Die Angeklagten, die beide geregelten Arbeiten nachgehen, betonten, ihr Verhalten zu bereuen. „Wir wollten die Geburt meiner Tochter feiern und niemanden verletzen“, sagte einer. Sein Freund hat zwei ältere Eintragungen wegen gefährlicher Körperverletzung. Richter Thomas Bossert stufte den Fall als minder schwer ein, sprach aber Geldstrafen aus von jeweils 3600 Euro. 

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