Oberriexingen Stadt und Freiwillige schnüren ein Asyl-Paket

Bei der Vorstellung der Broschüre für Flüchtlinge im evangelischen Gemeindehaus (von links): Bürgermeister Werner Somlai, die AK-Asyl-Vorsitzende Karin Großkopf, AK-Mitglied Rolf Regener und Pfarrerin Elke Gratz.
Bei der Vorstellung der Broschüre für Flüchtlinge im evangelischen Gemeindehaus (von links): Bürgermeister Werner Somlai, die AK-Asyl-Vorsitzende Karin Großkopf, AK-Mitglied Rolf Regener und Pfarrerin Elke Gratz. © Foto: Helmut Pangerl
Oberriexingen / CAROLINE HOLOWIECKI 01.03.2016
Die Oberriexinger Stadtverwaltung hat gemeinsam mit dem örtlichen Arbeitskreis Asyl ein umfangreiches Maßnahmen-Paket geschnürt, das Flüchtlingen und Einheimischen das Miteinander erleichtern soll.

Die Stadt Oberriexingen hat in Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis Asyl eine einfache Willkommensbroschüre für neu angekommene Flüchtlinge aufgelegt, die den Ausländern die Integration erleichtern soll. Darin nachzulesen gibt's allerhand Praktisches, von Infos über Ärzte und Behörden bis zu Busfahrplänen. Eine Englisch-Übersetzung liegt bereits vor, eine arabische soll folgen. Angefügt ist ein allgemeiner Guide, den sich die Stadt je nach Bedarf in 17 Sprachen aus dem Internet herunterlädt, so Sarina Blum, die Hauptamtsleiterin.

Es ist nicht da einzige Projekt für Flüchtlinge, dass Stadt und AK am Montag präsentierten. In jüngster Vergangenheit ist in der kleinen Kommune ein umfangreicher Maßnahmenkatalog umgesetzt worden. So ist in der ehemaligen evangelischen Bücherei im Gemeindehaus ein AK-Büro inklusive PC-Raum entstanden, in dem Flüchtlinge zweimal die Woche mit Freiwilligen Amtspost besprechen, telefonieren oder im Internet surfen können. Denn, so AK-Mitglied Rolf Regener: "Um einen Deutschkurs zu beantragen, muss man sich ein Formular aus dem Internet ausdrucken. Es sind systemimmanente Schwierigkeiten, die Flüchtlingen bereitet werden." Der Bürgermeister Werner Somlai hierzu: "Am effektivsten ist es, wenn man sich in ihre Lage hineinversetzt."

Es ist nicht die einzige Kritik an der Vorgehensweise von Bund, Land und Kreis, die anklang. Letztlich müsse jeder Flüchtling vom Landkreis mit einem Din-A4-Ordner ausgestattet werden, in den er seine sämtlichen Dokumente einheften könne, regte Pfarrerin Elke Gratz, die stellvertretende AK-Vorsitzende, an. Im Ort werde man dies nun einführen, denn, so Regener: "Die Asylbewerber können nicht nach Wichtigkeit der Dokumente unterscheiden. Wenn jeder eine solche Mappe hätte, wäre weniger Chaos und wir bräuchten weniger Sozialarbeiter." Auch vier Stellen beim Landkreis, die die Anschlussunterbringungen koordinierten, seien zu wenig. Gratz: "Die Arbeitskreise kommen hier an ihre Grenzen, und wir sind nicht gewillt, noch mehr zu übernehmen."

Vieles macht der AK aber allein. So hat er das Archiv der früheren Bücherei und eine städtische Doppelgarage zur Lagerung von Kleider- und Möbelspenden bekommen. Auch die neue Homepage des Arbeitskreises ist bald online. Zudem fangen im April vier Asylbewerber als Ein-Euro-Aushilfen beim Oberriexinger Bauhof an.

Info In Oberriexingen wohnen aktuell 56 Flüchtlinge. Eine siebenköpfige Familie lebt bereits in der Anschlussunterbringung. 2017 hat die Stadt 300 000 Euro für einen Neubau eingeplant, für 2016 habe die Stadt laut der Hauptamtsleiterin Blum ihre Aufnahmequote (0,6 Prozent) bereits erfüllt. Der AK Asyl hat 45 Mitglieder, etwa 15 bilden den harten Kern.

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