Gutachten Stadtmauer soll doch saniert werden

Die Stadtmauer wurde, um weiterarbeiten zu können, weiter abgestützt.
Die Stadtmauer wurde, um weiterarbeiten zu können, weiter abgestützt. © Foto: Stadt Oberriexingen
Oberriexingen / bz 21.07.2018

Das Landesamt für Denkmalpflege stellt keine Genehmigung für den Teil-Abbruch der beschädigten Oberriexinger Stadtmauer in der Oberen Gasse in Aussicht. Der Gemeinderat spricht sich nun einstimmig für Erhalt und Sanierung der ganzen Stadtmauer aus. Das berichtet Bürgermeister Frank Wittendorfer. Das private Bauvorhaben daneben wird am Montag fortgesetzt.

Nachdem im Januar 2018 ein Teil der denkmalgeschützten Mauer durch ein privat beauftragtes Bauunternehmen massiv beschädigt wurde (die BZ berichtete), hatte das die Planungen um Monate zurückgeworfen. Schon 2017 hatte die Stadt Oberriexingen entschieden, die im Stadtkernsanierungsgebiet II liegende historische Stadtmauer umfangreich zu sanieren. Geschätzte Kosten: rund 100 000 Euro.

Nach dem Einsturz sprach sich der Gemeinderat im April zunächst mehrheitlich für einen Teilabbruch der Mauer im beschädigten Teil aus. Eine weitere unabhängige statische Untersuchung und Beratung durch ein Expertenbüro aus München hätten, so Wittendorfer, aber gezeigt, dass der eingestürzte Abschnitt saniert werden könne. Deshalb stellte das Landesamt für Denkmalpflege des Regierungspräsidiums Stuttgart keine Genehmigung für den Teil-Abbruch in Aussicht. Man wolle aber eine gemeinsame Lösung finden. Eine Sanierung der historischen Stadtmauer im beschädigten als auch im nicht beschädigten Abschnitt sei der Stadt Oberriexingen aus Gründen des Denkmalschutzes wirtschaftlich zuzumuten und vor allem technisch möglich.

Durchgang gesperrt

Aufgrund der neuen Sachlage und der Einschätzung der Experten beschloss der Gemeinderat nun in einer nicht öffentlichen Sitzung einstimmig, die Sanierung der kompletten Stadtmauer auch im beschädigten Teil  in der Oberen Gasse weiterzuverfolgen. „Aktuell werden die neuesten Kostenschätzungen, die Fördermöglichkeiten sowie das überarbeitete Leistungsverzeichnis zur Stadtmauersanierung erstellt“, betont Bürgermeister Wittendorfer.

In der Zwischenzeit hat der private Bauherr, der direkt neben der Schadstelle entlang der Stadtmauer neuen Wohnraum schaffen will, mit Stadt und Behörden die nicht beschädigten Stadtmauer und umliegende Gebäude vorsorglich weiter gesichert Der Bauherr will ab Montag mit dem Rückbau der Scheune samt ehemaligem Wohngebäude beginnen. Daher ist die Durchfahrt in der Oberen Gasse bis auf Weiteres gesperrt.

Die Stadtmauer wird auch Thema im Gemeinderat am kommenden Mittwoch, 25. Juli, sein.

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