Seit Anfang Oktober wird in Oberriexingen fleißig gewerkelt. „Die Firma Bau-Sanierungstechnik GmbH kommt gut voran, es sind schon deutliche Fortschritte an der Stadtmauer sichtbar“, berichtet Bürgermeister Frank Wittendorfer, in der Gemeinderatssitzung am Dienstag. Der im Januar 2018 entstandene Ausbruch der Unglücksmauer ist fast behoben, nur noch die Fugen zwischen den Steinen müssen mit Mörtel geschlossen werden.

Um dieses Kapitel nach nun knapp zwei Jahren vollständig abzuschließen, mussten die Räte in der Sitzung über den Lückenschluss diskutieren: Zwischen der Oberen Gasse und der Zwingerstraße ist eine Lücke in der Mauer geblieben. Für den Lückenschluss spräche, dass die Stadtmauer dadurch komplett durchgängig wäre und ein einheitliches Bild abgäbe. Bürgermeister Wittendorfer ist allerdings gegen das Vorhaben: „Der finanzielle Aufwand ist viel zu hoch. Zudem könnte man eine Abrisskante mit Geländer einfügen, was dann aus optischer Sicht besser passen würde.“ Bei einem Lückenschluss mit Natursteinmauerwerk beliefe sich der Eigenanteil der Stadt Oberriexingen auf rund 61 000 Euro. Bei einem Verzicht läge dieser nur bei rund 40.000 Euro, da das Schließen der Lücke mehr als 50 000 Euro kosten würde.

Stadtrat Thomas Haverkamp meinte: „Die Mauer ist eh schon hässlich genug mit all den verschiedenen Strukturen. Mit der Lücke sieht sie dann noch mehr wie zusammengeflickt aus. Ich bin für einen Lückenschluss.“ Dagegen konnte sich Stadtrat Martin Schray einen gewissen Charme der Lücke vorstellen: „Ich denke, dass so eine Abrisskante gerade bei Lichteinfall sehr gut aussehen könnte. Außerdem überzeugen mich die finanziellen Gründe, einen Lückenschluss abzulehnen.“ Auch Stadtrat Erich Bannert fordert „Mut zur Lücke“, also den Verzicht auf den Schritt. Die Stabilität der neuen Mauer sei ihm das wichtigste. In der Sitzung sprachen sich schlussendlich zehn Räte, also die Mehrheit, gegen einen Lückenschluss aus.